Der 32-jährige Hannoveraner Jan-Rautter Schuler ist begeistert als Freiwilliger tätig. Er arbeitete mit geistig behinderten Kindern im Waisenhaus von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ in Guatemala.
„In der Schule habe ich als zweite Fremdsprache Spanisch gelernt, ich wollte diese Sprachkenntnisse schon immer einsetzen, am liebsten in Lateinamerika“, sagt der gelernte Logopäde. Über das Internet hat er von dem Kinderhilfswerk „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ erfahren. Gerne wollte er sich einbringen, das Bewerbungsverfahren war ihm aber zunächst sehr lästig. „Später allerdings habe ich auch die positiven Seiten davon gesehen, die gute Organisation und die Sorgfalt bei der Auswahl der Freiwilligen.“
Im Zivildienst hat Jan-Rautter Schuler bereits mit geistig behinderten Menschen gearbeitet. Auch deshalb war er seiner Aufgabe in Guatemala gewachsen. Er betreute gemeinsam mit Guatemalteken eine Gruppe von zehn geistig behinderten Kindern und Jugendlichen im Alter von neun bis zwanzig Jahren. Insbesondere war er für Alvaro, einen geistig behinderten 14-jährigen zuständig. „Alvaro konnte nicht sprechen, war aber ein passionierter Spaziergänger. Seine Eltern waren der Herausforderung, ihn zu betreuen nicht gewachsen, deshalb kam er ins Kinderdorf “, berichtet Jan-Rautter Schuler.
Jan-Rautter Schuler ist begeistert von seinem Freiwilligendienst auch der 12-Stunden Tag kann ihn nicht abschrecken. Er hat sich für ein weiteres Jahr verpflichtet, im Mai fliegt er für ein Jahr nach Bolivien. Dort wird er in einem kleinen Waisenhaus von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ mehrere Aufgaben übernehmen: er wird die Freiwilligen koordinieren, als Sprachtherapeut arbeiten und dem Direktor des Waisenhauses assistieren. „Jeder wächst mit seinen Aufgaben“, sagt er lächelnd.
Seit 55 Jahren engagiert sich „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ für die Ärmsten der Armen: Waisenkinder in Lateinamerika. Rund 3.500 verlassene Mädchen und Jungen finden ein neues Zuhause in Kinderheimen in Mexiko, Honduras, Haiti, Nicaragua, Guatemala, El Salvador, der Dominikanischen Republik, in Peru und Bolivien. Elend, Armut, Hungersnöte – es ist ein Leben am Existenzminimum in diesen Ländern. Über 15.900 Kindern konnte das Hilfswerk bereits aus der Armut helfen.
Neben der Befriedigung elementarer Grundbedürfnisse, geht es auch um das Heilen psychischer Wunden. Die Kinder leben in einer christlich orientierten Gemeinschaft. Geborgenheit und Liebe, Teilen, Mitarbeiten und Verantwortung übernehmen sind die Grundprinzipien und zugleich Wegbereiter für ein glückliches Leben. Die Kinder sehen sich als Geschwister, die füreinander einstehen, sich gegenseitig unterstützen und helfen. Verantwortungsbewusstes Handeln ist ein zentrales Merkmal der Hilfsorganisation. Jeder im Heim Aufgewachsene arbeitet ein Jahr für die Gemeinschaft.
Es sind nicht nur moralische Werte, die den Schützlingen die Türen in eine hoffnungsvolle Zukunft öffnen. Jeder von ihnen erhält eine fundierte Schulausbildung, erlernt einen Beruf oder erhält sogar die Möglichkeit zum Studium.








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