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Archiv für das 'Kenscoff'-tag

Nou la (Wir sind noch da)

Aktueller Bericht aus St. Helene in Kenscoff

Die typisch haitianische Antwort auf die Frage nach dem Befinden zeigt die Haltung der Kinder und Angestellten des St. Helene Waisenhauses: „Nou la – Wir sind noch da!“ ‘Nou la (Wir sind noch da)’ weiterlesen

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Pädagogische Betreuung für Kinder aus den Notlagern

Mitarbeiter versuchen Kindern aus Port-au-Prince wieder ein Stück Normalität zurückzugeben

Wenige Tage nach dem Erdbeben haben Mitarbeiter von „Unsere Kleinen Brüder und Schwestern“  aus dem St. Luke-Programm begonnen, mit Kindern aus den Notlagern zu arbeiten.

Wir besuchen vorwiegend die kleineren Notlager, die von den UN bislang nicht intensiv betreut werden.

Die Menschen können ihre Kinder an unsere Mitarbeiter übergeben. In Lastwagen und einem Bus werden diese – inzwischen mehr als 80 Kinder – auf ein Gelände beim Krankenhaus von „Unsere Kleinen Brüder und Schwestern“  gefahren. Dort erhalten sie zwei Mahlzeiten pro Tag. Mitarbeiter spielen und singen mit ihnen und sie erhalten etwas Schulunterricht. Die Kinder werden registriert und immer sind Eltern aus dem Notlager mit dabei. Am Ende des Tages bringen unsere Mitarbeiter die Kinder zurück zu ihren Eltern oder Verwandten. Unter den Kindern befinden sich auch Waisen, die momentan von Nachbarfamilien in den Notlagern betreut werden.

Bislang betreut das Team um den erfahrenen Leiter Alfonso León täglich über 80 Kinder und die Kapazitäten werden ständig ausgebaut.

Zum Betreuungsteam gehören inzwischen mehr als 30 Mitarbeiter im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Alle sind selbst in unserem Kinderdorf St. Hélène aufgewachsen. Die meisten von ihnen haben durch das Erdbeben schwere persönliche Verluste erlitten und dennoch haben sie die innere Stärke, sich für die Kinder aus den Notlagern einzusetzen und eine besondere Atmosphäre für sie zu schaffen.

Ziel der Pädagogischen Betreuung von „Unsere Kleinen Brüder und Schwestern“ ist es, die Kinder in eine friedvolle Umgebung zu bringen, heraus aus den horrenden Zuständen der Notlager. Wir geben ihrem Alltag wieder Struktur und ein Stück Normalität zurück.

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Unsere Einrichtungen in Kenscoff vor und nach dem Erdbeben

Einrichtungen in Kenscoff

Übersicht der Standorte unserer Einrichtungen in Haiti

Übersicht der Standorte unserer Einrichtungen in Haiti

“St. Helene”

Kinderheim, 350 Kinder, mit Mädchen- und Jungenhäusern, Krankenstation, Kindergarten, Schule, Kapelle „St. Philomène“ und einem Freiluft-versammlungsplatz.

“Kay Christine”

Das Zuhause unserer behinderten Kinder im Kinderheim, wo sie besondere Fürsorge und Therapie erhalten.

Grund- und Mittelschule

Die Grundschule- und Mittelschule dauert neun Jahre. Das Schuljahr ist in Trimester eingeteilt. Große Schulferien sind im Juli und August.

Zusätzlich zu unseren Kindern aus dem Heim besuchen auch 345 Kinder aus den umliegenden Dörfern unsere Grund- und Mittelschulen.

Folgen des Erdbebens:

Den 350 Kindern in unserem Kinderheim ist bei dem Erdbeben zum Glück nichts zugestoßen.

An den meisten Häusern im Kinderheim sind nur leichte Schäden durch das Erdbeben entstanden. Zwei Häuser wurden allerdings so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr bewohnbar sind. Die Kinder haben in der ersten Zeit nach dem Erdbeben als Vorsichtsmaßnahme in Zelten auf dem Sportplatz geschlafen. Lebensmittel- und Wasserlieferungen werden durch Hilfslieferungen aus dem Heim von „Unsere Kleinen Brüder und Schwestern“ in der Dominikanischen Republik organisiert.

Kurz nach dem Erdbeben haben wir 75 Kinder und Jugendliche aus unserem „St. John-Bosco-Programm“, die unser Heim bereits verlassen hatten und bei entfernten Verwandten wohnten, wieder im Kinderheim aufgenommen. Die Unterkünfte ihrer Familien sind komplett zerstört worden. Wir werden auch weitere Waisenkinder aufnehmen, die ihre Eltern bei dem Erdbeben verloren haben.

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Sternstunden unterstützt Erdbebenopfer mit 360.000 Euro

Hilfe soll den zahlreichen Waisenkinder zugute kommen

Der Sternstunden e.V. unterstützt Waisenkinder in Haiti, deren Eltern bei dem Erdbeben am 12. Januar 2010 ums Leben gekommen sind, mit einer Spende in Höhe von 360.000 Euro. Der gemeinnützige Verein vertraut die Summe dem Kinderhilfswerk „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“ an, das sich seit mehr als 20 Jahren in Haiti engagiert. Die Organisation unterhält ein Kinderdorf, Schulen, Straßenschulen, ein Krankenhaus sowie einige therapeutische Einrichtungen im Großraum Port-au-Prince. Das Geld soll dazu verwendet werden mindestens 200 Waisenkindern ein neues liebevolles Zuhause im Kinderdorf der Organisation „St. Helene“ zu schaffen.

Während des Erdbebens wurden große Teile der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince zerstört. Das Kinderdorf von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ liegt in Kenscoff, rund 40 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Die Gebäude wurden zwar beschädigt, konnten aber schon kurz nach dem Erdbeben von italienischen Sicherheitsexperten zum bewohnen freigegeben werden. Derzeit haben dort mehr als 420 Kinder und Jugendliche ein Zuhause. Im Notfall könnten bis zu 500 weitere Waisenkinder aufgenommen werden. Die Spende vom Sternstunden e.V. ermöglicht es, 200 Waisenkinder in die große Familie von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ zu integrieren. Dort erhalten sie psychologische Hilfe zur Bewältigung der Traumata und – viel wichtiger – sie sind wieder Teil einer großen Familie, die ihnen Schutz, Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.

Bereits kurz nach dem Erdbeben wurden 75 Kinder im Kinderdorf aufgenommen. 30 behinderte Kinder, die in den Trümmern des General Hospital in Port-au-Prince gefunden wurden, leben inzwischen in „Kay St. Germaine“, dem Rehabilitations- und Physiotherapiezentrum der Organisation.

Die Sozialarbeiter, so teilte der deutsche Arzt Peter Tinnemann gestern in einem Telefonat mit, arbeiteten bereits seit Tagen mit Hochdruck daran, Angehörige von Kindern zu finden, die alleine aufgefunden wurden. Der deutsche Arzt Peter Tinnemann ist seit zwei Wochen in Haiti, hat die Hilfsmaßnahmen der Organisation koordiniert und geholfen, im Krankenhaus „St. Damien“ Opfer des Erdbebens zu behandeln. Rund 40 Mitarbeiter von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ sind in den Straßen von Port-au-Prince unterwegs auf der Suche nach vermeintlichen Waisenkindern, um sie vorläufig in den Einrichtungen der Organisation aufzunehmen, so lange bis geklärt ist, ob es noch Angehörige gibt.

Rund 50 Prozent der Bevölkerung in Port-au-Prince sind Kinder. Erst in einigen Wochen oder Monaten wird sich herausstellen, wie viele Kinder durch das Erdbeben ihre Angehörigen verloren haben. „Die alleine aufgefundenen Kinder benötigen aber schon heute Schutz, Nahrung, Kleidung und vor allem viel Zuwendung. Die Spende von Sternstunden ermöglicht es uns, diejenigen aufzunehmen, die dauerhaft unseren Schutz benötigen“ sagt Heiko Seeger, Geschäftsführer des deutschen Förderbüros von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“

Seit der Gründung im Jahr 1993 setzt sich Sternstunden weltweit für Kinder und Jugendliche ein, die krank, behindert oder in Not geraten sind. Auch Sternstunden beschäftigt sich eingehend mit der kritischen Lage der Kinder und Jugendlichen im Krisengebiet. Die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks legt großen Wert darauf, dass auch in diesem Fall nachhaltig und langfristig zur Verbesserung der Situation der vom Erdbeben betroffenen Kinder und Jugendlichen beitragen werden kann. Daher unterstützt Sternstunden seriöse Einrichtungen, die bereits vor dem Erdbeben in Haiti tätig waren, beim Wiederauf- und ausbau der bereits in den letzten Jahren realisierten Kinderhilfsmaßnahmen.

TV-Beitrag des Bayrischen Rundfunks über das Kinderdorf in Kenscoff

Konto 12 000
Sozialbank Karlsruhe,
BLZ 660 205 00
Stichwort: Erdbeben Haiti

oder

www.MyGoodShop.org

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Email von Pater Richard Frechette CP; Nationaler Direktor Haiti

Liebe Freunde,

wir schätzen eure Anteilnahme, Gebete und Unterstützung sehr. Heute begannen die Arbeiter die Tonnen von Zement und Eisen abzubrechen und wegzufahren, die einmal unser Padre-Wasson-Zentrum in Petionville waren. Es ist für uns sehr wichtig, dass dieser Standort aufgeräumt  wird, um dann dort mit etwas Neuem beginnen zu können. Ich bewundere immer noch die Gruppen von 20 bis 30 Leuten, die ohne Unterlass gruben, bis sie Dr. Castro und Erin fanden sowie die Leichen von Molly und Ryan. Wir wissen noch nicht genau, was wir dort wieder aufbauen werden, aber sicher ist, dass wir dort ein zentrales Denkmal errichten, gewidmet Molly und Ryan sowie all unseren haitianischen Freunden und Mitarbeitern, die anderswo in dieser Tragödie starben.

Wir vermissen schätzungsweise ca. 20 % unseres einheimischen Mitarbeiterstabes.

Einige sind in die USA gereist, einige tot, und andere sind noch mit ihrer persönlichen Tragödie beschäftigt. Wir wissen noch nicht, wie viele gestorben sind; das wird noch einige Zeit brauchen. Wenn wir eine genauere Vorstellung davon haben, werden wir eine Gedenk-Zeremonie für sie abhalten und eine Webseite zu ihren Ehren einrichten. Wir haben schon viele Messen für sie gehalten.

Im Kinderdorf in Kenscoff lief alles gut. Busse mit unseren Kindern von St. Helene kamen zum Krankenhaus, damit sie eine Vorstellung von den Problemen bekommen, für die Leidenden und die Toten beten und auch verletzte Kinder besuchen konnten.

Die Situation im Krankenhaus hat sich beruhigt; wir sind jetzt besser organisiert mit einer neu aufgebauten Infrastruktur. Patienten, die wir zur chirurgischen Behandlung auf das Krankenhausschiff USS Comfort geschickt haben, werden wieder zurück kommen, um in unsereren Einrichtungen zu genesen. Wir nehmen auch Patienten aus dem öffentlichen Krankenhaus auf und haben uns auf rund 200 postoperative Patienten eingerichtet.

Medizinische Teams aus vielen Ländern tun alles was sie können und arbeiten hervorragend zusammen. Vier medizinsche Teams gehen täglich in die Armenviertel. Das im Slum Christ Roi tätige Team arbeitet in dem einzigen dort erhaltenen Gebäude.

Eines unserer Teams ging nach Leogane und Jacmel, um zu beurteilen, ob und wie wir dort helfen könnten. Alfonso Leon und seine Gruppe waren in der Stadt, wo Kinder sich auf den Straßen sammeln, und haben Essen und andere Hilfe angeboten. Sie haben auch begonnen, nach Waisen und anderen ungeschützten Kindern zu suchen. Wir haben mit  kostenloser Wasserausgabe mithilfe der beiden Tanklastwagen vom Hilfsprogramm St. Lukas und vom Kinderdorf St. Helene. Mit der Verteilung von Nahrungsmitteln beginnen wir morgen.

Gena Heraty und Norma Lopez bauen jetzt ein Team auf, das sich der Rehabilitierung der vielen Kinder und Erwachsenen widmen wird, die Arme und Beine verloren haben. Es ist ein bitter-süßes Gefühl durch unser Hospital zu gehen und so viele Kinder mit fehlenden Gliedmaßen zu sehen, die einem trotzdem ein großes Lächeln schenken.

Wir haben viele obdachlose Angestellte, die es vorziehen in einem Zelt zu leben statt auf unserem Gelände. Es ist wichtig dass sie ihre sozialen und familiären- Netzwerke am Leben erhalten. Wir hoffen ihnen in Zukunft kleine Behausungen geben zu können, die wir selbst in unserem Industriezentrum im Ausbildungs- und Werkstattzentrum St. Franziskus herstellen wollen.

Es gibt viele ehemalige Waisenkinder, die auch nicht wissen, wohin. Wir hoffen, in der Zwischenzeit Zelte für sie zu bekommen und Anlaufstellen zur Verpflegung einzurichten. Wir hoffen, ihnen eines Tages auch bei dem Wiederaufbau ihrer eigenen Unterkünfte helfen zu können.

Die Probleme sind überwältigend. Das Erdbeben wird bis weit in die Zukunft ernsthafte Auswirkungen auf Gesundheit, Erziehung, Familie, Leben, Beschäftigung und die gesellschaftliche Stabilität haben.

Bitte macht weiter mit euren wichtigen Gebeten und eurer Unterstützung für uns.

Nochmals Danke und Gott segne euch.

Pater Richard Frechette CP

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