Der Tropensturm Agatha hat sich nicht verstärkt, der Regen hat abgenommen. Es beginnt die Untersuchung der Schäden. Sie werden in die Millionen gehen. Erste Hilfslieferungen haben begonnen. In den Kinderdörfern von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN ist die Lage stabil. Es wird allerdings damit gerechnet, dass auch Familien der Kinder bei UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN von den Sturmschäden betroffen sind. Unser Kinderdorf in der Dominikanischen Republik wurde bis auf einige sehr starke Regengüsse nicht von Agatha heimgesucht.
Wetterlage
Das National Hurricane Center in Miami hat gestern den Anfang der Hurrikansaison im Atlantik angekündigt. Nach ihrer Einschätzung soll die Hurrikansaison dieses Jahr sehr intensiv werden. Erhöhte Alarmbereitschaft ist notwendig. Große Sorgen gibt es in Haiti. Ein Hurrikan wie Agatha läßt schlimmstes befürchten. Die Situation vor allem in den Zeltstädten würde sich dramatisch verschärfen.
Die Hurrikansaison im Atlantik geht vom 1. Juni bis zum 30. November. Die Hurrikansaison im östlichen Pazifik hat am 15. Mai begonnen und geht bis zum 30. November.
Agatha war der erste Tropensturm der ostpazifischen Hurrikansaison. Er hat in seiner Intensität mittlerweile abgenommen. Die Windstärke von Agatha verringerte sich am 31. Mai auf ca. 46 km/h. Die Reste des Sturmtiefs rückten über Westguatemala in den Golf von Mexico / Nordwestkaribik, östlich der Yucatanhalbinsel. Hier kam es noch zu partiellen Regengüssen und Gewittern. Die Wahrscheinlichkeit, dass Agatha sich zu einem tropischen Zyklon verwandelt, ist gering.
Internationale Hilfe läuft an
Internationale Organisationen haben begonnen, finanzielle und materielle Hilfe für die vom Tropensturm Agatha betroffenen Ländern zu schicken. Das Welternährungsprogramm der UN (WFP) hat 500.000 USD in Aussicht gestellt, vor allem in Form von Lebensmitteln.
Die ersten Hilfslieferung laufen bereits. Das Entwicklungsprogramm der UN (UNDP) stellt für die Feststellung der notwendigsten Bedürfnisse und die Entwicklung einer Strategie für die Schadensbeseitigung 50.000 USD bereit. Die EU wird 3 Mio EUR für El Salvador, Honduras und Guatemala zur Verfügung stellen, den größten Teil für das stark betroffene Guatemala.
Guatemala
Der Internationale Flughafen La Aurora hat gestern seinen Betrieb wieder aufgenommen, zunächst nur für Handels- und Frachtflüge.
Das Nationalinstitut für Seismologie, Vulkanologie, Metereologie und Hydrologie (Insivumeh) berichtet über eine normale Aktivität des Vulkans Pacaya, mit Explosionen und Ausstößen von feiner Asche. Die Asche erreicht eine Höhe von 700 Metern. Noch zwei Lavaflüsse im Südwesten und Südosten des Vulkans bestehen noch. Momentan wird versucht herauszufinden, ob diese Aktivität eine Bedrohung für die nahgelegenen Gemeinden bedeutet.
Die Aufräumarbeiten der Asche in Guatemala City gehen weiter. Bisher wurde ca. die Hälfte der Ascheschicht entfernt. Insgesamt hat der Vulkan mehr als 1,8 Mio Kubikmeter Asche ausgestoßen. Damit ließen sich ca. 20 Fußballstadien füllen.
El Salvador
Die Schulen im Land nehmen ihren Unterricht heute wieder auf. 36 Schulen bleiben bis auf weiteres geschlossen. Sie wurden als Notunterkünfte umfunktioniert. In den Risikozonen entscheiden Schuldirektion und Eltern gemeinsam, ob der Unterricht wieder aufgenommen wird. 301 Schulen im ganzen Land wurden beschädigt, die meisten davon leicht. Jedoch wurden auch 48 Schulen schwer beschädigt.
Honduras
Die Regenfälle vom Wochenende haben allein in der Hauptstadt Tegucigalpa Schäden von ca. 10.Mrd Lempiras (ca. 424,2 Mio Euro) angerichtet. Darunter besonders starke Schäden am Straßennetz, Geschäften und Wohnhäusern. Allein im Zentrum von Tegucigalpa wurden 50.000 Häuser überschwemmt. Ca. 3000 Menschen mussten in 40 Notunterkünften untergebracht werden.
Die Verluste in der Landwirtschaft belaufen sich auf bis zu 1 Mrd. Lempiras (42,4 Mio Euro).

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