Von Pater Richard Frechette erreichte uns eine weitere Email mit einer Aktualisierung seines Berichts über den Stand in Haiti. Er berichtet in der zweiten Email über unsere Produktions- und Ausbildungsstätten “Francisville” in Haiti. ‘UPDATE zu: Pater Richard über den Stand der Haiti-Hilfe nach sechs Monaten’ weiterlesen
Archiv für das 'Pater Richard Frechette'-tag
Pater Richard Frechette – unser Nationaldirektor in Haiti – sendete uns am 20. Juli eine Zusammenfassung der aktuellen Hilfe in Haiti per Email. Sechs Monate nach dem Erdbeben ist die Arbeit noch deutlich umfangreicher als bereits schon vor dem Erdbeben geworden. Viele neue Projekte wurden gestartet: ein Krematorium, eine neue Container-Stadt für heimatlose Kinder, das Kinder-Programm “Engel des Lichts”, acht neue Straßenschulen wurden eingerichtet, alle anderen 23 Straßenschulen sind wieder in Betrieb, ein Programm für Prothesen und Rehabilitation wurde gestartet, eine Krankenstation in St. Luke, neue Kinder im Kinderdorf, Verteilung von Wasser, Essen, Kleidung und Zelten in den Zeltstädten und Verbesserung des Krebs-Programms im Kinderkrankenhaus St. Damien.
‘Pater Richard über den Stand der Haiti-Hilfe nach sechs Monaten’ weiterlesen
Großer Moment für den kleinen Philbert: Er überreichte dem Kirchenoberhaupt bei einer Audienz im Vatikan einen Rosenkranz. Begleitet wurde er von Pater Richard Frechette, Leiter des Kinderhilfswerks “Unsere kleinen Brüder und Schwestern” in Haiti. ‘Kind aus Haiti beim Papst’ weiterlesen
UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN hilft den Menschen in Haiti seit 22 Jahren. Nach dem Erdbeben am 12. Januar konnte UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN schnell, unkompliziert und umfangreich helfen. Die sehr gute Infrastruktur, die die Organsiation in den über 20 Jahren ihrer Hilfe in Haiti aufgebaut hat, blieb in wesentlichen Teilen funktionsfähig. In den letzten Monaten wurde die Hilfe weiter ausgebaut. Neue Projekte für den Wiederaufbau sind in Planung. ‘Haiti – Hilfe für ein geschundenes Land seit 22 Jahren’ weiterlesen
Wenn die Sonne hinter dem Kinderkrankenhaus St. Damien und den Hügeln von Kenscoff untergeht, nehmen wir die alltäglichen Aufgaben mit Freude an und sind dankbar dafür, in der Lage zu sein, aus der heraus wir anderen helfen können. Nach Sonnenuntergang beginnt es, wie jeden Abend in der letzten Zeit, zu regnen. Wir werden wieder an jene erinnert, die außerhalb der Mauern des Kinderkrankenhauses leiden. Das einzige, was wir tun können, ist, sich an den alltäglichen Arbeiten und Erfolgen zu erfreuen. Wohlwissend das unsere Arbeit gleichzeitig nichts ist und dass sie alles ist. ‘Haiti – drei Monate nach dem Erdbeben’ weiterlesen
Liebe Freunde
Die Fastenzeit wird als schwere Zeit verstanden. Die Dunkelheit des Winters, die Erkenntnis von Sünde und persönlichen Versagens, die Suche nach Buße und Selbstdisziplin. Dies findet statt, in der die tägliche Sonnenscheindauer zunimmt bis hin zum vollen Licht des Frühlings. Welches das reiche Symbol des Sieges des Lichtes in der Wiederauferstehung ist.
Wir haben die Leichname von Mikhael, Delourdes und Ronald Ferdinand (die Geschwister des ehemaligen Heimbewohners und jetzigen NPFS Mitarbeiters Joseph) gefunden. Sie ruhen gegenwärtig in unserer Krankenhauskapelle und werden heute in St. Helene begraben. Dies waren sehr gefühlsbeladene Tage für uns, insbesondere für Joseph und seinen älteren Bruder Dodo. Während der Messe gestern war die Kirche voll mit aelteren „Hermanos“, weinend und tröstend. Sie zeigten, dass die Familienbande, die wir versuchten einzuflößen, Realität sind, und klar sichtbar werden, wenn es darauf ankommt. Wir standen vor ihren leblosen Körpern, ohne Worte, mit nichts als uns selbst gegenseitig und unserem Glauben, unserer Hoffnung und unserer Liebe. Diese heilen wirklich und geben neuen Mut. Ihre Wahrhaftigkeit und in die Tiefe gehende Dynamik sind erstaunlich anzusehen. Father Wasson’s Intuitionen und Instinkte hinsichtlich der Fähigkeit einer Gemeinschaft eine Familie zu bilden, waren richtig.
Vier von unseren größeren „Hermanos“ wurden gestern bei verschiedenen Vorfällen verhaftet, 2 von der haitianischen Polizei während einer kleinen Ausgabe von Reis. Die Polizei beschuldigte sie, diesen Reis gestohlen zu haben, und die übliche krumme Tour nahm ihren Verlauf. Sie wurden erst freigelassen, nach dem die Polizisten den meisten Reis für sich abgezweigt hatten.
Zwei weitere wurden durch das US-Militär festgesetzt, als der Bus, in dem sie sich als Fahrgäste befanden, ein anderes Fahrzeug rammte. Wir können immer noch nicht verstehen, warum sie als Täter ausgewählt wurden. Einer wurde mit Handschellen gefesselt und geschlagen.
Ich erwähne dies, weil die beiden Jugendlichen bis dahin klare Vorstellungen von Recht und Unrecht hatten, von Ehrlichkeit und Korruption und wie man damit umgeht. Anstelle den Vorschlägen anderer zu folgen, die Vorfälle über das Radio zu veröffentlichen, kamen sie zu „Papa“ (also zu mir), wie sie sagten, um darüber zu sprechen und sich damit auseinander zu setzen.
Ich bewundere ihre Ausgeglichenheit und ihre Ablehnung, sich unfair behandeln zu lassen. Es gab eine lange Diskussion darüber, wie man vorgehen solle. Und es führte ebenso zu einer ausgiebigen Erörterung der Wichtigkeit, solche Ereignisse nicht für sich zu behalten. Mit anderen Worten, es geht darum, dass Opfer häufig dem Gefühl unterliegen, dass sie es aus irgendeinem Grunde verdient hätten, was ihnen geschah. Ich fand es gut, dass sie zu mir kamen, um sich Hilfe dahingehend zu holen, wie man mit der Angelegenheit umgehen solle und wie man sich mit ihr auseinander zu setzen habe.
Der dritte Vorfall war ebenso bemerkenswert. Eine junge Frau wurde mit Wehen in unser Krankenhaus gebracht. Ihr Vater, ihre Mutter und ihr Mann waren im Erdbeben umgekommen, und nun wollte sie das Baby nicht mehr bekommen. Fortwährend weinte sie und schrie zu ihrem Ungeborenen „Komm nicht raus, bleib wo du bist, es kein Platz da für dich. Es gibt für niemanden einen Platz.“
Sie kämpfte buchstäblich gegen die Niederkunft. Die Hebamme, eine Freiwillige aus Italien, versuchte ihr zu helfen. Anstatt während der Kontraktionen zu drücken, zog sie tief Luft ein und vermied so Pressung im Unterleib, und forderte die Umstehenden auf, sie alleine zu lassen, bettelnd, dass das Baby nicht in eine solche Welt entlassen werden solle.
Die italienischen Hebammen weinten und beschworen die Mutter, dass das Leben etwas Gutes sei. Sie beschworen die Mutter, ihr Kind anzusehen und willkommen zu heißen. Sie waren nicht nur Geburtshelferinnen für das Baby, sondern auch für die Seele der Mutter. Nachdem sie 12 Stunden den Wehen widerstanden hatte, kam dann das kleine Baby, und es gab eine Mutter mit einem neuen, aber weit entfernten Leuchten in ihren Augen.
Es lässt mich schaudern.
Lasst uns Gott danken, für die Kraft, die uns Familie während der Fastenzeit verleiht, und für die kraftvolle Wahrheit, dass sogar ohne Blutsbande oder kulturelle Bande jeder für seinen Nächsten Familie sein kann.
Fr. Rick Frechette
St. Lukas Nachbarschafts-Programm
Das St. Lukas Nachbarschaftsprogramm verfolgt vier Schwerpunkte: Bildung für Kinder aus den Slums, würdige Beerdigung für Verstorbene, medizinische Betreuung und die Versorgung der Slums mit Nahrungsmitteln und sauberem Wasser.
Straßenschulen
In den Slums der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince haben Pater Richard Frechette und ehemalige Heimkinder 18 Straßenschulen errichtet. Hier erhalten die Kinder Unterricht, bekommen eine warme Mahlzeit und werden medizinisch versorgt. Insgesamt profitieren mehr als 5.300 haitianische Kinder und Jugendliche von diesem Programm.
Würdige Beerdigung
Täglich fordert die Armut in Haiti viele Menschenleben. Viele werden in Massengräbern verscharrt oder einfach auf der Straße liegen gelassen. Wöchentlich holt Pater Frechette 150 bis 200 Leichen aus der Leichenhalle ab und beerdigt die Toten würdevoll.
St. Lukas Gesundheitszentren
Um den ärmsten der Armen direkte medizinische Versorgung zu gewähren, werden über das St. Lukas Nachbarschaftsprogramm zwei Gesundheitszentren in den Slums von Port-au-Prince betrieben. Außerdem führt das St. Luke Gesundheits-Team regelmäßige Sprechstunden und Notfallbehandlungen an verschiedenen Orten in den Slums durch.
Neu wurde in diesem Jahr ein Zentrum für die medizinische Versorgung von werdenden Müttern eingerichtet.
Versorgung der Slums
Täglich werden knapp 80.000 Liter Wasser durch Tanklastwagen angeliefert. Somit erhalten mehr als 2.500 Familien Zugang zu sauberem Wasser.
Folgen des Erdbebens
Alle Programme der Nachbarschaftshilfe werden so bald wie möglich wieder aufgenommen und auch wieder aufgebaut werden. Das Ausmaß der Zerstörungen ist hier noch nicht abzusehen.
Die Mitarbeiter des St. Lukas Nachbarschaftsprogramms leisten auch direkte Nothilfe nach dem Erdbeben, darunter Bergung von Verschütteten, Beerdigung von Toten, Ausgabe von Trinkwasser und Essen. Außerdem helfen sie beim Betrieb des Krankenhauses maßgeblich mit.
Spenden an:
UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V.
Konto 12 000
Sozialbank Karlsruhe,
BLZ 660 205 00
oder
Neufassung von „We are the world“ soll beim Wiederaufbau in Haiti helfen
Port-au-Prince/Karlsruhe. Der Schauspieler Sean Penn und Oskar-Preisträger Paul Haggis besuchten Ende Januar Haiti, um sich ein Bild von den Zerstörungen durch das Erdbeben zu machen. Bei dieser Gelegenheit brachten die beiden Hollywoodgrößen Gehhilfen für die vielen amputierten Menschen mit. Bei Pater Richard Frechette, dem nationalen Direktor des Kinderhilfswerks „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“, informierten sie sich über den weiteren Bedarf der Menschen vor Ort.
Heute Abend wird im Rahmen der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Vancouver über NBC die Weltpremiere einer Neufassung des Benefizsongs „We are the World“ ausgestrahlt. Zahlreiche Künstler hatten sich zusammengefunden, um eine moderne Version des Songs unter dem Titel „We are the world 25 for Haiti“ zu erstellen. Regisseur und Drehbuchautor Paul Haggis hatte die Aufnahmen gefilmt und mit Szenen aus Haiti ein Begleitvideo erstellt. Nach der Weltpremiere können die Fans sowohl den Song, als auch das Video per Internet downloaden und eine Spende tätigen. Die Erlöse sind für die haitianische Erdbebenhilfe und den Wiederaufbau in Haiti bestimmt.
Nach den vielen Amputationen in den letzten Wochen erreicht jetzt eine zweite Welle von Hilfsbedürftigen das Krankenhaus St. Damien. Viele Menschen benötigen Nachbehandlungen ihrer Wunden und Amputationen. Gleichzeitig kommen viele Obdachlose auf der Suche nach einer Unterkunft in das Krankenhaus.
Der Nationaldirektor von UNSERE KLEINENBRÜDER UND SCHWESTERN in Haiti Pater Richard Frechette berichtet in einem Fernsehinterview von der aktuellen Situation:
Viele Menschen sind Obdachlos. Sie suchen nach einer Bleibe. Im Park vor dem Gebäude sieht man nun viele verwundete Eltern, die ihre verwundeten Kinder im Arm halten. [...] Für diese Menschen wird das Leben im ohnehin schon schwierigen Haiti noch härter. Hilfe für Behinderte wie wir sie gewohnt sind, gibt es nicht.
Neben der Hilfe im Krankenhaus werden Beerdingungen der Toten durchgeführt. Leichen werden in den Straßen abgeholt und traditionell haitianisch beerdigt.
Weiterhin dringend benötigt werden Zelte zur Unterbringung kleiner Familien und große Zelte, um weitere Kinder im Kinderheim aufnehmen zu können.
Bitte unterstützen Sie die Menschen in Haiti weiterhin mit Spenden
UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V.
Konto 12 000
Sozialbank Karlsruhe,
BLZ 660 205 00
oder
Das gesamte Interview mit Pater Richard Frechette können Sie hier anschauen:
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Der 8-jährige Luke und seine 6-jährige Schwester Violetta waren ausser sich vor Freude, im Tagescamp einzutreffen. Diese 6 Stunden Aufenthalt am Tag geben ihnen Gelegenheit aus ihrer Behelfsunterkunft heraus zu kommen, weg aus dem zerstörten Viertel, wo sie leben. Es liegt nur 5 Straßenzüge entfernt vom St. Damien Kinderkrankenhaus entfernt. Genannt wird es “Das Viertel in der Nähe der amerikanischen Botschaft”. Es ist eines von insgesamt 4 Vierteln, die von unserem Team betreut werden.
Die Kinder werden um 7.oo Uhr morgens abgeholt und um 15.00 Uhr zurück gebracht. Ältere Mitbrüder oder Jugendliche, die in unserem Heim in Haiti aufwuchsen, organisieren Aktivitäten und bereiten Essen für die Kinder. Sie werden vom Programmleiter Alfonso Leon und dem Sozialarbeiter Philippe beaufsichtigt und angeleitet.
Heute stand auf dem Tagesplan Singen, ein Segen von Pater Rick, Karaoke, Fußball, Seilspringen, gespielte Sketche und eine Lese-Stunde.
Kurz nachdem die 86 Kinder ankamen, aßen sie frische Weizenbrötchen aus unserer Bäckerei in Francisville mit Erdnussbutter und einem Glas Milch. Zum Mittag gab es Reis, Bohnen, Würstchen, Blattsalat, Tomaten und Maissalat.
Luke erklärte uns, dass seine Familie seit dem Beben wenig zu essen habe. Violetta sagte, dass es ihr im Tagescamp gefällt und dass sie jeden Tag kommen möchte. Gegenwärtig haben die Kinder der einzelnen Viertel aber nur im Rotationsverfahren Zugang zum Camp.
Über 30 ältere „Pequenos“ (spanisch für Brüder) sind der Schlüssel, um aus diesem Vorhaben einen Erfolg zu machen. Nachdem sie selbst viele persönliche Verluste erleiden mussten, haben sie die innere Kraft, diesen Kindern beizustehen und für sie eine besondere Atmosphäre zu schaffen. Es ist wahrhaftig ein Zeugnis für Wassons Philosophie des Teilens und praktizierter Wohltätigkeit.
Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende an:
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