Seit Ende 2009 ist Priciliano Godoy Leiter unserer “Granja” (Farm für die Tiere) hier im Kinderdorf in Honduras. Prici – wie er hier von allen nur liebevoll genannt wird – strotzt nur so vor Energie und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.
Vieles hat er in den letzten Wochen und Monaten analysiert und überlegt. Und schon nach dieser kurzen Zeit hat er erstaunliches in die Gänge gebracht: viele alte Zäune wurden ausgewechselt und momentan werden an vielen Stellen Bäume gepflanzt um das ganze Areal attraktiver und schattiger zu gestalten. Aber das sind nur die sichtbaren Veränderungen.
Prici hat viel tiefergreifende Pläne. So wird die “Granja” ab sofort auch eigenen Käse aus der von unseren Kühen gewonnenen Milch produzieren. Zudem will er die Haltung der Hennen verbessern und einen Stall komplett erneuern. Und er hat zusammen mit dem Direktor des Heimes beschlossen, zukünftig 16 statt nur 8 Ferkel monatlich zu kaufen.
“Wir möchten, dass sich die Kinder ausgewogen ernähren. Daher werden wir zukünftig weniger Hühnerfleisch und dafür etwas mehr Schweinefleisch produzieren” erklärt Prici.
Die Geschichte von Prici ist eine echte Erfolgsgeschichte unseres Heimes hier in Honduras. Mit gerade einmal 11 Monaten kam er zu uns. Inzwischen ist er 25 Jahre alt, hat im letzten Jahr erfolgreich sein Studium an der Universität in Catacamas als Agrar-Ingenieur abgeschlossen und arbeitet nun vorerst als “Año Familiar” (eine Art Servicejahr) als Leiter der Granja.
Gerade für die Kinder und Jugendlichen ist es wichtig, Vorbilder wie Prici zu haben und zu sehen, was man im Leben erreichen kann, wenn man daran glaubt und hart arbeitet.
Das Ziel das er sich für dieses Jahr gesteckt hat ist kein leichtes: “Ich möchte, dass die Granja organisierter arbeitet und das wir alles was unsere Kinder an Fleisch, Milch und Eiern benötigen auch wirklich hier produzieren. Nur so sind wir unabhängig von schwankenden Preisen und Qualitäten auf dem Markt.”
Aber nicht nur die Wirtschaftlichkeit ist Prici wichtig. Immer hat er auch die Interaktion mit den Kindern im Kopf: “Die Granja soll nicht nur ein Ort sein wo gearbeitet und produziert wird. Sie soll auch auch eine Chance für die Kinder sein, sich zu erholen und die Umwelt und die Tiere zu genießen.”
Nicht immer rufen ihn die Kleinen beim Namen – manchmal ist Prici auch einfach nur “hermano”: ihr großer Bruder.




