Haiti -Die Situation nach dem Erdbeben ist für die Bevölkerung weiterhin nicht zufriedenstellend. Viele Menschen sind noch immer obdachlos oder leben in sehr behälfsmäßigen Zelten. Die Regenzeit hat begonnen, die wenigen verbliebenen Habseligkeiten schwimmen davon oder bleiben durch den ständigen Regen immer feucht. Die Zeltstädte wachsen weiter. Anstelle einer provisorischen Unterkunft werden sie für lange Zeit das Zuhause vieler Menschen sein.
Die Zeltstadt Centre d’Ebergement de Villam Betta (CEVB) befindet sich in Mais Gaté prolongée Nr. 44 ca. 30 Minuten vom Kinderkrankenhaus St. Damien entfernt. Seit dem Erdbeben steigt die Zahl der Zeltbewohner täglich. Heute leben 5750 Menschen dort. Die Zeltbewohner organisieren Komitees für die Sicherheit und für die Güterbeschaffung ihrer Zeltsttadt.
Auf den Plätzen stehen viele Zelte wie man sie aus Europa kennt. Doch viele hatten gestern kaum eine Chance gegen den sehr starken Regen. Es ist überall nass, vor allem in den Zelten. Alles was nicht in einer Plastiktüte eingepackt war wurde feucht. Es liegt am nächsten Tag zum Trocknen in der Sonne. Niemand traut sich nass gewordenes Essen zu beseitigen. Die Angst später nichts zu haben, ist zu groß.
In vielen Zelten leben bis zu 6 Personen, manchmal sogar mehr. Es herrscht nicht nur Platzmangel, häufig kann man im Zelt nicht stehen. Sich auf Dauer zu bücken, ist sehr anstrengend. Setzen kann man sich nicht, da der Boden feucht ist.
Viele Menschen versuchen ihre Zelte als kleine Hütten auszubauen. So können sie wenigsten in ihnen stehen, wenn es regnet. Da sie keine Arbeit oder andere Beschäftigungen haben, verbringen sie die meiste Zeit des Tages in ihren Zeltstädten.
Familien leben in feuchten Zelten
In einem der Zelte lebt eine sechsköpfige Familie: 4 Kinder mit Ihren Eltern. Bei unserem Zeltbesuch machte eines der Kinder Mittagschlaf. Wir saßen draußen bei ca. 35 Grad, im Zelt unter dem Plastik dürfte es vermutlich deutlich wärmer gewesen sein.
Die Mutter und zwei ihrer Kinder versuchen einen kleinen Abfluss zu schaffen damit das Regenwasser vom vorherigen Tag abfließen kann.
„ Wir haben gestern die ganze Zeit stehen müssen, bis der Regen vorbei war. Unser Zelt stand unter Wasser. Es sieht heute wieder nach Regen aus, und wir wollen uns darauf vorbereiten. Hier… draußen in der Sonne liegen unseren Klamotten. Viele unserer Sachen waren in der Küche, wir werden sie vermutlich nicht mehr benutzen können. “
Zwei der Geschwister befinden sich im „Vorraum“, der am Abend als Schlafplatz für den Rest der Familie benutzt wird.
Hygienischen Zustände sind katastrophal
Es gibt etwa 20 Toiletten, die bei der Entstehung des Zeltlagers gebaut wurden. Doch die Zahl der Menschen steigt rasant. Die Anzahl der Toiletten reicht bei weitem nicht mehr aus. Die Bauweise bringt große hygienische Probleme vor allem in der Regenzeit. Gegraben wurden Erdlöcher, die mit einem Deckel abgedeckt sind. Bei den starken Regenfällen laufen diese Erdlöcher jedoch regelmäßig über. Die Exkremente fließen durch das Zeltlager und durch die Zelte der Bewohner. Um die Toilettenanlage herrscht ein sehr unangenehmer Geruch. Die Anlage ist von vielen kleinen Würmer belagert.
Die „Zelt-Duschen“ haben nur einen Sichtschutz aus Plastiktüten. Das Abwasser fließt direkt auf den Boden und sammelt sich in Laachen in unmittelbarer Nähe. Mittlerweile sammeln sich dort großen Mengen von Moskitos.
Geplant ist der Aus- und Aufbau einer neuen Toilettenanlage
Gemeinsam mit einem ausgebildeten Klempner, der bereits für das St. Luke Programm von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN arbeitet, wurde die Zeltstadt besucht. Er diskutierte Lösungsansätze mit einem von den Bewohnern gegründeten Zeltstadt-Komitee.
Gebaut werden sollen neue Klärgruben mit jeweils fünf Toiletten in einzelnen Kabinen auf einem zementierten Fundament. Jede Kabine soll über einen Wasseranschluß für eine schnelle Reinung verfügen. Die Wasserversorgung für Toiletten und Duschen erfolgt über ein kleines Wasserreservoir, dass ebenfalls errichtet wird. Befüllt wird das Wasserreservoir über die regelmäßigen Wasserlieferungen des Wasserlastwagens des St. Luke Programms. Ähnliche Installationen wurden durch den Klempner bereits in einer Schule gebaut.
Das Zeltstadt-Komitee ist aufgefordert eine Gruppe zusammenzustellen, die die Sauberkeit der Toiletten und Duschen gewährleistet.
Hilfe ist dringend notwendig
Die Zeltstädte werden für die Bewohner ein dauerhafter Wohnort für die nächsten Monate eventuell Jahre bleiben. Unterstützung durch die haitianische Regierung ist nicht zu erwarten. Sie ist weiterhin nicht handlungsfähig. Erste bisher kleinere Unruhen entstehen in der Bevölkerung.
Die Lebensbedingungen der Menschen müssen dringend verbessert werden, über Hilfen wie sie das St. Luke Programm von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN bieten kann. Bitte unterstützten Sie unsere Arbeit auch weiterhin mit Spenden! Nur so können wir den Menschen in Haiti menschenwürdige Lebensumgebungen ermöglichen.







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