Das Kinderkrankenhaus „St. Damien“ von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN war eines der wenigen Krankenhäuser, das nach dem Erdbeben unbeschädigt geblieben ist. Es zählt zu den modernsten medizinischen Einrichtungen in Haiti und gewährt auch mittellosen Patienten eine kostenlose Behandlung. Schon wenige Stunden nach dem Beben brachten Nothelfer die ersten Verletzten. ‘Haiti – Soforthilfe: medizinische Versorgung und seelsorgerischer Beistand’ weiterlesen
Archiv für das 'Katastrophenhilfe'-tag
Im Kampf gegen die Cholera hat das Kinderhilfswerk „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ einen Betrag von 90.000 Euro zur Verfügung gestellt. „Angesichts der Dramatik der Situation mit mehr als 1.000 Todesopfern und rund 20.000 Infizierten müssen wir unseren Ärzten finanziell den Rücken stärken“, sagt Heiko Seeger, Geschäftsführer von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“, Karlsruhe. In den Sanitätszelten der Organisation werden derzeit 45 der mehr als 600 registrierten Cholerapatienten aus Port-au-Prince behandelt. Neun Menschen sind inzwischen gestorben. Die UNO befürchtet eine starke Ausbreitung der Cholera auf bis zu 200.000 Menschen. Zur Eindämmung der Infektionskrankheit solle die internationale Staatengemeinschaft rund 120 Millionen Euro zur Verfügung stellen. ‘Haiti – 90.000 Euro Soforthilfe für die Bekämpfung der Cholera’ weiterlesen
Cholera-Epidemie in Haiti; Mitarbeiter helfen im St. Nicholas Krankenhaus, St. Marc; Hilfslieferungen werden bereitgestellt; eigene Krankenhäuser “St.Damien” und “St. Luc” werden für den Notfall vorbereitet ‘HAITI AKTUELL: Cholera-Epidemie – Mitarbeiter helfen vor Ort’ weiterlesen
Port-au-Prince, 26. Februar 2010 – Wenn man heute durch Port-au-Prince fährt, erfreut es das Herz, wenn man die kleinen Zeichen der Verbesserung sieht: Männer haben große Mengen Müll in den Straßen eingesammelt, Gräben wurden gezogen bzw. gereinigt und in hellgelbe USAID-Shirts gekleidete Leute waren emsig damit beschäftigt, den Schutt wegzuräumen. Diese traumatisierte Stadt aus bröckelnden Häusern und Zeltsiedlungen kehrt zur Normalität zurück. Die Märkte sind offen, und ein Strom von Händlern und Anbietern verkauft Gemüse, Haushaltswaren, Hähnchen… Ein neuer Geschäftszweig scheint sich aufgetan zu haben, um den wachsenden Bedarf der Leute zur Errichtung von Zelten zu decken: Faustdicke Äste werden an den Ecken verkauft, und die Menschen werkeln inmitten der Zeltstädte an der Errichtung neuer Unterkünfte. Diese neuen Heime bestehen aus Ästen, an denen man Decken und Zeltplanen befestigt, um Wände und Dächer zu haben.
Als wir unser letztes update schrieben, gab es Patienten, die außerhalb des Krankenhauses im Innenhof untergebracht worden waren. Für unser medizinisches Personal war es schwierig ein hohes Niveau an medizinischer Versorgung aufrecht zu erhalten, aber sie schafften es doch. Eine Säuglingsschwester schaffte es sogar, einer in den Wehen liegenden Frau eine Bluttransfusion zu geben, obgleich es wegen der Hitze Stunden länger dauerte.
Nach der 2. Nacht im Freien konnte Father Rick alle überzeugen wieder in das Haus zurück zu kehren. Er erklärte ihnen, dass auch er im Hospital lebe und dass er es in einem Notfalle nicht verlassen würde, bis alle anderen draußen und sicher wären. Er erklärte, dass er Zelte haben errichten lassen, die man im Falle eines neuerlichen Erdbebens sofort nützen könne. An diesem Tage waren italienische Techniker gekommen und haben sich wieder einmal des Hauses angenommen. Sie schlugen außen einigen Zement ab und prüften die Stärke der Träger. Die bauliche Struktur des Krankenhauses ist gesund. Als sie dies hörten, glaubten die Patienten ihm und an ihn und gingen wieder hinein.
Die ersten Prothesen sind eingetroffen
Gestern sahen wir im Kay St. Germaine zu unserer grossen Freude ein kleines Wunder. Der 10-jährigen Leel Ulysse war nach dem Beben der rechte Fuß amputiert worden. Gestern wurde sie mit einer Fußprothese ausgestattet. Die Prothese wurde von einem italienischen Techniker-Team hergestellt, das für eine Woche bei uns ist und einen Container voll mit modernster Ausrüstung mitgebracht hat, alles gestiftet. Weitere Teams werden kommen und dieses Material verwenden. Insgesamt konnten sie in 2 Tagen 10 Kindern Prothesen anpassen.
Mutterschaft und Neugeborenen-Station
Dort war es die letzten Tage ruhig, da es keine Nachbeben gegeben hatte. Für die Mütter ist es viel besser, drinnen aufgehoben zu sein, und wir sind froh dass sie wieder im Haus sind. Auf dieser Station wurden seit Inbetriebnahme nach dem Beben 45 Säuglinge geboren worden. 2 gesunde Säuglinge kamen in der letzten Nacht zur Welt. Ein hübsches dickes Mädchen wurde vor 2 Tagen geboren und von den Eltern nach Alison, unserer wunderbaren Säuglingsschwester, benannt. Alison wird nun auch Patin fuer ihre kleine Namensvetterin. Männliche Zwillinge wurden heute Nacht dort eingeliefert, 2,5 bzw. 1,5 kg schwer.
Krankenhaus St.Damien
Das Krankenhaus ist nun schätzungsweise zu 90% in dem Zustand, in dem es vor dem Beben war. Es gibt 130 stationäre Kinder, sowie täglich 100 ambulante Patienten und 30 ambulante orthopädische Fälle. Alle erwachsenen postoperativen Fälle haben das Krankenhaus verlassen, von denen eine Hand voll draußen am Haupteingang in einem Zelt zur weiteren Behandlung verbleibt.
Seit unser St. Damien Krankenhaus nun als das orthopädische Zentrum Haitis betrachtet wird, kommen kontinuierlich Patienten, um Dienste wie die Amputationsrevision, Verbandswechsel oder Physiotherapie in Anspruch zu nehmen.
Die Arbeit im italienischen Chirurgie-Zelt wurde fuer den Moment eingestellt, da der Bedarf an chirurgischen Leistungen ein wenig zurückgegangen ist. Aber die Italiener haben ihre gesamte Ausstattung incl. eines EKG-Gerätes, Ultraschall und einem kompletten OP-Tisch mit allem Zubehör da gelassen. Das italienische Zivil-Militär wird bleiben und uns noch einige Monate lang helfen. Diese Woche errichteten sie ein Stützgerüst rund um die Kapelle, und sie helfen ebenfalls St. Luke bei der Lebensmittel-Verteilung.
Im Bereich der Patientenversorgung unterstützen sie uns mit Hubschrauber-Flügen von Patienten auf ihr Basisschiff, um dort besondere Scanning-Prozesse auszuführen.
Die beiden OP-Säle im St. Damien arbeiten weiter. Einer wird nur für orthopädische Operationen eingesetzt, der andere dient der allgemeinen Chirurgie, die von dem einheimischen, auf Kinderchirurgie spezialisierten Dr. Jeudy, wahrgenommen wird. Dr. Tom Green und sein orthopädisches Spezialistenteam aus Seattle reist morgen nach einem Monat Arbeit ab. In dieser Zeit führten sie mehr als 300 chirurgische Operationen aus (das Photo von heute zeigt einen gebrochenen Oberschenkel-Knochen).
Im Anschluss an die Nachbeben der Stärke 4,7 am Sonntag und am Montag hat die Krankenhaus-Leitung einen Standard-Evakuierungsplan ausgearbeitet. Jede Abteilung hat nun ein genau bezeichnetes Zelt draußen für den Fall einer weiteren Räumung.
Ebenso wurden gegenüber dem Fußballplatz Zelte errichtet, die zur Unterbringung von Kindern und Erwachsenen dienen, die von weiter her kommen, um ihre Überprüfungen oder Verbandswechsel vornehmen zu lassen. Ebenso wurden Duschen und Waschräume fertig gestellt.
Die Personalabteilung hat ein Team eingestellt, das den Angestellten dabei hilft, mit mentalen Schäden bei Patienten durch psychologischen Betreuung fertig zu werden.
Dr. Peter Tinnemann nahm an UN-Treffen teil. Dadurch entstand auch die Zusammenarbeit mit einem US Krankenhausschiff. Auch Medikamente konnten beschafft werden. Die größten Organisationen kamen bei diesen Treffen zusammen, ebenso viele freiwillige Helfer. Es wurde gemeinsam eine Infrastruktur erstellt.
Die UN hatte den größten Teil ihrer Lagerzentren verloren und eine nicht unerhebliche Anzahl an Mitarbeitern.
Senator Edwards hat in seinem Privatflieger mehrere Patienten in die USA ausgeflogen.
Die Auswirkungen, die das Erdbeben auf die zivile Infrastruktur hat, sind mit keinem anderen Beben in der Vergangenheit vergleichbar. Das Erdbeben war sehr stark. Die Häuser in Haiti waren absolut nicht erdbebensicher gebaut, es war eine sehr kostengünstige Bauweise aus einer Mischung aus wenig Zement und viel Sand – eine unkontrollierte Bauweise. Im Gegensatz dazu ist unser Krankenhaus sehr stabil konstruiert.
In der Stadt waren viele Straßen gesperrt, die Menschen übernachteten auf den Straßen aus Angst vor Nachbeben.
Man musste mit ihnen sprechen und die Nachbeben erklären. Dr. Peter Tinnemann hat ein Nachbeben miterlebt – innerhalb von drei Minuten war das gesamte Krankenhaus evakuiert.
Innerhalb einer Woche entstanden die Zeltstädte, die ersten waren nicht organisiert. Es gab kein Wasser, keine Nahrungsmittel, keine Toiletten, Exkremente liegen überall. Durchfallerkrankungen werden stark befürchtet mit Einsetzen der Regenzeit. Es gab jeden Tag ein UN Meeting zur Gesundheit und eines zur sanitären Versorgung.
Es gibt auch Camps mit mehreren 10.000 Menschen. Die Menschen wollen nicht aus der Stadt ausquartiert werden.
Als Dr. Petter Tinnemann den Eindruck hatte, dass das St. Damien Krankenhaus gut funktioniert, zog er gemeinsam mit den Mitarbeitern des St. Luke Programms in die Camps, um die Menschen dort zu versorgen. Sie waren „ein Funken der Hoffnung“, versorgten die Verletzten und gaben ihnen Wasser. Die Menschen erkundigten sich nach den Straßenschulen. Es gab kein Chaos bei der Versorgung, die Menschen standen alle ordentlich in der Schlange.
Dr. Peter Tinnemann war auch in Léogane. Léogane war am nächsten am Epizentrum des Erdbebens dran. 90% der Stadt sind zerstört. Viele Menschen haben die Städte verlassen und sind aufs Land gezogen. Sie sind damit aus dem Blickfeld der Hilfeleistungen geraten. Die Ressourcen sind nicht gleich verteilt. Die ländlichen Gegenden sind extrem arm, teilweise nicht landwirtschaftlich zu bebauen.
Es ist sehr staubig in der Stadt, es herrscht eine große Luftverschmutzung – Atemwegsinfektionen und Lungenentzündungen werden befürchtet.
Die haitianische Regierung ist nicht arbeitsfähig – sie hat Mitarbeiter, Gebäude und Akten verloren. Sie ist selbst geschockt. Sie macht im Moment nicht viel für die Bevölkerung, sondern braucht Hilfe von außerhalb.
Die Haitianer hoffen, dass die internationale Gemeinschaft ihnen hilft. Die ganze Welt weiß von Haiti. Es gibt viele clevere Leute dort, sie sind bereit harte körperliche Arbeit zu leisten. In Haiti ist ein Neuanfang laut Dr. Peter Tinnemann sehr viel versprechend.
Haiti hat kein Militär. Tinnemann kann Kritik am US Militär nicht nachvollziehen:
“Es war notwendig, dass sie den Flughafen übernahmen.”
Dr. Peter Tinnmemann ist zum Ende seines Einsatz mit dem von der Bild-Aktion “Ein Herz für Kinder” gesponserten Hubschrauber in die Dominikanische Republik ausgeflogen worden. Von dort trat er den Rückflug nach Deutschland an.
Die Organisation UNSERE KLEINEN BDÜRDER UND SCHWESTERN hat laut Dr. Peter Tinnemann einen ganz anderen Zugang zu den Menschen in Haiti als andere Organisationen:
“Sie sind hautnah dran, auch an den ärmsten Gegenden.”
Dr. Peter Tinnemann war beeindruckt und überwältigt von der Unterstützung vor Ort und von der Medienpräsenz in Haiti. Doch als er nach Deutschland zurückkam, war Haiti aus der Medienlandschaft fast schon verschwunden. Als der Alltag im Krankenhaus einkehrte, waren auch die Medien weg.
Dr. Peter Tinnemann plant im März wieder nach Haiti zu reisen.
“Es gibt noch so viel zu tun.”
Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 2
Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 1
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Nicht nur die Schwerverletzten mussten versorgt werden, sondern auch alle anderen Menschen auf dem Krankenhausgelände. Es wurde täglich Essen für alle vorbereitet und ausgegeben. Ein italienischer Bäcker backte jeden Tag Pizzabrot für alle. Laut Dr. Peter Tinnemann verlief die Essenausgabe stets ganz zivilisiert.
Sowohl Patienten als auch Angestellte hatten Angst das Gebäude zu betreten. Dr. Peter Tinnemann sagte, das Krankenhaus war gespenstisch leer, die Betten verlassen, Essen und Medikamente lagen herum. Die Schwestern hatten sich im Freien kleine Stationen eingerichtet. Die Patienten wurden später ganz sensibel daran gewöhnt sich dem Gebäude wieder zu nähern. Anfangs wurden sie nur auf dem Flur untergebracht und dann nach einigen Tagen nach und nach ins Gebäude verlegt.
Dr. Peter Tinnemann schlief nachts auf einer Matratze auf dem Dach des Krankenhauses. Es war sehr kalt.
Nach drei Tagen wurde das erste Kind im Krankenhaus geboren.
Langsam kehrten immer mehr Mitarbeiter zurück, Apotheker, Krankenschwestern, sowie das Reinigungspersonal. Es wurde sehr auf Hygiene geachtet.
Neben dem Krankenhaus befanden sich zwei Zelte der UN, in denen Kinder untergebracht wurden, die jemand aus den Trümmern der Krankenhauses in der Stadt gerettet und ins St. Damien gebracht hatte. Die Kinderabteilung dieses Krankenhauses war nach dem Erdbeben komplett kollabiert. Schwestern kümmerten sich Tag und Nacht um diese Kinder. Viele waren geistig und körperlich behindert. Gena und ihr Team nahmen sich der Kindern an und beschützten sie vor überstürzten Adoptionen.
St. Damien war das einzige funktionierende Kinderkrankenhaus in ganz Port-au-Prince, woraufhin Dr. Peter Tinnemann auch anderen Organisationen anbot, verletzte Kinder zu uns zu bringen. „Ärzte Ohne Grenzen“ brachte täglich etwa 10 Kinder. Auch die Angehörigen der Patienten erhielten einen Schlafplatz im St.Damien.
Patienten mit Bauch- oder Brustverletzungen hatten keine Überlebenschancen. Die meisten Patienten im Krankenhaus hatten Verletzungen an den Extremitäten, Weichteilverletzungen, Knochenbrüche, Kopfverletzungen, Wirbelsäulenverletzungen und Gesichtsverletzungen.
Glücklicherweise bestand die Blutbank noch und versorgte das Krankenhaus mit Blutkonserven.
Ein mobiles OP-Team aus der Dominikanischen Republik, bestehend aus sechs Chirurgen, kam ins St. Damien Krankenhaus. Sie hatten sich ganz schnell organisiert und waren bereit die Gipse für die Verletzten herzustellen und anzulegen. Auch einer der bekanntesten Ärzte der Dominikanischen Republik war unter ihnen. Die italienische Hilfsorganisation „Protezione Civile“ baute in Zelten mobile OPs auf. Sie hatten auch ein mobiles Röntgengerät dabei, das sehr hilfreich war. Auch zahlreiche Ärzteteams aus den USA kamen. Dr. Peter Tinnemann lobte das Engagement der ausländischen Helfer. Es gab ausreichend Mediziner, jedoch einen Mangel an Pflegepersonal.
Nach 10 Tagen kamen immer noch Patienten, die nur notdürftig versorgt worden waren und suchten im St. Damien Krankenhaus Hilfe.
Das St.Damien Krankenhaus verfügt über drei Brunnen, so dass alle Menschen mit Wasser versorgt werden konnten. Es konnte sogar Wasser außerhalb des Krankenhauses verteilt werden.
Nach ein paar Tagen kamen Sozialarbeiter und boten den Menschen psycho-soziale Unterstützung. Die Menschen hatten das Bedürfnis ihre Geschichten zu erzählen, sie mussten ihr Leid verarbeiten.
Dr. Peter Tinnemann sorgte langsam für Ordnung auf dem Krankenhausgelände. Er war nach eigenen Angaben die meiste Zeit am Telefon und hat wenig am Patienten gearbeitet. Tinnemanns Aufgabe war es auch die Ärzteteams zu organisieren und die Ausstattung zu koordinieren. Die Kommunikation wurde besser. Tinnemann und eine amerikanische Kollegin dienten als Bindeglied zwischen den einheimischen Mitarbeitern und den ausländischen Helfern.
Regelmäßig kamen Transporte mit Ausrüstung und Medikamenten aus der Dominikanischen Republik an. Dr. Peter Tinnemann berichtete, dass es keine großen Probleme gab Transporter von der Dominikanischen Republik nach Haiti zu schicken – Dank der guten Zusammenarbeit und dem Bekanntheitsgrad von NPFS.
Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 3
Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 1
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Dr. Peter Tinnemann war vom 5.01.2010 bis 5.02.2010 im Einsatz in Haiti in unserem Krankenhaus St. Damien. Er arbeitet an der Charité in Berlin am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsmedizin. Seine Karriere hatte vor über 10 Jahren in Haiti begonnen.
In einem Vortrag im Büro von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V. in Karlsruhe schilderte er mit zahlreichen Fotos nicht nur das Leid der Menschen, sondern auch welche Fortschritte im Laufe seines Einsatzes erreicht wurden. Eine kurze Zusammenfassung gibt seine Erzählungen wieder:
Dr. Peter Tinnemann konnte problemlos von der Dominikanischen Republik nach Haiti einreisen. Nicht einmal die Pässe wurden kontrolliert. Am Morgen nach seiner Ankunft unternahm er eine Rundfahrt durch Port-au-Prince, um sich ein Bild zu verschaffen, wie viele Verletzte noch zu erwarten waren. Zu diesem Zeitpunkt wurden kaum noch Verletzte geborgen.
Er zeigte Bilder des eingestürzten Padre Wasson Centers. Dort hatte er 10 Jahre zuvor gearbeitet. Das Gebäude war komplett zusammengefallen. Zwei seiner alten Kollegen hatten geholfen die Verschütteten zu bergen.
In direkter Umgebung des Krankenhauses St. Damien standen viele Häuser plötzlich nicht mehr.
Der Innenhof des Krankenhauses war überfüllt mit Menschen, man wusste nicht ob sie verletzt waren oder ob es sich um Angehörige von Verletzten handelte oder Menschen, die einfach nur Unterschlupf suchten. Alle Menschen befanden sich außerhalb des Krankenhausgebäudes.
Zu Beginn war es unmöglich sich einen Überblick über die Patienten und über die Schwere ihrer Verletzungen zu verschaffen. Ein italienisches Ärzteteam hat die dringenden Notfälle behandelt, doch eine Liste mit Prioritäten gab es nicht. Die Situation war unvorstellbar. Es gab die doppelte oder gar dreifache Menge an Patienten, als normalerweise. Aber nur ein Drittel der Belegschaft war in den ersten Tagen anwesend und einsatzbereit.
Pater Richard Frechette hatte Dr. Peter Tinnemann gebeten, „etwas Ordnung“ in die Versorgung der Patienten zu bringen. Seine Hauptaufgabe bestand in der Organisation des Krankenhauses und in der Koordination der Hilfseinsätze. Er errichtete ein Triage-Zentrum, so dass alle Patienten gesehen und versorgt wurden. Patientenakten zu führen war zu Beginn unmöglich, deshalb haben die Ärzte auf den Gips der Patienten geschrieben, wann dieser angelegt wurde.
Laut Dr. Peter Tinnemann bildeten die haitianischen Angestellten und Pequenos Majores das Rückgrat in der katastrophalen Situation. Sie packten überall an, wo Hilfe benötigt wurde. Während die italienischen Ärzte sich nach ihren vielen OPs schlafen gelegt haben, hat ein junger Haitianischer Arzt nachts noch die OPs geputzt. Dr. Peter Tinnemann war überwältigt von der haitianischen Hilfsbereitschaft. Medizinstudenten kamen ins St. Damien Krankenhaus und boten ihre Hilfe beim Übersetzen an. Es kamen Helfer aus allen sozialen Schichten.
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Neufassung von „We are the world“ soll beim Wiederaufbau in Haiti helfen
Port-au-Prince/Karlsruhe. Der Schauspieler Sean Penn und Oskar-Preisträger Paul Haggis besuchten Ende Januar Haiti, um sich ein Bild von den Zerstörungen durch das Erdbeben zu machen. Bei dieser Gelegenheit brachten die beiden Hollywoodgrößen Gehhilfen für die vielen amputierten Menschen mit. Bei Pater Richard Frechette, dem nationalen Direktor des Kinderhilfswerks „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“, informierten sie sich über den weiteren Bedarf der Menschen vor Ort.
Heute Abend wird im Rahmen der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Vancouver über NBC die Weltpremiere einer Neufassung des Benefizsongs „We are the World“ ausgestrahlt. Zahlreiche Künstler hatten sich zusammengefunden, um eine moderne Version des Songs unter dem Titel „We are the world 25 for Haiti“ zu erstellen. Regisseur und Drehbuchautor Paul Haggis hatte die Aufnahmen gefilmt und mit Szenen aus Haiti ein Begleitvideo erstellt. Nach der Weltpremiere können die Fans sowohl den Song, als auch das Video per Internet downloaden und eine Spende tätigen. Die Erlöse sind für die haitianische Erdbebenhilfe und den Wiederaufbau in Haiti bestimmt.
Zusammengefasst noch einmal die wichtigsten Voraussetzungen, die Helfer in unseren Einrichtungen in Haiti erfüllen müssen.
Um unsere Hilfsarbeit nicht zu behindern, setzen Sie sich bitte nur mit uns in Verbindung, wenn Sie alle diese Anforderungen erfüllen!
- Erfahrungen in Haiti
- Erfahrung in Katastrophengebieten
- gute Sprachkenntnisse in Kreol oder sehr gutes Französisch
- Krankenschwestern oder medizinisches Fachpersonal (andere Profile setzen wir auf eine Liste, um sie ggf. später zu kontaktieren)
- hohe Bereitschaft, sich den Umständen und dem Bedarf vor Ort flexibel anzupassen
- alle Kosten müssen selber übernommen werden
Kontaktanfragen bitte nur an: volunteers@nphamigos.de
Menschen in Haiti brauchen dringend Hilfe
Eine Naturkatastrophe hält die ganze Welt in Atem. Ein Erdbeben der Stärke 7.0 erschütterte Haiti. Vor allem die Hauptstadt Port-au-Prince und die bevölkerungsreichen Slums der Stadt sind stark betroffen. Das ehemalige Krankenhaus der Hilfsorganisation „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e. V.“, das seit drei Jahren als Behinderteneinrichtung genutzt wird, ist zusammengestürzt. Das berichtet der nationale Direktor der Organisation, Pater Richard Frechette, der in Haiti zugleich als Arzt für die Menschen arbeitet. Derzeit läuft die Bergung der Opfer. Mitarbeiter berichteten, dass unter den Trümmern noch Hilferufe hörbar sind. „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ hat 400.000 US-Dollar an Soforthilfe für die Betroffenen zur Verfügung gestellt. Das Hilfswerk hat mehr als 200 in der Katastrophenhilfe erfahrene Mitarbeiter vor Ort. Um den vielen humanitären Herausforderungen gerecht werden zu können ist die Organisation auf weitere Spenden aus der Bevölkerung angewiesen.
Die Zahl der Todesopfer ist bislang noch unbekannt. Dass es sich bei dem in zahlreichen Medien erwähnten Kinderkrankenhaus in Pétionville, um das ehemalige Kinderkrankenhaus von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ handelt, hat sich nun bestätigt. Seit dem Umzug des Kinderkrankenhauses nach Tabarre, waren in dem fünfstöckigen Gebäude Therapieräume für körperlich und geistig behinderte Kinder untergebracht. Zugleich diente das Gebäude als Wohngebäude für Mitarbeiter und wurde als Büro- und Verwaltungsgebäude sowie als Universitätszentrum für Studenten der Organisation genutzt. Wie viele Menschen sich noch unter den Trümmern des „Father Wasson Center“ befinden, benannt nach dem Gründer des Kinderhilfswerks, kann derzeit niemand sagen. Noch im November des letzten Jahres war eine fünfköpfige deutsche Besuchergruppe rund um die beiden Schauspielerinnen Alissa Jung und Janin Reinhardt in dem Gebäude untergebracht.
Mehr als 200 Mitarbeiter die in den Projekten von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ arbeiten, haben Erfahrung in der Katastrophenhilfe. Wie hoch das Ausmaß der Katastrophe tatsächlich ist, wird wohl erst im Laufe des Nachmittags bekannt werden, wenn es in Haiti wieder Tageslicht gibt. Das deutsche Förderbüro von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“ schickt Soforthilfe in Höhe von 400.000 US Dollar nach Haiti um die ersten Notstände zu beseitigen.
Neben dem Behindertenzentrum hat „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ weitere Einrichtungen in der Umgebung Port-au-Prince: Im Kinderdorf leben rund 350 Kinder und Jugendliche, das Rehabilitations- und Physiotherapiezentrum in Tabarre zählt zu den modernsten Einrichtungen des Landes und mit Francisville entsteht derzeit auch ein berufliches Bildungszentrum. Laut ersten Berichten von Mitarbeitern wurden alle Gebäude durch das Erdbeben beschädigt. Im Rahmen zahlreicher Projekte unterstützen „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ die Not leidenden Menschen in den Slums von Port-au-Prince. Das Hilfswerk betreibt dort 18 Straßenschulen. Dort erhalten die ärmsten der Armen, die Kinder aus den Slums, die Chance, durch Bildung, aus dem Kreislauf der Armut zu entrinnen. Das Verbleiben dieser Kinder ist bislang aufgrund der ausgefallenen Kommunikationskanäle unbekannt.
Helfen können Sie ab sofort durch eine Spende helfen:
Konto 12 000
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Stichwort: Erdbeben Haiti.
Der katholische Priester und Nationaldirektor Pater Richard schreibt ebenfalls: „Bitte beten Sie für die Menschen in Haiti“

















































