Bei meiner letzten Reise nach Haiti im Oktober 2011 hat die Sicherheitslage es nicht zugelassen, die Slums in Cité Soleil zu besuchen. Zu groß war die Gefahr von bewaffneten Raubüberfällen. In diesen Tagen ist es ruhiger und so konnte ich in Begleitung von Badou und Dieulorme, die selbst in Cité Soleil aufgewachsen sind, eines der größten Armenviertel in Haiti besuchen.
Die Armut kennt hier keine Grenzen und je näher wir Richtung Meer fahren, umso elender wirken die Unterkünfte. Dicht an dicht stehen Blechhütten, die sich in einem miserablen Zustand befinden. Und trotzdem leben in einer solchen Hütte fünf bis zehn Personen. Überall liegt Müll herum, Kinder rennen spärlich gekleidet umher und spielen im Dreck. Der Anblick ist bedrückend. Doch es gibt ein Zeichen der Hoffnung: nph haiti hat vor einigen Monaten begonnen, Häuser für diese armen Familien zu bauen. 30 Häuser sind bereits fertig gestellt und bezogen.
Eine der ersten Personen, die die Häuser vor einigen Wochen beziehen durften, ist Roselaure. Voller Stolz zeigt sie uns ihr Haus. Es besteht aus zwei Zimmern, einer Kochstelle und einem Badezimmer. Sie lebt dort mit ihren 4 Kindern und ihrem Mann. Der Platz ist begrenzt, doch für Roselaure steht fest: Für sie und ihre Familie hat ein neues Leben begonnen – ein Leben in Würde.
Die Wohnhäuser sind nicht das einzige Projekt von nph haiti in Cité Soleil. Schon seit Jahren betreiben wir drei Straßenschulen in Cité Soleil, in denen rund 1.000 Kinder eine Schulbildung und eine warme Mahlzeit täglich erhalten. Im August 2011 haben Pater Richard und das St. Lukas Team begonnen, ein Krankenhaus zu bauen. Über 90 Jugendliche und junge Männer aus der Umgebung waren, unter der Leitung von sechs Fachleuten, in den Bau involviert und das Resultat ist beeindruckend. Die Jungen sind sehr dankbar, dass nph haiti sich den Menschen in den Slums angenommen hat. Außerdem haben sie durch uns eine verantwortungsvolle Aufgabe und eine bezahlte Arbeit gefunden. Das ist in einem Armenviertel wie Cité Soleil eine Seltenheit.
Pater Richard Frechette und sein Team behandelten die Menschen lange bevor das Krankenhaus fertig gestellt wurde, denn der Bedarf ist immens – vor allem seit das „St. Mary“ Krankenhaus von nph haiti das einzige Krankenhaus in Cité Soleil ist. Wir rechnen damit, pro Jahr etwa 35.000 Menschen zu behandeln.
Auf dem Dach des Krankhauses steht in großen Lettern „DIFERANS“, das ist Kreolisch und bedeutet „Unterschied“. Und das ist genau das, was nph haiti macht: Wir bewegen etwas im Leben der Menschen und sorgen für den entscheidenden Unterschied. Helfen Sie uns dabei!
Sonja Smolka
Länderreferentin Haiti
nph deutschland





Beeindruckend und erschütternd zugleich. Der Bericht von Frau Smolka bereitet Gänsehaut und vermittelt, – die Hilfe kommt an. Die Berichterstattung macht deutlich, dass hier nicht in Bürokratie investiert wird, sondern in “Ein Zuhause für die Menschen in Haiti”. Vielen Dank!
Lieber Herr Köhnecke,
vielen lieben Dank für Ihren Zuspruch. Wir wollen, dass die Spendengelder bei unseren Kindern ankommen und aufgrund der erschütternden Armut in Haiti wollen und müssen wir unsere Projekte ständig ausbauen. Natürlich brauchen wir hierfür die Unterstützung von Freunden und Förderern. Nochmals lieben Dank.