UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN hilft den Menschen in Haiti seit 22 Jahren. Nach dem Erdbeben am 12. Januar konnte UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN schnell, unkompliziert und umfangreich helfen. Die sehr gute Infrastruktur, die die Organsiation in den über 20 Jahren ihrer Hilfe in Haiti aufgebaut hat, blieb in wesentlichen Teilen funktionsfähig. In den letzten Monaten wurde die Hilfe weiter ausgebaut. Neue Projekte für den Wiederaufbau sind in Planung. ‘Haiti – Hilfe für ein geschundenes Land seit 22 Jahren’ weiterlesen
Archiv für das 'Krankenhaus'-tag
Wenn die Sonne hinter dem Kinderkrankenhaus St. Damien und den Hügeln von Kenscoff untergeht, nehmen wir die alltäglichen Aufgaben mit Freude an und sind dankbar dafür, in der Lage zu sein, aus der heraus wir anderen helfen können. Nach Sonnenuntergang beginnt es, wie jeden Abend in der letzten Zeit, zu regnen. Wir werden wieder an jene erinnert, die außerhalb der Mauern des Kinderkrankenhauses leiden. Das einzige, was wir tun können, ist, sich an den alltäglichen Arbeiten und Erfolgen zu erfreuen. Wohlwissend das unsere Arbeit gleichzeitig nichts ist und dass sie alles ist. ‘Haiti – drei Monate nach dem Erdbeben’ weiterlesen
Bereits wenige Tage nach dem Erdbeben in Haiti konnte die Diakonie Katastrophenhilfe in Stuttgart als Partner für eine direkte und unbürokratische Hilfe in Haiti gewonnen werden. Die Zusammenarbeit zwischen UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN e.V. und der Diakonie Katastrophenhilfe war von Beginn an kooperativ und unbürokratisch. Die schnelle und nachhaltige Hilfe im Krisengebiet stand für beide Partner absolut im Vordergrund. ‘Hilfe für Haiti – Transporte, die Leben retten und den Wiederaufbau unterstützen’ weiterlesen
Haiti: Hoffnung inmitten von Trauer und Zerstörung
Vortragsveranstaltung im Pfarrzentrum St. Martin
Am 12. Januar bebte in Haiti die Erde. Bei dem Erdbeben der Stärke 7,0 kamen mehr als 220.000 Menschen ums Leben, viele Todesopfer liegen bis heute unter den Trümmern ihrer eingestürzten Häuser. Derzeit leben rund 1.000.000 Menschen in provisorischen Zeltlagern unter katastrophalen sanitären und hygienischen Bedingungen. Die bevorstehende Regenzeit birgt die Gefahr einer Ausbreitung von Seuchen, die zu weiteren Todesopfer führen kann. Am 22. April 2010 findet im Pfarrzentrum St. Martin in Landshut der Vortrag „Haiti – Hoffnung inmitten von Trauer und Zerstörung“ statt. ‘Haiti – Infoveranstaltung – Landshut’ weiterlesen
Im Kinderkrankenhaus Saint Damien von Nuestros Pequenos Hermanos (NPH) trafen Demi Moore, Susan Sarandon, Ben Stiller, Olivia Wilde und Paul Haggis den Direktor von NPH Haiti, Pater Rick, und boten ihre Hilfe an. ‘Hollywood-Stars besuchen die Helfer des Erdbebens in Haiti’ weiterlesen
Port-au-Prince, 26. Februar 2010 – Wenn man heute durch Port-au-Prince fährt, erfreut es das Herz, wenn man die kleinen Zeichen der Verbesserung sieht: Männer haben große Mengen Müll in den Straßen eingesammelt, Gräben wurden gezogen bzw. gereinigt und in hellgelbe USAID-Shirts gekleidete Leute waren emsig damit beschäftigt, den Schutt wegzuräumen. Diese traumatisierte Stadt aus bröckelnden Häusern und Zeltsiedlungen kehrt zur Normalität zurück. Die Märkte sind offen, und ein Strom von Händlern und Anbietern verkauft Gemüse, Haushaltswaren, Hähnchen… Ein neuer Geschäftszweig scheint sich aufgetan zu haben, um den wachsenden Bedarf der Leute zur Errichtung von Zelten zu decken: Faustdicke Äste werden an den Ecken verkauft, und die Menschen werkeln inmitten der Zeltstädte an der Errichtung neuer Unterkünfte. Diese neuen Heime bestehen aus Ästen, an denen man Decken und Zeltplanen befestigt, um Wände und Dächer zu haben.
Als wir unser letztes update schrieben, gab es Patienten, die außerhalb des Krankenhauses im Innenhof untergebracht worden waren. Für unser medizinisches Personal war es schwierig ein hohes Niveau an medizinischer Versorgung aufrecht zu erhalten, aber sie schafften es doch. Eine Säuglingsschwester schaffte es sogar, einer in den Wehen liegenden Frau eine Bluttransfusion zu geben, obgleich es wegen der Hitze Stunden länger dauerte.
Nach der 2. Nacht im Freien konnte Father Rick alle überzeugen wieder in das Haus zurück zu kehren. Er erklärte ihnen, dass auch er im Hospital lebe und dass er es in einem Notfalle nicht verlassen würde, bis alle anderen draußen und sicher wären. Er erklärte, dass er Zelte haben errichten lassen, die man im Falle eines neuerlichen Erdbebens sofort nützen könne. An diesem Tage waren italienische Techniker gekommen und haben sich wieder einmal des Hauses angenommen. Sie schlugen außen einigen Zement ab und prüften die Stärke der Träger. Die bauliche Struktur des Krankenhauses ist gesund. Als sie dies hörten, glaubten die Patienten ihm und an ihn und gingen wieder hinein.
Die ersten Prothesen sind eingetroffen
Gestern sahen wir im Kay St. Germaine zu unserer grossen Freude ein kleines Wunder. Der 10-jährigen Leel Ulysse war nach dem Beben der rechte Fuß amputiert worden. Gestern wurde sie mit einer Fußprothese ausgestattet. Die Prothese wurde von einem italienischen Techniker-Team hergestellt, das für eine Woche bei uns ist und einen Container voll mit modernster Ausrüstung mitgebracht hat, alles gestiftet. Weitere Teams werden kommen und dieses Material verwenden. Insgesamt konnten sie in 2 Tagen 10 Kindern Prothesen anpassen.
Mutterschaft und Neugeborenen-Station
Dort war es die letzten Tage ruhig, da es keine Nachbeben gegeben hatte. Für die Mütter ist es viel besser, drinnen aufgehoben zu sein, und wir sind froh dass sie wieder im Haus sind. Auf dieser Station wurden seit Inbetriebnahme nach dem Beben 45 Säuglinge geboren worden. 2 gesunde Säuglinge kamen in der letzten Nacht zur Welt. Ein hübsches dickes Mädchen wurde vor 2 Tagen geboren und von den Eltern nach Alison, unserer wunderbaren Säuglingsschwester, benannt. Alison wird nun auch Patin fuer ihre kleine Namensvetterin. Männliche Zwillinge wurden heute Nacht dort eingeliefert, 2,5 bzw. 1,5 kg schwer.
Krankenhaus St.Damien
Das Krankenhaus ist nun schätzungsweise zu 90% in dem Zustand, in dem es vor dem Beben war. Es gibt 130 stationäre Kinder, sowie täglich 100 ambulante Patienten und 30 ambulante orthopädische Fälle. Alle erwachsenen postoperativen Fälle haben das Krankenhaus verlassen, von denen eine Hand voll draußen am Haupteingang in einem Zelt zur weiteren Behandlung verbleibt.
Seit unser St. Damien Krankenhaus nun als das orthopädische Zentrum Haitis betrachtet wird, kommen kontinuierlich Patienten, um Dienste wie die Amputationsrevision, Verbandswechsel oder Physiotherapie in Anspruch zu nehmen.
Die Arbeit im italienischen Chirurgie-Zelt wurde fuer den Moment eingestellt, da der Bedarf an chirurgischen Leistungen ein wenig zurückgegangen ist. Aber die Italiener haben ihre gesamte Ausstattung incl. eines EKG-Gerätes, Ultraschall und einem kompletten OP-Tisch mit allem Zubehör da gelassen. Das italienische Zivil-Militär wird bleiben und uns noch einige Monate lang helfen. Diese Woche errichteten sie ein Stützgerüst rund um die Kapelle, und sie helfen ebenfalls St. Luke bei der Lebensmittel-Verteilung.
Im Bereich der Patientenversorgung unterstützen sie uns mit Hubschrauber-Flügen von Patienten auf ihr Basisschiff, um dort besondere Scanning-Prozesse auszuführen.
Die beiden OP-Säle im St. Damien arbeiten weiter. Einer wird nur für orthopädische Operationen eingesetzt, der andere dient der allgemeinen Chirurgie, die von dem einheimischen, auf Kinderchirurgie spezialisierten Dr. Jeudy, wahrgenommen wird. Dr. Tom Green und sein orthopädisches Spezialistenteam aus Seattle reist morgen nach einem Monat Arbeit ab. In dieser Zeit führten sie mehr als 300 chirurgische Operationen aus (das Photo von heute zeigt einen gebrochenen Oberschenkel-Knochen).
Im Anschluss an die Nachbeben der Stärke 4,7 am Sonntag und am Montag hat die Krankenhaus-Leitung einen Standard-Evakuierungsplan ausgearbeitet. Jede Abteilung hat nun ein genau bezeichnetes Zelt draußen für den Fall einer weiteren Räumung.
Ebenso wurden gegenüber dem Fußballplatz Zelte errichtet, die zur Unterbringung von Kindern und Erwachsenen dienen, die von weiter her kommen, um ihre Überprüfungen oder Verbandswechsel vornehmen zu lassen. Ebenso wurden Duschen und Waschräume fertig gestellt.
Die Personalabteilung hat ein Team eingestellt, das den Angestellten dabei hilft, mit mentalen Schäden bei Patienten durch psychologischen Betreuung fertig zu werden.
Das pädagogische Betreuungsprogramm „Engel des Lichts“ betreut Kinder aus drei Zeltstädten in einem rotierenden System. Verschiedene Teams von „Hermanos Mayores“ (so werden die ehemaligen Bewohner unserer Kinderdörfer genannt) besuchen zehn weitere Camps. Sobald Zelte und Versorgungspakete ankommen, werden sie an unsere „Hermanos Mayores“ verteilt. Insgesamt werden rund 1.500 Kinder von den Teams des Programms betreut. Die Kinder erhalten Frühstück und Mittagessen, ein Teil des Essens und der Milch sind Spenden aus der Dominikanischen Republik. Die zum Kinderdorf gehörende St.Francisville Bäckerei versorgt das „Angels of Light“-Programm täglich mit 4.000 Brötchen. Ab der zweiten Märzwoche wird ein ehemaliger Koch von unserem Kinderdorf zukünftig für die Kinder in den Zeltstädten Mahlzeiten kochen. Unser Ziel ist es, täglich 2.000 Kinder durch diese Maßnahmen versorgen zu können.
Die „Freunde der Erziehungskunst“ aus Karlsruhe haben unsere „Hermanos Mayores“ drei Tage lang in Sachen Traumabewältigung geschult und sie bei ihren Aktivitäten mit den Kindern vor Ort unterstützt.
Unser Kinderkrankenhaus St. Damien wurde um eine Krankenstation für erwachsene Erdbebenopfer erweitert. Das Geld (577.000 USD) wurde von der USAID (United States Agency For International Developement) gespendet. Unser Krankenhaus wird seit dem Erdbeben vor knapp einem Monat nun als das orthopädische Zentrum Haitis betrachtet.
Rail Cargo Austria (RCA) organisiert Hilfstransporte von Europa nach Haiti. Das Unternehmen 3M und Hilfsorganisationen UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V. und Human Plus stellen die lebensnotwendigen Güter zur Verfügung
Wien (OTS) – Das Erdbeben vom 12. Januar 2010 hat mit Haiti eines der ärmsten Länder der Welt getroffen. Neben der schwachen Wirtschaft litt das Land auch unter einer instabilen politischen Lage mit zahlreichen Unruhen. Es gibt bereits 220.000 Tote, 250.000 Verletzte, insgesamt sind drei Millionen Menschen von den Auswirkungen des Bebens betroffen. In Haiti stehen Helfer vor einer Katastrophe bislang unbekannten Ausmaßes, da eine ganze Region zerstört worden ist. Der Wiederaufbau von zerstörten Straßen, Krankenhäusern, der Wasser- und Hygiene-Versorgung wird nach Expertenschätzungen noch Jahre dauern. “Die Katastrophe war nicht nur Mitte Jänner, sie war gestern, ist heute und wird morgen sein” erklärt Karl Pumper – Projektleiter dieses Hilfsprojektes von der ÖBB-Infrastruktur AG in Bezug auf die immer geringer werdende Spendenbereitschaft und Medienpräsenz.
Besonders schwierig wird die Situation ab April. Wenn die Regenzeit einsetzt, sind Zelte und Sanitäranlagen lebensnotwendig. “Haiti ist besonders jetzt auf unsere Hilfe angewiesen. Es fehlt an medizinischer Ausrüstung, Zelten und Kinderbekleidung. In unserem Kinderkrankenhaus St. Damien wird täglich operiert – viele Babys kommen zu früh zur Welt. Als Hilfsorganisation sind wir auf die Unterstützung und das Know how von Unternehmen wie Rail Cargo Austria (RCA) und 3M angewiesen”, erklärt Wolfgang Martinek von der Hilfsorganisation “Unsere kleinen Brüder und Schwestern”, die seit 22 Jahren in Haiti tätig sind.
AmCham Austria
Die Amerikanische Handelskammer in Österreich hat angesichts dieser menschlichen Tragödie am 28. Jänner 2010 einen Spendenaufruf an ihre Mitgliedsfirmen versandt. Schnell entwickelte sich AmCham Austria zur Drehscheibe zwischen Hilfsorganisationen und Spendern. Gemeinsame Netzwerke konnten rasch und effizient genutzt werden, um direkt zwischen Hilfsanfragen und Hilfsangeboten zu vermitteln.
Allen voran konnten die RCA und 3M als großzügige Warenspender sowie für die Übernahme der gesamten Transport- und Logistikkosten gewonnen werden. Nur durch gute soziale Verbindungen war es möglich dieses Projekt rasch und effizient zu realisieren. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung vor Ort wurden die beiden Hilfsorganisationen “Unsere kleinen Brüder und Schwestern” und “Human Plus” als Partner ausgewählt, die einen großen Teil der Warenspenden gesammelt und koordiniert haben sowie die Feinverteilung vor Ort übernehmen. “Das Hauptkriterium für den Erfolg, war die gute Kooperation aller beteiligten Unternehmen, Organisationen und Personen. Sie haben ihr Wissen und ihre Kampagnen gebündelt, um durch ein abgestimmtes Leistungsangebot diese Hilfsaktion gemeinsam so rasch und dynamisch durchzuführen.” erklärte Daniela Tröster von der Amerikanischen Handelskammer in Österreich.
RCA – Transport-Hilfe aus Österreich
Es fehlen tonnenweise Hilfsgüter wie beispielsweise Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medikamente, Decken und Zelte. RCA hat sich nach Anfrage bereit erklärt, rasch und kostenlos Containertransporte dieser dringend benötigten Hilfsgüter aus Deutschland, der Schweiz und Österreich zu übernehmen. “Trotz der katastrophalen Infrastruktur-, Logistik- und Transportsituation in Haiti hat es RCA binnen kürzester Zeit geschafft, eine Transportkette von Wien nach Haiti zu knüpfen.
“Ich hoffe, dass wir damit einen Beitrag zur Linderung der Not in Haiti leisten”, erklärte RCA-Vorstandsdirektor Ferdinand Schmidt bei der feierlichen Verabschiedung der Hilfsgüter aus dem Hafen Freudenau.
Die Ermittlung der optimalen Transportroute und die Abwicklung der Transporte übernahm die RCA-Tochter Express-Interfracht. Die Anforderungen waren enorm – so änderten sich fast täglich die Ansprechpartner, Häfen wurden wieder geschlossen, Hubschrauber zurückgezogen, Lkw Transporte genehmigt, dann wieder storniert. Express-Interfracht musste sehr flexibel auf die permanenten Veränderungen im Rahmen der Feinverteilung vor Ort reagieren. Unter den insgesamt 62 Tonnen mit einem Warenwert von rund einer Million Euro sind Produkte wie Babynahrung, Zelte, Decken, Textilien, Plastikplanen, Rollstühle, Nexcare Pflaster, Wundauflagen und Soforthilfe-Sets, 3M Operationsmasken, -mäntel und sterile Abdeckungen, 3M Feinstaubmasken sowie diverse Produkte für den schulischen Bedarf. Das Unternehmen Wiencont Management spendet zudem einen 20ft Container, der in Haiti als Lager verwendet wird.
3M hilft Erdbebenopfern rasch und unbürokratisch
Der weltweit tätige, amerikanische Multi-Technologiekonzern 3M hat insgesamt schon Sachspenden im Wert von über 1 Mio. Dollar nach Haiti gesendet. Auch die MitarbeiterInnen haben weit über 100.000 Dollar gesammelt, die von der 3M Foundation verdoppelt wurden. 3M Österreich unterstützt die Erdbebenopfer von Haiti zusätzlich mit Sachspenden im Gesamtwert von über 35.000 Euro. Bei der Verabschiedung im Freudenauer Hafen fasste Felix Thun-Hohenstein, Managing Director von 3M in Österreich und der Schweiz zusammen: “3M achtet darauf, durch Partnerschaftensicherzustellen, dass die Spenden ihr Ziel erreichen und sinnvoll eingesetzt werden. Wir freuen uns daher, auch in Österreich gute Partner gefunden zu haben, die dies garantieren.”
Die Spenden werden mit Hilfe der Kooperationspartner AmCham und RCA dem Kinderhilfswerk “Unsere kleinen Brüder und Schwestern” übergeben, die bereits seit 1988 in Haiti humanitäre Hilfe leisten. Die Hilfsgüter werden deren Kinderkrankenhaus, Therapie- und Rehabilitationseinrichtungen sowie deren Kinderdorf mit angeschlossener Schule zugutekommen.
Transportkette Wien-Haiti
- Abholung der Hilfsgüter aus Schweiz, Italien, Deutschland und Österreich nach Wien (Wien Freudenau)
- Bahntransport Wien – Hamburg
- Verschiffung Hamburg – Caucedo (Dom. Rep / Containerhafen Rio Haina)
- Transitzollbehandlung und Umschlag in Caucedo durch ein lokales Logistikunternehmen im RCA-Auftrag
- Teilweise Weiterleitung an Distributionspunkte lokaler Hilfsorganisationen in der Dom. Republik
- Teilweise Weiterleitung nach Port-au-Prince, wo ein Helikopterteam die Feinverteilung übernimmt
Dr. Peter Tinnemann nahm an UN-Treffen teil. Dadurch entstand auch die Zusammenarbeit mit einem US Krankenhausschiff. Auch Medikamente konnten beschafft werden. Die größten Organisationen kamen bei diesen Treffen zusammen, ebenso viele freiwillige Helfer. Es wurde gemeinsam eine Infrastruktur erstellt.
Die UN hatte den größten Teil ihrer Lagerzentren verloren und eine nicht unerhebliche Anzahl an Mitarbeitern.
Senator Edwards hat in seinem Privatflieger mehrere Patienten in die USA ausgeflogen.
Die Auswirkungen, die das Erdbeben auf die zivile Infrastruktur hat, sind mit keinem anderen Beben in der Vergangenheit vergleichbar. Das Erdbeben war sehr stark. Die Häuser in Haiti waren absolut nicht erdbebensicher gebaut, es war eine sehr kostengünstige Bauweise aus einer Mischung aus wenig Zement und viel Sand – eine unkontrollierte Bauweise. Im Gegensatz dazu ist unser Krankenhaus sehr stabil konstruiert.
In der Stadt waren viele Straßen gesperrt, die Menschen übernachteten auf den Straßen aus Angst vor Nachbeben.
Man musste mit ihnen sprechen und die Nachbeben erklären. Dr. Peter Tinnemann hat ein Nachbeben miterlebt – innerhalb von drei Minuten war das gesamte Krankenhaus evakuiert.
Innerhalb einer Woche entstanden die Zeltstädte, die ersten waren nicht organisiert. Es gab kein Wasser, keine Nahrungsmittel, keine Toiletten, Exkremente liegen überall. Durchfallerkrankungen werden stark befürchtet mit Einsetzen der Regenzeit. Es gab jeden Tag ein UN Meeting zur Gesundheit und eines zur sanitären Versorgung.
Es gibt auch Camps mit mehreren 10.000 Menschen. Die Menschen wollen nicht aus der Stadt ausquartiert werden.
Als Dr. Petter Tinnemann den Eindruck hatte, dass das St. Damien Krankenhaus gut funktioniert, zog er gemeinsam mit den Mitarbeitern des St. Luke Programms in die Camps, um die Menschen dort zu versorgen. Sie waren „ein Funken der Hoffnung“, versorgten die Verletzten und gaben ihnen Wasser. Die Menschen erkundigten sich nach den Straßenschulen. Es gab kein Chaos bei der Versorgung, die Menschen standen alle ordentlich in der Schlange.
Dr. Peter Tinnemann war auch in Léogane. Léogane war am nächsten am Epizentrum des Erdbebens dran. 90% der Stadt sind zerstört. Viele Menschen haben die Städte verlassen und sind aufs Land gezogen. Sie sind damit aus dem Blickfeld der Hilfeleistungen geraten. Die Ressourcen sind nicht gleich verteilt. Die ländlichen Gegenden sind extrem arm, teilweise nicht landwirtschaftlich zu bebauen.
Es ist sehr staubig in der Stadt, es herrscht eine große Luftverschmutzung – Atemwegsinfektionen und Lungenentzündungen werden befürchtet.
Die haitianische Regierung ist nicht arbeitsfähig – sie hat Mitarbeiter, Gebäude und Akten verloren. Sie ist selbst geschockt. Sie macht im Moment nicht viel für die Bevölkerung, sondern braucht Hilfe von außerhalb.
Die Haitianer hoffen, dass die internationale Gemeinschaft ihnen hilft. Die ganze Welt weiß von Haiti. Es gibt viele clevere Leute dort, sie sind bereit harte körperliche Arbeit zu leisten. In Haiti ist ein Neuanfang laut Dr. Peter Tinnemann sehr viel versprechend.
Haiti hat kein Militär. Tinnemann kann Kritik am US Militär nicht nachvollziehen:
“Es war notwendig, dass sie den Flughafen übernahmen.”
Dr. Peter Tinnmemann ist zum Ende seines Einsatz mit dem von der Bild-Aktion “Ein Herz für Kinder” gesponserten Hubschrauber in die Dominikanische Republik ausgeflogen worden. Von dort trat er den Rückflug nach Deutschland an.
Die Organisation UNSERE KLEINEN BDÜRDER UND SCHWESTERN hat laut Dr. Peter Tinnemann einen ganz anderen Zugang zu den Menschen in Haiti als andere Organisationen:
“Sie sind hautnah dran, auch an den ärmsten Gegenden.”
Dr. Peter Tinnemann war beeindruckt und überwältigt von der Unterstützung vor Ort und von der Medienpräsenz in Haiti. Doch als er nach Deutschland zurückkam, war Haiti aus der Medienlandschaft fast schon verschwunden. Als der Alltag im Krankenhaus einkehrte, waren auch die Medien weg.
Dr. Peter Tinnemann plant im März wieder nach Haiti zu reisen.
“Es gibt noch so viel zu tun.”
Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 2
Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 1
Spenden an:
UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V.
Konto 12 000
Sozialbank Karlsruhe,
BLZ 660 205 00
oder
Nicht nur die Schwerverletzten mussten versorgt werden, sondern auch alle anderen Menschen auf dem Krankenhausgelände. Es wurde täglich Essen für alle vorbereitet und ausgegeben. Ein italienischer Bäcker backte jeden Tag Pizzabrot für alle. Laut Dr. Peter Tinnemann verlief die Essenausgabe stets ganz zivilisiert.
Sowohl Patienten als auch Angestellte hatten Angst das Gebäude zu betreten. Dr. Peter Tinnemann sagte, das Krankenhaus war gespenstisch leer, die Betten verlassen, Essen und Medikamente lagen herum. Die Schwestern hatten sich im Freien kleine Stationen eingerichtet. Die Patienten wurden später ganz sensibel daran gewöhnt sich dem Gebäude wieder zu nähern. Anfangs wurden sie nur auf dem Flur untergebracht und dann nach einigen Tagen nach und nach ins Gebäude verlegt.
Dr. Peter Tinnemann schlief nachts auf einer Matratze auf dem Dach des Krankenhauses. Es war sehr kalt.
Nach drei Tagen wurde das erste Kind im Krankenhaus geboren.
Langsam kehrten immer mehr Mitarbeiter zurück, Apotheker, Krankenschwestern, sowie das Reinigungspersonal. Es wurde sehr auf Hygiene geachtet.
Neben dem Krankenhaus befanden sich zwei Zelte der UN, in denen Kinder untergebracht wurden, die jemand aus den Trümmern der Krankenhauses in der Stadt gerettet und ins St. Damien gebracht hatte. Die Kinderabteilung dieses Krankenhauses war nach dem Erdbeben komplett kollabiert. Schwestern kümmerten sich Tag und Nacht um diese Kinder. Viele waren geistig und körperlich behindert. Gena und ihr Team nahmen sich der Kindern an und beschützten sie vor überstürzten Adoptionen.
St. Damien war das einzige funktionierende Kinderkrankenhaus in ganz Port-au-Prince, woraufhin Dr. Peter Tinnemann auch anderen Organisationen anbot, verletzte Kinder zu uns zu bringen. „Ärzte Ohne Grenzen“ brachte täglich etwa 10 Kinder. Auch die Angehörigen der Patienten erhielten einen Schlafplatz im St.Damien.
Patienten mit Bauch- oder Brustverletzungen hatten keine Überlebenschancen. Die meisten Patienten im Krankenhaus hatten Verletzungen an den Extremitäten, Weichteilverletzungen, Knochenbrüche, Kopfverletzungen, Wirbelsäulenverletzungen und Gesichtsverletzungen.
Glücklicherweise bestand die Blutbank noch und versorgte das Krankenhaus mit Blutkonserven.
Ein mobiles OP-Team aus der Dominikanischen Republik, bestehend aus sechs Chirurgen, kam ins St. Damien Krankenhaus. Sie hatten sich ganz schnell organisiert und waren bereit die Gipse für die Verletzten herzustellen und anzulegen. Auch einer der bekanntesten Ärzte der Dominikanischen Republik war unter ihnen. Die italienische Hilfsorganisation „Protezione Civile“ baute in Zelten mobile OPs auf. Sie hatten auch ein mobiles Röntgengerät dabei, das sehr hilfreich war. Auch zahlreiche Ärzteteams aus den USA kamen. Dr. Peter Tinnemann lobte das Engagement der ausländischen Helfer. Es gab ausreichend Mediziner, jedoch einen Mangel an Pflegepersonal.
Nach 10 Tagen kamen immer noch Patienten, die nur notdürftig versorgt worden waren und suchten im St. Damien Krankenhaus Hilfe.
Das St.Damien Krankenhaus verfügt über drei Brunnen, so dass alle Menschen mit Wasser versorgt werden konnten. Es konnte sogar Wasser außerhalb des Krankenhauses verteilt werden.
Nach ein paar Tagen kamen Sozialarbeiter und boten den Menschen psycho-soziale Unterstützung. Die Menschen hatten das Bedürfnis ihre Geschichten zu erzählen, sie mussten ihr Leid verarbeiten.
Dr. Peter Tinnemann sorgte langsam für Ordnung auf dem Krankenhausgelände. Er war nach eigenen Angaben die meiste Zeit am Telefon und hat wenig am Patienten gearbeitet. Tinnemanns Aufgabe war es auch die Ärzteteams zu organisieren und die Ausstattung zu koordinieren. Die Kommunikation wurde besser. Tinnemann und eine amerikanische Kollegin dienten als Bindeglied zwischen den einheimischen Mitarbeitern und den ausländischen Helfern.
Regelmäßig kamen Transporte mit Ausrüstung und Medikamenten aus der Dominikanischen Republik an. Dr. Peter Tinnemann berichtete, dass es keine großen Probleme gab Transporter von der Dominikanischen Republik nach Haiti zu schicken – Dank der guten Zusammenarbeit und dem Bekanntheitsgrad von NPFS.
Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 3
Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 1
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