Auch wenn die Situation in Haiti aktuell nicht mehr im Fokus der Medien steht, ist es traurige Realität, dass das Leben dort auch Monate nach dem Erdbeben alles andere als „normal“ abläuft. Besonders die Kinder leiden unter den Lebensbedingungen, wie sie in der Hauptstadt Port-au-Prince momentan vorherrschen. Dies zeigt sich insbesondere bei den Essensverteilungen, die von verschiedenen Organisationen in der Stadt durchgeführt werden. Vor allem Kinder zwischen drei und 14 Jahren, die bereits auf sich alleine gestellt sind, stehen bei den Verteilungen oft stundenlang an und gehen am Ende doch leer aus. Zwangsläufig werden sie so zu Bettlern. Die meisten von ihnen sind Jungen und leben auf den Straßen von Port-au-Prince, viele in der Nähe von öffentlichen Plätzen wie St. Pierre im Vorort Pétionville. Auch schon vor dem Erdbeben lebten einige der Jungen auf der Straße und kämpften täglich ums überleben. In der Hoffnung, sich ein paar Gourdes (5 Gourdes sind 10 Cent) zu verdienen, stehen sie zum Beispiel mit einem Stück Stoff an der Straße und putzen den passierenden Autos die Windschutzscheibe. So verbringen sie ihren Tag, der meist ohne eine warme Mahlzeit zu Ende geht, auch wenn manche von ihnen zumindest die Nacht bei Verwandten, Nachbarn oder Freunden verbringen können.
Das Programm Saint Luke von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN in Haiti, das sich schon vor dem Erdbeben um die Kinder in den Slums von Port-au-Prince kümmerte, wurde Anfang Mai 2010 erweitert und bietet momentan 174 Kindern im Vorort Pétionville täglich verschiedene Aktivitäten und eine warme Mahlzeit an. Ein Betreuer und ein Lehrer organisieren jeden Tag von 10.30 Uhr bis 13.00 Uhr am St. Pierre-Platz verschiedene Spiele und Lernaktivitäten für Straßenkinder und ermöglichen ihnen eine warme Mahlzeit, oft die einzige am Tag. Begonnen wird immer mit einem Gebet. Die Lernaktivitäten dienen auch dazu herauszufinden, ob ein Kind bereits eine Schule besucht hat oder ob wir ihm einen Platz in einer unserer Schulen anbieten können.
Jeden Tag kommen neue Kinder zu uns in die Schule und der Platz wird langsam zu klein. Viele der Straßenkinder bringen zum Beispiel ihre kleinen Geschwister mit, meistens jüngere Schwestern, die zwar nicht auf der Straße leben, denen es aber ebenso an einer warmen Mahlzeit am Tag mangelt. Aus diesem Grund brauchen wir dringend große Räumlichkeiten, um der wachsenden Zahl der Kinder und dem Ziel des Programms gerecht werden zu können.
Bitte unterstützen Sie uns auch weiterhin mit Ihren Spenden, damit wir die Lebensumstände der Kinder in Haiti verbessern und ihnen durch unsere Programme die Chance auf eine bessere Zukunft geben können!



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