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Archiv für das 'Slums'-tag

Kinderhilfswerk organisiert vielfältige Hilfe für Haitianer

Zahlreiche Programme verbessern die Situation von zehntausenden Kindern und Erwachsenen

Nur wenige Organisationen konnten nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti sofort Hilfe leisten. UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN war eine davon. ‘Kinderhilfswerk organisiert vielfältige Hilfe für Haitianer’ weiterlesen

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Karlsruhe – Informationsveranstaltung – Haiti

Karlsruhe – Sonntag, 18. April 2010

Haiti: Hoffnung inmitten von Trauer und Zerstörung

10:30 Uhr:
Einlass

10:30 Uhr:
Begrüßung; Geschäftsführer Heiko Seeger
Gedenken an die Opfer des Erdbebens, Markus Streit
Grußwort: Bürgermeister Michael Obert

11:00 Uhr:
Berichte über Haiti – vor und nach dem Erdbeben
Silvia Reiter, Nicole Kruß, Unternehmerinnen aus Karlsruhe
und Heiko Seeger ‘Karlsruhe – Informationsveranstaltung – Haiti’ weiterlesen

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Schlagworte: Silvia Reiter Karlsruhe
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Heute habe ich einen „echten Engel“ getroffen…

"Angel of Light" - "Kinder des Lichts" Programm für Kinderbetreuung in Haiti
“Angel of Light” – “Kinder des Lichts” Programm für Kinderbetreuung in Haiti

Brief von Alfonso León – Verantwortlich für das Kinderbetreuungs-Programm “Engel des Lichts”. Das Programm wurde nach dem Erdbeben in Haiti eingerichtet, um Kindern eine kindgerechte Umgebung mit Essen, Beschäftigung und Schule bieten zu können. Derzeit werden täglich ca. 1.500 Kinder betreut.

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe es geht euch allen gut.

Hier in Haiti haben wir immer noch sehr viel zu tun, aber es ist okay, wir tun was wir können und wir wünschen, wir könnten noch mehr tun.

Heute habe ich einen „echten Engel“ getroffen… also die Wahrheit ist, ich treffe dauernd Engel, aber es gibt so viele bedürftige Menschen, so dass ich einfach weiterhin meiner Arbeit nachgehe.

Der Engel, den ich heute morgen getroffen habe, war nicht weiß und hatte keine hellen, glänzenden Kleider, keine hübschen Flügel und keinen goldenen Schein.

Dieser Engel trug ein dunkles dreckiges blaues T-Shirt von einem männlichen italienischen Erwachsenen. Das T-Shirt war so lang, dass es dem Engel bis über die Knie reichte.

Sein Haar war schmutzig und er hatte infizierte Wunden auf seinem ganzen Kopf.

Seine Haut war schwarz und auf seinen Armen und Beinen waren Dreckspritzer.

Er trug keine Schuhe.

Er saß vor der kleinen Kapelle des St.Damien Krankenhauses, während Menschen aus anderen Ländern die Messe feierten… teilweise auf englisch, teilweise auf kreolisch.

Ich konnte nicht anders als hinzugehen und ihn zu fragen, warum er nicht in der Schule ist… (als ob ich die Antwort nicht wüsste)…

Wo wohnst du? fragte ich ihn. Er sagte, bei seiner Mutter. Dann sagte ich, geh und hol deine Mutter, damit ich dich in unsere Schule aufnehmen kann.

Der Engel antwortete…. Meine Mutter kann nicht kommen, weil sie krank ist und nicht laufen kann.

Willst du zur Schule gehen? fragte ich ihn… Er sagte Ja… Also sagte ich, wir werden zu deiner Mutter gehen und sie um Erlaubnis bitten.

Hast du weitere Brüder und Schwestern? Er sagte Ja… sechs weitere.

Als wir an dem Ort ankamen, den er als sein Zuhause bezeichnete,… war es eine einfache, alte, dreckige Zeltplane, die etwas Schatten spenden sollte und mit Stöcken und Seilen am Boden befestigt war. Seine Mutter war nicht dort. Sie hatte Schwierigkeiten beim Laufen, als sie kurze Zeit später ankam. Sie sah zu alt aus, um so ein junges Kind zu haben, aber sie hatte auch eine Tochter, die bereits über 20 Jahre alt ist.

Sie war sofort damit einverstanden ihre jüngeren Kinder zum Notlager der „Angels of Light“ zu schicken… wo all diese kleinen verlorenen Engel sein sollten.

Nun, es gibt eine ganze Menge verlorene Engel an diesem Ort, wo der kleine Engel herkommt. Er ist zum rechten Ort, zur Kirche, gegangen, um für seine kranke Mutter zu beten und um in sein Camp Licht zu bringen, wo viele andere Engel wie er genauso auf eine Chance warten, Hilfe zu bekommen, damit sie etwas zu Essen bekommen und zur Schule gehen können.

Ich weiß, dass Gott diesen kleinen Engel stellvertretend für all die anderen Engel zu dem Camp geschickt hat und ich bin sicher, dass wir auf Gottes Ruf antworten und Hilfe bringen werden, beginnend mit seiner kleinen Schwester „Angela“ und einem jüngeren Bruder.

Wir ihr sehen könnt, ist der Bedarf größer als die Hilfe, die wir leisten können, aber mit Gottes Hilfe werden wir viel erreichen.

Möge Gott euch alle segnen! Danke für eure moralische und finanzielle Unterstützung.

Alfonso

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Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 3

Fortsetzung von Teil 2:

Dr.  Peter Tinnemann nahm an UN-Treffen teil. Dadurch entstand auch die Zusammenarbeit mit einem US Krankenhausschiff. Auch Medikamente konnten beschafft werden. Die größten Organisationen kamen bei diesen Treffen zusammen, ebenso viele freiwillige Helfer. Es wurde gemeinsam eine Infrastruktur erstellt.

Das notdürftige UN-Hauptquatier von dem aus die Hilfe in Haiti koordiniert wird.

Das notdürftige UN-Hauptquatier von dem aus die Hilfe in Haiti koordiniert wird.

Unterkünfte der UN-Soldaten

Unterkünfte der UN-Soldaten

Die UN hatte den größten Teil ihrer Lagerzentren verloren und eine nicht unerhebliche Anzahl an Mitarbeitern.

Senator Edwards hat in seinem Privatflieger mehrere Patienten in die USA ausgeflogen.

Senator Edwards besuchte Haiti und flog Verletzte mit seinem Privatflieger in die USA aus.

Senator Edwards besuchte Haiti und flog Verletzte mit seinem Privatflieger in die USA aus.

Die Auswirkungen, die das Erdbeben auf die zivile Infrastruktur hat, sind mit keinem anderen Beben in der Vergangenheit vergleichbar. Das Erdbeben war sehr stark. Die Häuser in Haiti waren absolut nicht erdbebensicher gebaut, es war eine sehr kostengünstige Bauweise aus einer Mischung aus wenig Zement und viel Sand – eine unkontrollierte Bauweise. Im Gegensatz dazu ist unser Krankenhaus sehr stabil konstruiert.

In der Stadt waren viele Straßen gesperrt, die Menschen übernachteten auf den Straßen aus Angst vor Nachbeben.

Aus Angst vor weiteren Nachbeben übernachten die Menschen auf der Straße.

Aus Angst vor weiteren Nachbeben übernachten die Menschen auf der Straße.

Aus Angst vor weiteren Nachbeben übernachten die Menschen auf der Straße.

Aus Angst vor weiteren Nachbeben übernachten die Menschen auf der Straße.

Man musste mit ihnen sprechen und die Nachbeben erklären. Dr. Peter Tinnemann hat ein Nachbeben miterlebt – innerhalb von drei Minuten war das gesamte Krankenhaus evakuiert.

Innerhalb einer Woche entstanden die Zeltstädte, die ersten waren nicht organisiert. Es gab kein Wasser, keine Nahrungsmittel, keine Toiletten, Exkremente liegen überall. Durchfallerkrankungen werden stark befürchtet mit Einsetzen der Regenzeit. Es gab jeden Tag ein UN Meeting zur Gesundheit und eines zur sanitären Versorgung.

Eine typische Zeltstadt in Port-au-Prince.

Eine typische Zeltstadt in Port-au-Prince.

Eine typische Notunterkunft in einer der Zeltstädte.

Eine typische Notunterkunft in einer der Zeltstädte.

Es gibt auch Camps mit mehreren 10.000 Menschen. Die Menschen wollen nicht aus der Stadt ausquartiert werden.

Ein Blick auf eine Zeltstadt in der Nähe des St. Damien Krankenhauses.

Ein Blick auf eine Zeltstadt in der Nähe des St. Damien Krankenhauses.

Als Dr. Petter Tinnemann den Eindruck hatte, dass das St. Damien Krankenhaus gut funktioniert, zog er gemeinsam mit den Mitarbeitern des St. Luke Programms in die Camps, um die Menschen dort zu versorgen. Sie waren „ein Funken der Hoffnung“, versorgten die Verletzten und gaben ihnen Wasser. Die Menschen erkundigten sich nach den Straßenschulen. Es gab kein Chaos bei der Versorgung, die Menschen standen alle ordentlich in der Schlange.

IIn einer Zeltstadt weißt ein Schild auf des Zelt des lokalen Polizisten hin.

In einer Zeltstadt weißt ein Schild auf des Zelt des lokalen Polizisten hin.

In den Slums frisieren sich die Frauen

In den Slums frisieren sich die Frauen

Dr. Peter Tinnemann war auch in Léogane. Léogane war am nächsten am Epizentrum des Erdbebens dran. 90% der Stadt sind zerstört. Viele Menschen haben die Städte verlassen und sind aufs Land gezogen. Sie sind damit aus dem Blickfeld der Hilfeleistungen geraten. Die Ressourcen sind nicht gleich verteilt. Die ländlichen Gegenden sind extrem arm, teilweise nicht landwirtschaftlich zu bebauen.

Zerstörte Gebäude

Zerstörte Gebäude

Ein Schild weißt auf benötigte Hilfe hin.

Ein Schild weißt auf benötigte Hilfe hin.

Es ist sehr staubig in der Stadt, es herrscht eine große Luftverschmutzung – Atemwegsinfektionen und Lungenentzündungen werden befürchtet.

Die haitianische Regierung ist nicht arbeitsfähig – sie hat Mitarbeiter, Gebäude und Akten verloren. Sie ist selbst geschockt. Sie macht im Moment nicht viel für die Bevölkerung, sondern braucht Hilfe von außerhalb.
Die Haitianer hoffen, dass die internationale Gemeinschaft ihnen hilft. Die ganze Welt weiß von Haiti. Es gibt viele clevere Leute dort, sie sind bereit harte körperliche Arbeit zu leisten. In Haiti ist ein Neuanfang laut Dr. Peter Tinnemann sehr viel versprechend.

Ein findiger Händler in den Slums bietet eine Handy-Ladestation an.

Ein findiger Händler in den Slums bietet eine Handy-Ladestation an.

Haiti hat kein Militär. Tinnemann kann Kritik am US Militär nicht nachvollziehen:

“Es war notwendig, dass sie den Flughafen übernahmen.”

Dr. Peter Tinnmemann ist zum Ende seines Einsatz mit dem von der Bild-Aktion “Ein Herz für Kinder” gesponserten Hubschrauber in die Dominikanische Republik ausgeflogen worden. Von dort trat er den Rückflug nach Deutschland an.

Dr. Peter Tinnemann auf dem Rückweg nach Deutschland

Dr. Peter Tinnemann auf dem Rückweg nach Deutschland

Die Organisation UNSERE KLEINEN BDÜRDER UND SCHWESTERN hat laut Dr. Peter Tinnemann einen ganz anderen Zugang zu den Menschen in Haiti als andere Organisationen:

“Sie sind hautnah dran, auch an den ärmsten Gegenden.”

Dr. Peter Tinnemann war beeindruckt und überwältigt von der Unterstützung vor Ort und von der Medienpräsenz in Haiti. Doch als er nach Deutschland zurückkam, war Haiti aus der Medienlandschaft fast schon verschwunden. Als der Alltag im Krankenhaus einkehrte, waren auch die Medien weg.

Dr. Peter Tinnemann plant im März wieder nach Haiti zu reisen.

“Es gibt noch so viel zu tun.”

Dr. Peter Tinnemann schaut nach einem kleinen Patienten.

Dr. Peter Tinnemann schaut nach einem kleinen Patienten.

Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 2
Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 1

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Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 2

Fortsetzung von Teil 1:

Nicht nur die Schwerverletzten mussten versorgt werden, sondern auch alle anderen Menschen auf dem Krankenhausgelände. Es wurde täglich Essen für alle vorbereitet und ausgegeben. Ein italienischer Bäcker backte jeden Tag Pizzabrot für alle. Laut Dr. Peter Tinnemann verlief die Essenausgabe stets ganz zivilisiert.

Ein italienischer Bäcker verteilt Pizzabrot im Hof des Krankenhauses.

Ein italienischer Bäcker verteilt Pizzabrot im Hof des Krankenhauses.

Sowohl Patienten als auch Angestellte hatten Angst das Gebäude zu betreten. Dr. Peter Tinnemann sagte, das Krankenhaus war gespenstisch leer, die Betten verlassen, Essen und Medikamente lagen herum. Die Schwestern hatten sich im Freien kleine Stationen eingerichtet. Die Patienten wurden später ganz sensibel daran gewöhnt sich dem Gebäude wieder zu nähern. Anfangs wurden sie nur auf dem Flur untergebracht und dann nach einigen Tagen nach und nach ins Gebäude verlegt.

Patienten lagern vor dem Krankenhaus.

Patienten lagern vor dem Krankenhaus.

Betten mit Patienten stehen im Innenhof unter Sonnenschutzplanen.

Betten mit Patienten stehen im Innenhof unter Sonnenschutzplanen.

Dr. Peter Tinnemann schlief nachts auf einer Matratze auf dem Dach des Krankenhauses. Es war sehr kalt.

Schlafplätze der freiwilligen Helfer auf dem Dach des Krankenhauses.

Schlafplätze der freiwilligen Helfer auf dem Dach des Krankenhauses.

Blick auf das Krankenhaus St. Damien.

Blick auf das Krankenhaus St. Damien.

Nach drei Tagen wurde das erste Kind im Krankenhaus geboren.

Ein Neugeborenes auf der Neugeborenen-Station

Ein Neugeborenes auf der Neugeborenen-Station

Stolze Eltern auf der Neugeborenen-Station von St. Damien

Stolze Eltern auf der Neugeborenen-Station von St. Damien

Langsam kehrten immer mehr Mitarbeiter zurück, Apotheker, Krankenschwestern, sowie das Reinigungspersonal. Es wurde sehr auf Hygiene geachtet.

Behandlung eines verletzten Kindes.

Behandlung eines verletzten Kindes.

Ärzte bei der täglichen Besprechung im Krankenhaus St. Damien.

Ärzte bei der täglichen Besprechung im Krankenhaus St. Damien.

Neben dem Krankenhaus befanden sich zwei Zelte der UN, in denen Kinder untergebracht wurden, die jemand aus den Trümmern der Krankenhauses in der Stadt gerettet und ins St. Damien gebracht hatte. Die Kinderabteilung dieses Krankenhauses war nach dem Erdbeben komplett kollabiert. Schwestern kümmerten sich Tag und Nacht um diese Kinder. Viele waren geistig und körperlich behindert. Gena und ihr Team nahmen sich der Kindern an und beschützten sie vor überstürzten Adoptionen.

Die Menschen übernachten im freien vor dem Krankenhaus.

Die Menschen übernachten in Zelten vor dem Krankenhaus.

St. Damien war das einzige funktionierende Kinderkrankenhaus in ganz Port-au-Prince, woraufhin Dr. Peter Tinnemann auch anderen Organisationen anbot, verletzte Kinder zu uns zu bringen. „Ärzte Ohne Grenzen“ brachte täglich etwa 10 Kinder. Auch die Angehörigen der Patienten erhielten einen Schlafplatz im St.Damien.

Kind mit einem amputierten Bein im Krankenhaus St. Damien.

Kind mit einem amputierten Bein im Krankenhaus St. Damien.

Patienten mit Bauch- oder Brustverletzungen hatten keine Überlebenschancen. Die meisten Patienten im Krankenhaus hatten Verletzungen an den Extremitäten, Weichteilverletzungen, Knochenbrüche, Kopfverletzungen, Wirbelsäulenverletzungen und Gesichtsverletzungen.

Gesichtsverletzungen bei einem Mädchen nach dem Erdbeben.

Gesichtsverletzungen bei einem Mädchen nach dem Erdbeben.

Glücklicherweise bestand die Blutbank noch und versorgte das Krankenhaus mit Blutkonserven.

Ein mobiles OP-Team aus der Dominikanischen Republik, bestehend aus sechs Chirurgen, kam ins St. Damien Krankenhaus. Sie hatten sich ganz schnell organisiert und waren bereit die Gipse für die Verletzten herzustellen und anzulegen. Auch einer der bekanntesten Ärzte der Dominikanischen Republik war unter ihnen. Die italienische Hilfsorganisation „Protezione Civile“ baute in Zelten mobile OPs auf. Sie hatten auch ein mobiles Röntgengerät dabei, das sehr hilfreich war. Auch zahlreiche Ärzteteams aus den USA kamen. Dr. Peter Tinnemann lobte das Engagement der ausländischen Helfer. Es gab ausreichend Mediziner, jedoch einen Mangel an Pflegepersonal.

Behandlung von Patienten im Krankenhaus St. Damien.

Behandlung von Patienten im Krankenhaus St. Damien.

Nach 10 Tagen kamen immer noch Patienten, die nur notdürftig versorgt worden waren und suchten im St. Damien Krankenhaus Hilfe.

Das St.Damien Krankenhaus verfügt über drei Brunnen, so dass alle Menschen mit Wasser versorgt werden konnten. Es konnte sogar Wasser außerhalb des Krankenhauses verteilt werden.

Essensverteilung an die Bevölkerung durch Mitarbeiter des Outreach-Programm

Essensverteilung an die Bevölkerung durch Mitarbeiter des Outreach-Programm

Nach ein paar Tagen kamen Sozialarbeiter und boten den Menschen psycho-soziale Unterstützung. Die Menschen hatten das Bedürfnis ihre Geschichten zu erzählen, sie mussten ihr Leid verarbeiten.

Dr. Peter Tinnemann sorgte langsam für Ordnung auf dem Krankenhausgelände. Er war nach eigenen Angaben die meiste Zeit am Telefon und hat wenig am Patienten gearbeitet. Tinnemanns Aufgabe war es auch die Ärzteteams zu organisieren und die Ausstattung zu koordinieren. Die Kommunikation wurde besser. Tinnemann und eine amerikanische Kollegin dienten als Bindeglied zwischen den einheimischen Mitarbeitern und den ausländischen Helfern.

Dr. Peter Tinnemann stimmt sich über das Satellitentelefon mit Deutschland ab.

Dr. Peter Tinnemann stimmt sich über das Satellitentelefon mit Deutschland ab.

Regelmäßig kamen Transporte mit Ausrüstung und Medikamenten aus der Dominikanischen Republik an. Dr. Peter Tinnemann berichtete, dass es keine großen Probleme gab Transporter von der Dominikanischen Republik nach Haiti zu schicken – Dank der guten Zusammenarbeit und dem Bekanntheitsgrad von NPFS.

Ankunft einer Hilfslieferung im Krankenhaus St. Damien.

Ankunft einer Hilfslieferung im Krankenhaus St. Damien.

Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 3
Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 1

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Unsere Hilfe in Slums, bei Beerdingungen und medizinischer Versorgung

Übersicht der Standorte unserer Einrichtungen in Haiti

Übersicht der Standorte unserer Einrichtungen in Haiti

St. Lukas Nachbarschafts-Programm

Das St. Lukas Nachbarschaftsprogramm verfolgt vier Schwerpunkte: Bildung für Kinder aus den Slums, würdige Beerdigung für Verstorbene, medizinische Betreuung und die Versorgung der Slums mit Nahrungsmitteln und sauberem Wasser.

Straßenschulen

In den Slums der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince haben Pater Richard Frechette und ehemalige Heimkinder 18 Straßenschulen errichtet. Hier erhalten die Kinder Unterricht, bekommen eine warme Mahlzeit und werden medizinisch versorgt. Insgesamt profitieren mehr als 5.300 haitianische Kinder und Jugendliche von diesem Programm.

Würdige Beerdigung

Täglich fordert die Armut in Haiti viele Menschenleben. Viele werden in Massengräbern verscharrt oder einfach auf der Straße liegen gelassen. Wöchentlich holt Pater Frechette 150 bis 200 Leichen aus der Leichenhalle ab und beerdigt die Toten würdevoll.

St. Lukas Gesundheitszentren

Um den ärmsten der Armen direkte medizinische Versorgung zu gewähren, werden über das St. Lukas Nachbarschaftsprogramm zwei Gesundheitszentren in den Slums von Port-au-Prince betrieben. Außerdem führt das St. Luke Gesundheits-Team regelmäßige Sprechstunden und Notfallbehandlungen an verschiedenen Orten in den Slums durch.

Neu wurde in diesem Jahr ein Zentrum für die medizinische Versorgung von werdenden Müttern eingerichtet.

Versorgung der Slums

Täglich werden knapp 80.000 Liter Wasser durch Tanklastwagen angeliefert. Somit erhalten mehr als 2.500 Familien Zugang zu sauberem Wasser.

Folgen des Erdbebens

Alle Programme der Nachbarschaftshilfe werden so bald wie möglich wieder aufgenommen und auch wieder aufgebaut werden. Das Ausmaß der Zerstörungen ist hier noch nicht abzusehen.

Die Mitarbeiter des St. Lukas Nachbarschaftsprogramms leisten auch direkte Nothilfe nach dem Erdbeben, darunter Bergung von Verschütteten, Beerdigung von Toten, Ausgabe von Trinkwasser und Essen. Außerdem helfen sie beim Betrieb des Krankenhauses maßgeblich mit.

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Mit Schulen Armut bekämpfen

Haiti Bis Ende 2009 hatten wir 18 Schulen in den Elendsvierteln der Hauptstadt Port-au-Prince eingerichtet. In ihnen wurden mehr als 5.000 Kinder unterrichtet.

Seit Ende des Jahres konnten wir auch allen Schülern eine warme Mahlzeit geben – für die meisten war dies oft das einzige Essen am Tag.

Durch das verheerende Erdbeben am 12. Januar 2010 wurde ca. die Hälfte der Schulen zerstört. Wieviele Schüler überlebt haben, ist derzeit noch nicht bekannt. Wir arbeiten daran die zerstörten Einrichtungen schnellst möglich wieder aufzubauen. Unser Ziel ist es sobald als möglich den Zustand vor dem Erdbeben zu erreichen, um unsere Arbeit zum Wohle der Kinder in Haiti weiter fortführen zu können.

Große Hilfe für die Ärmsten der Armen sind unser Kinderkrankenhaus St. Damien und die Krankenstationen in den Elendsvierteln. Das Kinderkrankenhaus wurde durch das Erdbeben nicht zerstört. Die Krankenstationen in den Elendsvierteln werden zur Zeit soweit möglich wieder eingerichtet.

Im Jahre 2009 haben wir insgesamt ca. 57.000 Kinder behandelt.

Dringend benötigte Hilfe für Haiti können Sie über unseren Online-Spenden-Shop direkt, transparent und sicher spenden.

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Pädagogisches Notfallprogramm – Email von Monica Gery

Liebe NPH Familie,

Zunächst möchten wir uns bei allen für ihre Unterstützung und Hilfsbereitschaft in diesen schwierigen Zeiten bedanken. Wir wissen all eure Hilfe zu schätzen!

Nach dem Erdbeben mußte sich unser NPH Haiti – Teams zunächst um die Sicherheit unserer Kinder bemühen und dann auf die Verletzten konzentrieren. Nachdem dies erreicht wurde, begannen wir schwerpunktmäßig mit der Versorgung zu uns kommender neuer Waisenkinder.

Nach Schätzungen der UN gibt es 600 Zeltstädte, welche Tausend bis mehrere Zehntausende von Menschen beherbergen. Dort gibt es keine sanitären Anlagen, kein Essen, kein Wasser und keine medizinische Versorgung. Es ist unser Ziel, diese Menschenansammlungen mit unseren medizinischen Hilfstrupps und Essensausgaben zu erreichen. Wir möchten ein Programm einrichten, das insbesondere den Kindern Zugang zu einer sauberen Umgebung, Essen, Wasser und Aktivitäten ermöglicht.

Dieses ‘Tagescamp’ soll für die Kinder sein, die in diesen Zeltstädten leben. Unser Team wird dort mit der Arbeit beginnen, wo wir ohnehin schon Kontakte durch das Saint Luke Nachbarschafts – Programm haben. In dieser Umgebung sind wir bekannt und genießen Vertrauen.  Mit Hilfe des St. Luke-Personals und jenen ‚Ehemaligen’, die in unserem Waisenhaus St. Helen in Kenscoff aufwuchsen, werden wir Kinder zu unserem Tagescamp bringen und sie abends wieder bei ihren Eltern abliefern.

Wir werden ein Aufnahmeverfahren in Gang setzen für diejenigen, die nach Prüfung der Sachlage keine Familie mehr haben. Da es in Haiti eine Anzahl von Adoptionsprogrammen bereits vor dem Beben gab, müssen wir ebenfalls feststellen, für welche Kinder es bereits Adoptionsversprechen  im Rahmen des jeweiligen Programms gegeben hatte. Waisen und offensichtlich  von den Eltern ausgesetzte Kinder, die nicht auf ein laufenden Adoptionsverfahrens warten, werden in unserer Familie in St. Helen aufgenommen. Es ist damit zu rechnen, dass es schwierig sein wird herauszufinden, ob es sich um Waisen  handelt. Der Integrationsprozess ziemlich mühsam sein.

Alfonso Leon von den NPHI – Familiendiensten leitet ein Team zum Start dieses Programms.  Ihm stehen 25 Ehemalige als Helfer zur Seite sowie ein Koch für die Mahlzeiten. 2 große Zelte mit einer Kapazität für 50 Personen sind auf dem St. Luke Fußballplatz innerhalb des Kay Germaine-Geländes errichtet worden. Das St. Damien-Hospital befindet sich in unmittelbarer Nähe.

Wir senden weitere Informationen,  sobald sie verfügbar sind.

Vielen Dank,
Monica Gery

(Anmerkung der Redaktion:  NPH ist die Abkürzung für unseren spanischen Namen “Nuestros Pequenos Hermanos”. Im englsichen bedeutet es “Our little Brothers And Sisters”. Die entsprechend deutsche Übersetzung lautet: UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN)

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Haiti kommt nicht zur Ruhe

Deutscher Arzt berichtet über das schwere Nachbeben

Vorgestern früh erschütterte ein schweres Nachbeben der Stärke 6,1 Haiti und versetzte die Menschen erneut in Angst und Schrecken. Peter Tinnemann, ein deutscher Arzt, der für das Kinderhilfswerk „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“ in Haiti hilft, berichtete: „Ich brauchte ein paar Sekunden, um zu verstehen, was gerade geschieht. Als ich den Flur betrat begann ich zu rufen raus hier, raus hier. Wir rannten die Treppe hinunter ins Freie.“ Das Kinderkrankenhaus „St. Damien“ in Tabarre, in dem Tinnemann zusammen mit den Ärzten, Schwestern, Freiwilligen und rund 250 Patienten untergebracht ist, wurde in fünf Minuten geräumt. Die Versorgung der Menschen im Umfeld des Krankenhauses ist seit Tagen durch Hilfslieferungen aus der Dominkanischen Republik sichergestellt.

Bereits eineinhalb Tage nach dem Erdbeben hatte „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ über das Kinderdorf in der Dominikanischen Republik einen Bus mit Hilfsgütern auf den Weg nach Haiti gebracht. Bislang folgten sieben weitere Lastwagen und Busse mit lebenswichtigen Gütern wie Verbandsmaterialien, Lebensmitteln und sauberem Wasser. Doch noch immer ist die Lage dramatisch, wie Gena Hegarty, die Leiterin der Behindertenprogramme bei „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ berichtet: „Auch eine Woche nach dem Erdbeben sind Verwundete noch nicht behandelt worden. Es gibt so viele tote, verletzte und verschwundene Menschen. Viele von ihnen haben Gliedmaßen verloren und sind trotzdem so tapfer. Ein Mädchen hat ein Bein verloren, als sie versuchte ihre jüngeren Geschwister zu retten.“ Aktuell werden in „St. Damien“ rund 250 Opfer des Erdbebens behandelt, die Ärzte arbeiten rund um die Uhr.

„Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ entwickeln bereits Pläne für die nahe Zukunft. Das Kinderhilfswerk hat vor wenigen Tagen mehr als 30 behinderte Kinder in seinem Physiotherapie- und Rehabilitationszentrum aufgenommen. Im Kinderdorf in Kenscoff entsteht momentan ein Zeltlager, in dem Kinder, deren Eltern nicht auffindbar sind, untergebracht werden sollen. Mitarbeiter der Organisation sind in den Straßen von Port-au-Prince unterwegs, um herumirrende Kinder zu finden und sie in die Obhut des Kinderhilfswerks zu nehmen. „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ arbeitet vor Ort eng mit den United Nations (UN), der World Health Organisation (WHO) und Ärzte ohne Grenzen zusammen.

Inzwischen ist der kanadische Starregisseur Paul Haggis in „St. Damien“ eingetroffen. Haggis unterstützt „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ seit letztem Jahr. Er wird in die Slums von Port-au-Prince gehen um zu sehen, wie er den Menschen vor Ort helfen kann. Haggis will auch erkunden, wie schlimm die Straßenschulen in den Slums vom Erdbeben betroffen sind.

„Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ bittet die Bevölkerung weiter um Hilfe. Spenden sind möglich:
Konto Nr. 12 000
Sozialbank Karlsruhe
BLZ 660 205 00
Stichwort: Erdbeben Haiti

oder direkt im Online-Spenden-Shop der Organisation
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Aktion „Schulen für Haiti“ ruft ganz Deutschland zur Hilfe auf

Haitis Erdbebenopfer sind auf Hilfe angewiesen

Das Erdbeben in Haiti zerstörte das Leben Tausender. Haitis Regierungschef spricht von 100.000 Toten. Vor allem die Hauptstadt Port-au-Prince und die bevölkerungsreichen Slums der Stadt sind stark betroffen. „Schulen für Haiti“ ist eine von den Schauspielerinnen Alissa Jung und Janin Reinhardt ins Leben gerufene Spendenaktion. Die jungen Frauen rufen Deutschlands Schüler auf, sich für die ärmsten der Armen, die Kinder in den Slums von Haiti, zu engagieren. Durch die Aktion unterhalten Jung und Reinhardt zwei Straßenschulen in Port-au-Prince. Momentan ist noch unklar, ob die beiden Schulen das Erdbeben überstanden haben und die Kinder am Leben sind. Spenden werden dringend gebraucht, um Soforthilfe zur Verfügung zu stellen.

Erst vor wenigen Wochen waren die beiden Schauspielerinnen selbst in Haiti und haben sich ein Bild der Situation vor Ort gemacht. “Wir sind unendlich traurig und entsetzt über die Ausmaße des Erdbebens in Haiti. Wir stehen in engem Kontakt mit den Mitarbeitern des Kinderhilfswerks “Unsere kleinen Brüder und Schwestern” und mussten mit Schrecken erfahren, dass einige der Mitarbeiter und Freiwillige, die uns noch vor fünf Wochen so warm in Haiti aufgenommen haben, verschüttet sind“, erklärten Jung und Reinhardt. „Leider gibt es bislang noch keine Informationen aus den Slums, wodurch wir noch nicht wissen, wie es unseren beiden Schulen „Fond Peje“ und „Mixte de La Grace“ und den 608 Kinder geht.“ Auch das ehemalige Krankenhaus der Hilfsorganisation „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“, das seit drei Jahren als Behinderteneinrichtung genutzt wird, ist eingestürzt. Eine amerikanische Freiwillige der Organisation wurde lebend gerettet, ihr Bruder hingegen starb unter den Trümmern. Die beiden Schauspielerinnen rufen jetzt ganz Deutschland dazu auf, den Kindern und Menschen zu helfen. „Mehr denn je ist Haiti nun auf Hilfe von uns angewiesen. Es werden Bagger, Tanklastwagen für Wasser und LKWs benötigt, deswegen haben wir uns dazu entschlossen, das Geld, welches auf unser Sonderkonto eingeht, für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ haben Helfer vor Ort, die mit diesem Geld Nothilfe in Haiti leisten werden. In Gedanken sind wir bei unseren Freunden und den Kindern in Haiti.”

Konto 12 000
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BLZ 660 205 00
Stichwort: Erdbeben Haiti

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