Port-au-Prince « MyGoodShop Blog – UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V.

Archiv für das 'Port-au-Prince'-tag

300.000 Euro Spende für Kinderkrankenhaus in Haiti

Die McDonald’s Kinderhilfe Stiftung setzt auf nachhaltige Hilfe: Partnerschaft mit „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“
Die 300.000 Euro-Spende der McDonald’s Kinderhilfe Stiftung an die gemeinnützige Organisation „Unsere kleinen Brüdern und Schwestern“ ist für einen dringend benötigten  Computer-Tomographen für das Kinderkrankenhaus „St. Damien“ in Tabarre, einem Vorort von Port-au-Prince, in Haiti bestimmt. Prof. Dr. Rita Süssmuth überreichte heute den Spendenscheck in Anwesenheit von Bundesminister Dirk Niebel und dem Botschafter von Haiti in Deutschland, Jean-Robert Saget. Die Scheckübergabe fand im Ronald McDonald Haus in Berlin Wedding statt. „Private Initiativen auch von Unternehmen sind wichtig, um den Wiederaufbau nachhaltig voranzutreiben“, erklärte Niebel. ‘300.000 Euro Spende für Kinderkrankenhaus in Haiti’ weiterlesen

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Haiti – Eine warme Mahlzeit als Chance

Auch wenn die Situation in Haiti aktuell nicht mehr im Fokus der Medien steht, ist es traurige Realität, dass das Leben dort auch Monate nach dem Erdbeben alles andere als „normal“ abläuft. Besonders die Kinder leiden unter den Lebensbedingungen, wie sie in der Hauptstadt Port-au-Prince momentan vorherrschen. ‘Haiti – Eine warme Mahlzeit als Chance’ weiterlesen

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Haiti – Kleine Wellen der Hoffnung

Myriams Geschichte vom 12. Januar bis heute.

Es gibt zahllose Geschichten vom 12. Januar in Haiti, die niemand erfahren hat. Herzzerreißend, grotesk und ungerecht. Geschichten, die sich in das Gedächtnis jener, die hier waren, eingebrannt haben und uns, die wir nicht dort waren, unfassbar scheinen. Die Menschen, die es miterlebt haben, sind in grauenvolle körperliche und seelische Zustände gestoßen worden. Sie hatten keine Sekunde Zeit, um sich darauf vorzubereiten. Jene, die überlebt haben, tragen nun Narben jeder Art und können ihre neue Wirklichkeit nur schrittweise begreifen. ‘Haiti – Kleine Wellen der Hoffnung’ weiterlesen

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Haiti – Hilfe für ein geschundenes Land seit 22 Jahren

UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN hilft den Menschen in Haiti seit 22 Jahren. Nach dem Erdbeben am 12. Januar konnte UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN schnell, unkompliziert und umfangreich  helfen. Die sehr gute Infrastruktur, die die Organsiation in den über 20 Jahren ihrer Hilfe in Haiti aufgebaut hat, blieb in wesentlichen Teilen funktionsfähig. In den letzten Monaten wurde die Hilfe weiter ausgebaut. Neue Projekte für den Wiederaufbau sind in Planung. ‘Haiti – Hilfe für ein geschundenes Land seit 22 Jahren’ weiterlesen

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Haiti – drei Monate nach dem Erdbeben

Wenn die Sonne hinter dem Kinderkrankenhaus St. Damien und den Hügeln von Kenscoff untergeht, nehmen wir die alltäglichen Aufgaben mit Freude an und sind dankbar dafür, in der Lage zu sein, aus der heraus wir anderen helfen können. Nach Sonnenuntergang beginnt es, wie jeden Abend in der letzten Zeit, zu regnen. Wir werden wieder an jene erinnert, die außerhalb der Mauern des Kinderkrankenhauses leiden. Das einzige, was wir tun können, ist, sich an den alltäglichen Arbeiten und Erfolgen zu erfreuen. Wohlwissend das unsere Arbeit gleichzeitig nichts ist und dass sie alles ist. ‘Haiti – drei Monate nach dem Erdbeben’ weiterlesen

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Hollywood-Stars besuchen die Helfer des Erdbebens in Haiti

Im Kinderkrankenhaus Saint Damien von Nuestros Pequenos Hermanos (NPH) trafen Demi Moore, Susan Sarandon, Ben Stiller, Olivia Wilde und Paul Haggis den Direktor von NPH Haiti, Pater Rick, und boten ihre Hilfe an. ‘Hollywood-Stars besuchen die Helfer des Erdbebens in Haiti’ weiterlesen

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Haiti kehrt zur Normalität zurück

Port-au-Prince, 26. Februar 2010 – Wenn man heute durch Port-au-Prince fährt, erfreut es das Herz, wenn man die kleinen Zeichen der Verbesserung sieht: Männer haben große Mengen Müll in den Straßen eingesammelt, Gräben wurden gezogen bzw. gereinigt und in hellgelbe USAID-Shirts gekleidete Leute waren emsig damit beschäftigt, den Schutt wegzuräumen. Diese traumatisierte Stadt aus bröckelnden Häusern und Zeltsiedlungen kehrt zur Normalität zurück. Die Märkte sind offen, und ein Strom von Händlern und Anbietern verkauft Gemüse, Haushaltswaren, Hähnchen… Ein neuer Geschäftszweig scheint sich aufgetan zu haben, um den wachsenden Bedarf der Leute zur Errichtung von Zelten zu decken: Faustdicke Äste werden an den Ecken verkauft, und die Menschen werkeln inmitten der Zeltstädte an der Errichtung neuer Unterkünfte. Diese neuen Heime bestehen aus Ästen, an denen man Decken  und Zeltplanen befestigt, um Wände und Dächer zu haben.

Als wir unser letztes update schrieben, gab es Patienten, die außerhalb des Krankenhauses im Innenhof untergebracht worden waren. Für unser medizinisches Personal war es schwierig ein hohes Niveau an medizinischer Versorgung aufrecht zu erhalten, aber sie schafften es doch. Eine Säuglingsschwester schaffte es sogar, einer in den Wehen liegenden Frau eine Bluttransfusion zu geben, obgleich es wegen der Hitze Stunden länger dauerte.

Nach der 2. Nacht im Freien konnte Father Rick alle überzeugen wieder in das Haus zurück zu kehren. Er erklärte ihnen, dass auch er im Hospital lebe und dass er es in einem Notfalle nicht verlassen würde, bis alle anderen draußen und sicher wären. Er erklärte, dass er Zelte haben errichten lassen, die man im Falle eines neuerlichen Erdbebens sofort nützen könne. An diesem Tage waren italienische Techniker gekommen und haben sich wieder einmal des Hauses angenommen. Sie schlugen außen einigen Zement ab und prüften die Stärke der Träger. Die bauliche Struktur des Krankenhauses ist gesund. Als sie dies hörten, glaubten die Patienten ihm und an ihn und gingen wieder hinein.

Die ersten Prothesen sind eingetroffen

Gestern sahen wir im Kay St. Germaine zu unserer grossen Freude ein kleines Wunder. Der 10-jährigen Leel Ulysse war nach dem Beben der rechte Fuß amputiert worden. Gestern wurde sie mit einer Fußprothese ausgestattet. Die Prothese wurde von einem italienischen Techniker-Team hergestellt, das für eine Woche bei uns ist und einen Container voll mit modernster Ausrüstung mitgebracht hat, alles gestiftet. Weitere Teams werden kommen und dieses Material verwenden. Insgesamt konnten sie in 2 Tagen 10 Kindern Prothesen anpassen.

Die ersten Prothesen werden erwartet.

Die ersten Prothesen werden erwartet.

Mutterschaft und Neugeborenen-Station

Dort war es die letzten Tage ruhig, da es keine Nachbeben gegeben hatte. Für die Mütter ist es viel besser, drinnen aufgehoben zu sein, und wir sind froh dass sie wieder im Haus sind. Auf dieser Station wurden seit  Inbetriebnahme nach dem Beben 45 Säuglinge geboren worden. 2 gesunde Säuglinge kamen in der letzten Nacht zur Welt. Ein hübsches dickes Mädchen wurde vor 2 Tagen geboren und von den Eltern nach Alison, unserer wunderbaren Säuglingsschwester, benannt. Alison wird nun auch Patin fuer ihre kleine Namensvetterin. Männliche Zwillinge wurden heute Nacht dort eingeliefert, 2,5 bzw. 1,5 kg schwer.

Neugeborenes auf der Kinderstation in St.Damien.

Neugeborenes auf der Kinderstation in St.Damien.

Krankenhaus St.Damien

Das Krankenhaus ist nun schätzungsweise zu 90% in dem Zustand, in dem es vor dem Beben war. Es gibt 130 stationäre Kinder, sowie täglich 100 ambulante Patienten und 30 ambulante orthopädische Fälle. Alle erwachsenen postoperativen Fälle haben das Krankenhaus verlassen, von denen eine Hand voll draußen am Haupteingang in einem Zelt zur weiteren Behandlung verbleibt.

Seit unser St. Damien Krankenhaus nun als das orthopädische Zentrum Haitis betrachtet wird, kommen kontinuierlich Patienten, um Dienste wie die Amputationsrevision, Verbandswechsel oder Physiotherapie in Anspruch zu nehmen.

Die Arbeit im italienischen Chirurgie-Zelt wurde fuer den Moment eingestellt, da der Bedarf an chirurgischen Leistungen ein wenig zurückgegangen ist. Aber die Italiener haben ihre gesamte Ausstattung incl. eines EKG-Gerätes, Ultraschall und einem kompletten OP-Tisch mit allem Zubehör da gelassen. Das italienische Zivil-Militär wird bleiben und uns noch einige Monate lang helfen. Diese Woche errichteten sie ein Stützgerüst rund um die Kapelle, und sie helfen ebenfalls St. Luke bei der Lebensmittel-Verteilung.

Im Bereich der Patientenversorgung unterstützen sie uns mit Hubschrauber-Flügen von Patienten auf ihr Basisschiff, um dort besondere Scanning-Prozesse auszuführen.

Die beiden OP-Säle im St. Damien arbeiten weiter. Einer wird nur für orthopädische Operationen eingesetzt, der andere dient der allgemeinen Chirurgie, die von dem einheimischen, auf Kinderchirurgie spezialisierten Dr. Jeudy, wahrgenommen wird. Dr. Tom Green und sein orthopädisches Spezialistenteam aus Seattle reist morgen nach einem Monat Arbeit ab. In dieser Zeit führten sie mehr als 300 chirurgische Operationen aus (das Photo von heute zeigt einen gebrochenen Oberschenkel-Knochen).

Im Anschluss  an die Nachbeben der Stärke 4,7 am Sonntag und am Montag hat die Krankenhaus-Leitung einen Standard-Evakuierungsplan ausgearbeitet. Jede Abteilung hat nun ein genau bezeichnetes Zelt draußen für den Fall einer weiteren Räumung.

Ebenso wurden gegenüber dem Fußballplatz Zelte errichtet, die zur Unterbringung von Kindern und Erwachsenen dienen, die von weiter her kommen, um ihre Überprüfungen oder Verbandswechsel vornehmen zu lassen. Ebenso wurden Duschen und Waschräume fertig gestellt.

Die Personalabteilung hat ein Team eingestellt, das den Angestellten dabei hilft, mit mentalen Schäden bei Patienten durch psychologischen Betreuung fertig zu werden.

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Was Familie in der Fastenzeit bedeutet

Liebe Freunde

Die Fastenzeit wird als schwere Zeit verstanden. Die Dunkelheit des Winters, die Erkenntnis von Sünde und persönlichen Versagens, die Suche nach Buße und Selbstdisziplin. Dies findet statt, in der die tägliche Sonnenscheindauer zunimmt bis hin zum vollen Licht des Frühlings. Welches das reiche Symbol des Sieges des Lichtes in der Wiederauferstehung ist.

Wir haben die Leichname von Mikhael, Delourdes und Ronald Ferdinand (die Geschwister des ehemaligen Heimbewohners und jetzigen NPFS Mitarbeiters Joseph) gefunden. Sie ruhen gegenwärtig in unserer Krankenhauskapelle und werden heute in St. Helene begraben. Dies waren sehr gefühlsbeladene Tage für uns, insbesondere für Joseph und seinen älteren Bruder Dodo. Während der Messe gestern war die Kirche voll mit aelteren „Hermanos“, weinend und tröstend. Sie zeigten, dass die Familienbande, die wir versuchten einzuflößen, Realität sind, und klar sichtbar werden, wenn es darauf ankommt. Wir standen vor ihren leblosen Körpern, ohne Worte, mit nichts als uns selbst gegenseitig und unserem Glauben, unserer Hoffnung und unserer Liebe. Diese heilen wirklich und geben neuen Mut. Ihre Wahrhaftigkeit und in die Tiefe gehende Dynamik sind erstaunlich anzusehen. Father Wasson’s  Intuitionen und Instinkte hinsichtlich der Fähigkeit einer Gemeinschaft eine Familie zu bilden, waren richtig.

Gottesdienst auf dem eingestürtzten Father Wassen Center

Gottesdienst auf dem eingestürtzten Father Wassen Center

Vier von unseren größeren „Hermanos“ wurden gestern bei verschiedenen Vorfällen verhaftet, 2 von der haitianischen Polizei während einer kleinen Ausgabe von Reis. Die Polizei beschuldigte sie, diesen Reis gestohlen zu haben, und die übliche krumme Tour nahm ihren Verlauf. Sie wurden erst freigelassen, nach dem die Polizisten den meisten Reis für sich abgezweigt hatten.

Zwei weitere wurden durch das US-Militär festgesetzt, als der Bus, in dem sie sich als Fahrgäste befanden, ein anderes Fahrzeug rammte. Wir können immer noch nicht verstehen, warum sie als Täter ausgewählt wurden. Einer wurde mit Handschellen gefesselt und geschlagen.

Ich erwähne dies, weil die beiden Jugendlichen bis dahin klare Vorstellungen von Recht und Unrecht hatten, von Ehrlichkeit und Korruption und wie man damit umgeht. Anstelle den Vorschlägen anderer zu folgen, die Vorfälle über das Radio zu veröffentlichen, kamen sie zu „Papa“ (also zu mir), wie sie sagten, um darüber zu sprechen und sich damit auseinander zu setzen.

Ich bewundere ihre Ausgeglichenheit und ihre Ablehnung, sich unfair behandeln zu lassen.  Es gab eine lange Diskussion darüber, wie man vorgehen solle. Und es führte ebenso zu einer ausgiebigen Erörterung der Wichtigkeit, solche Ereignisse nicht für sich zu behalten. Mit anderen Worten, es geht darum, dass Opfer häufig dem Gefühl unterliegen, dass sie es aus irgendeinem Grunde verdient hätten, was ihnen geschah. Ich fand es gut, dass sie zu mir  kamen, um sich Hilfe dahingehend zu holen, wie man mit der Angelegenheit umgehen solle und wie man sich mit ihr auseinander zu setzen habe.

Gottesdienst auf dem eingestürtzten Father Wassen Center

Gottesdienst auf dem eingestürtzten Father Wassen Center

Der dritte Vorfall war ebenso bemerkenswert. Eine junge Frau wurde mit Wehen in unser Krankenhaus gebracht. Ihr Vater, ihre Mutter und ihr Mann waren im Erdbeben umgekommen, und nun wollte sie das Baby nicht mehr bekommen. Fortwährend weinte sie und schrie zu ihrem Ungeborenen „Komm nicht raus, bleib wo du bist, es kein Platz da für dich. Es gibt für niemanden einen Platz.“

Sie kämpfte buchstäblich gegen die Niederkunft. Die Hebamme, eine Freiwillige aus Italien, versuchte ihr zu helfen. Anstatt während der Kontraktionen zu drücken, zog sie tief Luft ein und vermied so Pressung im Unterleib, und forderte die Umstehenden auf, sie alleine zu lassen, bettelnd, dass das Baby nicht in eine solche Welt entlassen werden solle.

Die italienischen Hebammen weinten und beschworen die Mutter, dass das Leben etwas Gutes sei. Sie beschworen die Mutter, ihr Kind anzusehen und willkommen zu heißen. Sie waren nicht nur Geburtshelferinnen für das Baby, sondern auch für die Seele der Mutter. Nachdem sie 12 Stunden den Wehen widerstanden hatte, kam dann das kleine Baby, und es gab eine Mutter mit einem neuen, aber weit entfernten Leuchten in ihren Augen.

Es lässt mich schaudern.

Lasst uns Gott danken, für die Kraft, die uns Familie während der Fastenzeit verleiht, und für die kraftvolle Wahrheit, dass sogar ohne Blutsbande oder kulturelle Bande jeder für seinen Nächsten Familie sein kann.

Fr. Rick Frechette

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Hilfe für Haiti – Transporte, die Leben retten

Rail Cargo Austria (RCA) organisiert Hilfstransporte von Europa nach Haiti. Das Unternehmen 3M und Hilfsorganisationen UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V. und Human Plus stellen die lebensnotwendigen Güter zur Verfügung

Wien (OTS) – Das Erdbeben vom 12. Januar 2010 hat mit Haiti eines der ärmsten Länder der Welt getroffen. Neben der schwachen Wirtschaft litt das Land auch unter einer instabilen politischen Lage mit zahlreichen Unruhen. Es gibt bereits 220.000 Tote, 250.000 Verletzte, insgesamt sind drei Millionen Menschen von den Auswirkungen des Bebens betroffen. In Haiti stehen Helfer vor einer Katastrophe bislang unbekannten Ausmaßes, da eine ganze Region zerstört worden ist. Der Wiederaufbau von zerstörten Straßen, Krankenhäusern, der Wasser- und Hygiene-Versorgung wird nach Expertenschätzungen noch Jahre dauern. “Die Katastrophe war nicht nur Mitte Jänner, sie war gestern, ist heute und wird morgen sein” erklärt Karl Pumper – Projektleiter dieses Hilfsprojektes von der ÖBB-Infrastruktur AG in Bezug auf die immer geringer werdende Spendenbereitschaft und Medienpräsenz.

Besonders schwierig wird die Situation ab April. Wenn die Regenzeit einsetzt, sind Zelte und Sanitäranlagen lebensnotwendig. “Haiti ist besonders jetzt auf unsere Hilfe angewiesen. Es fehlt an medizinischer Ausrüstung, Zelten und Kinderbekleidung. In unserem Kinderkrankenhaus St. Damien wird täglich operiert – viele Babys kommen zu früh zur Welt. Als Hilfsorganisation sind wir auf die Unterstützung und das Know how von Unternehmen wie Rail Cargo Austria (RCA) und 3M angewiesen”, erklärt Wolfgang Martinek von der Hilfsorganisation “Unsere kleinen Brüder und Schwestern”, die seit 22 Jahren in Haiti tätig sind.

AmCham Austria

Die Amerikanische Handelskammer in Österreich hat angesichts dieser menschlichen Tragödie am 28. Jänner 2010 einen Spendenaufruf an ihre Mitgliedsfirmen versandt. Schnell entwickelte sich AmCham Austria zur Drehscheibe zwischen Hilfsorganisationen und Spendern. Gemeinsame Netzwerke konnten rasch und effizient genutzt werden, um direkt zwischen Hilfsanfragen und Hilfsangeboten zu vermitteln.

Allen voran konnten die RCA und 3M als großzügige Warenspender sowie für die Übernahme der gesamten Transport- und Logistikkosten gewonnen werden. Nur durch gute soziale Verbindungen war es möglich dieses Projekt rasch und effizient zu realisieren. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung vor Ort wurden die beiden Hilfsorganisationen “Unsere kleinen Brüder und Schwestern” und “Human Plus” als Partner ausgewählt, die einen großen Teil der Warenspenden gesammelt und koordiniert haben sowie die Feinverteilung vor Ort übernehmen. “Das Hauptkriterium für den Erfolg, war die gute Kooperation aller beteiligten Unternehmen, Organisationen und Personen. Sie haben ihr Wissen und ihre Kampagnen gebündelt, um durch ein abgestimmtes Leistungsangebot diese Hilfsaktion gemeinsam so rasch und dynamisch durchzuführen.” erklärte Daniela Tröster von der Amerikanischen Handelskammer in Österreich.

RCA – Transport-Hilfe aus Österreich

Es fehlen tonnenweise Hilfsgüter wie beispielsweise Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medikamente, Decken und Zelte. RCA hat sich nach Anfrage bereit erklärt, rasch und kostenlos Containertransporte dieser dringend benötigten Hilfsgüter aus Deutschland, der Schweiz und Österreich zu übernehmen. “Trotz der katastrophalen Infrastruktur-, Logistik- und Transportsituation in Haiti hat es RCA binnen kürzester Zeit geschafft, eine Transportkette von Wien nach Haiti zu knüpfen.
“Ich hoffe, dass wir damit einen Beitrag zur Linderung der Not in Haiti leisten”, erklärte RCA-Vorstandsdirektor Ferdinand Schmidt bei der feierlichen Verabschiedung der Hilfsgüter aus dem Hafen Freudenau.

Die Ermittlung der optimalen Transportroute und die Abwicklung der Transporte übernahm die RCA-Tochter Express-Interfracht. Die Anforderungen waren enorm – so änderten sich fast täglich die Ansprechpartner, Häfen wurden wieder geschlossen, Hubschrauber zurückgezogen, Lkw Transporte genehmigt, dann wieder storniert. Express-Interfracht musste sehr flexibel auf die permanenten Veränderungen im Rahmen der Feinverteilung vor Ort reagieren. Unter den insgesamt 62 Tonnen mit einem Warenwert von rund einer Million Euro sind Produkte wie Babynahrung, Zelte, Decken, Textilien, Plastikplanen, Rollstühle, Nexcare Pflaster, Wundauflagen und Soforthilfe-Sets, 3M Operationsmasken, -mäntel und sterile Abdeckungen, 3M Feinstaubmasken sowie diverse Produkte für den schulischen Bedarf. Das Unternehmen Wiencont Management spendet zudem einen 20ft Container, der in Haiti als Lager verwendet wird.

3M hilft Erdbebenopfern rasch und unbürokratisch

Der weltweit tätige, amerikanische Multi-Technologiekonzern 3M hat insgesamt schon Sachspenden im Wert von über 1 Mio. Dollar nach Haiti gesendet. Auch die MitarbeiterInnen haben weit über 100.000 Dollar gesammelt, die von der 3M Foundation verdoppelt wurden. 3M Österreich unterstützt die Erdbebenopfer von Haiti zusätzlich mit Sachspenden im Gesamtwert von über 35.000 Euro. Bei der Verabschiedung im Freudenauer Hafen fasste Felix Thun-Hohenstein, Managing Director von 3M in Österreich und der Schweiz zusammen: “3M achtet darauf, durch Partnerschaftensicherzustellen, dass die Spenden ihr Ziel erreichen und sinnvoll eingesetzt werden. Wir freuen uns daher, auch in Österreich gute Partner gefunden zu haben, die dies garantieren.”
Die Spenden werden mit Hilfe der Kooperationspartner AmCham und RCA dem Kinderhilfswerk “Unsere kleinen Brüder und Schwestern” übergeben, die bereits seit 1988 in Haiti humanitäre Hilfe leisten. Die Hilfsgüter werden deren Kinderkrankenhaus, Therapie- und Rehabilitationseinrichtungen sowie deren Kinderdorf mit angeschlossener Schule zugutekommen.

Transportkette Wien-Haiti

  • Abholung der Hilfsgüter aus Schweiz, Italien, Deutschland und Österreich nach Wien (Wien Freudenau)
  • Bahntransport Wien – Hamburg
  • Verschiffung Hamburg – Caucedo (Dom. Rep / Containerhafen Rio Haina)
  • Transitzollbehandlung und Umschlag in Caucedo durch ein lokales Logistikunternehmen im RCA-Auftrag
  • Teilweise Weiterleitung an Distributionspunkte lokaler Hilfsorganisationen in der Dom. Republik
  • Teilweise Weiterleitung nach Port-au-Prince, wo ein Helikopterteam die Feinverteilung übernimmt
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Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 3

Fortsetzung von Teil 2:

Dr.  Peter Tinnemann nahm an UN-Treffen teil. Dadurch entstand auch die Zusammenarbeit mit einem US Krankenhausschiff. Auch Medikamente konnten beschafft werden. Die größten Organisationen kamen bei diesen Treffen zusammen, ebenso viele freiwillige Helfer. Es wurde gemeinsam eine Infrastruktur erstellt.

Das notdürftige UN-Hauptquatier von dem aus die Hilfe in Haiti koordiniert wird.

Das notdürftige UN-Hauptquatier von dem aus die Hilfe in Haiti koordiniert wird.

Unterkünfte der UN-Soldaten

Unterkünfte der UN-Soldaten

Die UN hatte den größten Teil ihrer Lagerzentren verloren und eine nicht unerhebliche Anzahl an Mitarbeitern.

Senator Edwards hat in seinem Privatflieger mehrere Patienten in die USA ausgeflogen.

Senator Edwards besuchte Haiti und flog Verletzte mit seinem Privatflieger in die USA aus.

Senator Edwards besuchte Haiti und flog Verletzte mit seinem Privatflieger in die USA aus.

Die Auswirkungen, die das Erdbeben auf die zivile Infrastruktur hat, sind mit keinem anderen Beben in der Vergangenheit vergleichbar. Das Erdbeben war sehr stark. Die Häuser in Haiti waren absolut nicht erdbebensicher gebaut, es war eine sehr kostengünstige Bauweise aus einer Mischung aus wenig Zement und viel Sand – eine unkontrollierte Bauweise. Im Gegensatz dazu ist unser Krankenhaus sehr stabil konstruiert.

In der Stadt waren viele Straßen gesperrt, die Menschen übernachteten auf den Straßen aus Angst vor Nachbeben.

Aus Angst vor weiteren Nachbeben übernachten die Menschen auf der Straße.

Aus Angst vor weiteren Nachbeben übernachten die Menschen auf der Straße.

Aus Angst vor weiteren Nachbeben übernachten die Menschen auf der Straße.

Aus Angst vor weiteren Nachbeben übernachten die Menschen auf der Straße.

Man musste mit ihnen sprechen und die Nachbeben erklären. Dr. Peter Tinnemann hat ein Nachbeben miterlebt – innerhalb von drei Minuten war das gesamte Krankenhaus evakuiert.

Innerhalb einer Woche entstanden die Zeltstädte, die ersten waren nicht organisiert. Es gab kein Wasser, keine Nahrungsmittel, keine Toiletten, Exkremente liegen überall. Durchfallerkrankungen werden stark befürchtet mit Einsetzen der Regenzeit. Es gab jeden Tag ein UN Meeting zur Gesundheit und eines zur sanitären Versorgung.

Eine typische Zeltstadt in Port-au-Prince.

Eine typische Zeltstadt in Port-au-Prince.

Eine typische Notunterkunft in einer der Zeltstädte.

Eine typische Notunterkunft in einer der Zeltstädte.

Es gibt auch Camps mit mehreren 10.000 Menschen. Die Menschen wollen nicht aus der Stadt ausquartiert werden.

Ein Blick auf eine Zeltstadt in der Nähe des St. Damien Krankenhauses.

Ein Blick auf eine Zeltstadt in der Nähe des St. Damien Krankenhauses.

Als Dr. Petter Tinnemann den Eindruck hatte, dass das St. Damien Krankenhaus gut funktioniert, zog er gemeinsam mit den Mitarbeitern des St. Luke Programms in die Camps, um die Menschen dort zu versorgen. Sie waren „ein Funken der Hoffnung“, versorgten die Verletzten und gaben ihnen Wasser. Die Menschen erkundigten sich nach den Straßenschulen. Es gab kein Chaos bei der Versorgung, die Menschen standen alle ordentlich in der Schlange.

IIn einer Zeltstadt weißt ein Schild auf des Zelt des lokalen Polizisten hin.

In einer Zeltstadt weißt ein Schild auf des Zelt des lokalen Polizisten hin.

In den Slums frisieren sich die Frauen

In den Slums frisieren sich die Frauen

Dr. Peter Tinnemann war auch in Léogane. Léogane war am nächsten am Epizentrum des Erdbebens dran. 90% der Stadt sind zerstört. Viele Menschen haben die Städte verlassen und sind aufs Land gezogen. Sie sind damit aus dem Blickfeld der Hilfeleistungen geraten. Die Ressourcen sind nicht gleich verteilt. Die ländlichen Gegenden sind extrem arm, teilweise nicht landwirtschaftlich zu bebauen.

Zerstörte Gebäude

Zerstörte Gebäude

Ein Schild weißt auf benötigte Hilfe hin.

Ein Schild weißt auf benötigte Hilfe hin.

Es ist sehr staubig in der Stadt, es herrscht eine große Luftverschmutzung – Atemwegsinfektionen und Lungenentzündungen werden befürchtet.

Die haitianische Regierung ist nicht arbeitsfähig – sie hat Mitarbeiter, Gebäude und Akten verloren. Sie ist selbst geschockt. Sie macht im Moment nicht viel für die Bevölkerung, sondern braucht Hilfe von außerhalb.
Die Haitianer hoffen, dass die internationale Gemeinschaft ihnen hilft. Die ganze Welt weiß von Haiti. Es gibt viele clevere Leute dort, sie sind bereit harte körperliche Arbeit zu leisten. In Haiti ist ein Neuanfang laut Dr. Peter Tinnemann sehr viel versprechend.

Ein findiger Händler in den Slums bietet eine Handy-Ladestation an.

Ein findiger Händler in den Slums bietet eine Handy-Ladestation an.

Haiti hat kein Militär. Tinnemann kann Kritik am US Militär nicht nachvollziehen:

“Es war notwendig, dass sie den Flughafen übernahmen.”

Dr. Peter Tinnmemann ist zum Ende seines Einsatz mit dem von der Bild-Aktion “Ein Herz für Kinder” gesponserten Hubschrauber in die Dominikanische Republik ausgeflogen worden. Von dort trat er den Rückflug nach Deutschland an.

Dr. Peter Tinnemann auf dem Rückweg nach Deutschland

Dr. Peter Tinnemann auf dem Rückweg nach Deutschland

Die Organisation UNSERE KLEINEN BDÜRDER UND SCHWESTERN hat laut Dr. Peter Tinnemann einen ganz anderen Zugang zu den Menschen in Haiti als andere Organisationen:

“Sie sind hautnah dran, auch an den ärmsten Gegenden.”

Dr. Peter Tinnemann war beeindruckt und überwältigt von der Unterstützung vor Ort und von der Medienpräsenz in Haiti. Doch als er nach Deutschland zurückkam, war Haiti aus der Medienlandschaft fast schon verschwunden. Als der Alltag im Krankenhaus einkehrte, waren auch die Medien weg.

Dr. Peter Tinnemann plant im März wieder nach Haiti zu reisen.

“Es gibt noch so viel zu tun.”

Dr. Peter Tinnemann schaut nach einem kleinen Patienten.

Dr. Peter Tinnemann schaut nach einem kleinen Patienten.

Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 2
Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 1

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Konto 12 000
Sozialbank Karlsruhe,
BLZ 660 205 00

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