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Monatsarchiv für März 2010

Heute habe ich einen „echten Engel“ getroffen…

"Angel of Light" - "Kinder des Lichts" Programm für Kinderbetreuung in Haiti
“Angel of Light” – “Kinder des Lichts” Programm für Kinderbetreuung in Haiti

Brief von Alfonso León – Verantwortlich für das Kinderbetreuungs-Programm “Engel des Lichts”. Das Programm wurde nach dem Erdbeben in Haiti eingerichtet, um Kindern eine kindgerechte Umgebung mit Essen, Beschäftigung und Schule bieten zu können. Derzeit werden täglich ca. 1.500 Kinder betreut.

Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe es geht euch allen gut.

Hier in Haiti haben wir immer noch sehr viel zu tun, aber es ist okay, wir tun was wir können und wir wünschen, wir könnten noch mehr tun.

Heute habe ich einen „echten Engel“ getroffen… also die Wahrheit ist, ich treffe dauernd Engel, aber es gibt so viele bedürftige Menschen, so dass ich einfach weiterhin meiner Arbeit nachgehe.

Der Engel, den ich heute morgen getroffen habe, war nicht weiß und hatte keine hellen, glänzenden Kleider, keine hübschen Flügel und keinen goldenen Schein.

Dieser Engel trug ein dunkles dreckiges blaues T-Shirt von einem männlichen italienischen Erwachsenen. Das T-Shirt war so lang, dass es dem Engel bis über die Knie reichte.

Sein Haar war schmutzig und er hatte infizierte Wunden auf seinem ganzen Kopf.

Seine Haut war schwarz und auf seinen Armen und Beinen waren Dreckspritzer.

Er trug keine Schuhe.

Er saß vor der kleinen Kapelle des St.Damien Krankenhauses, während Menschen aus anderen Ländern die Messe feierten… teilweise auf englisch, teilweise auf kreolisch.

Ich konnte nicht anders als hinzugehen und ihn zu fragen, warum er nicht in der Schule ist… (als ob ich die Antwort nicht wüsste)…

Wo wohnst du? fragte ich ihn. Er sagte, bei seiner Mutter. Dann sagte ich, geh und hol deine Mutter, damit ich dich in unsere Schule aufnehmen kann.

Der Engel antwortete…. Meine Mutter kann nicht kommen, weil sie krank ist und nicht laufen kann.

Willst du zur Schule gehen? fragte ich ihn… Er sagte Ja… Also sagte ich, wir werden zu deiner Mutter gehen und sie um Erlaubnis bitten.

Hast du weitere Brüder und Schwestern? Er sagte Ja… sechs weitere.

Als wir an dem Ort ankamen, den er als sein Zuhause bezeichnete,… war es eine einfache, alte, dreckige Zeltplane, die etwas Schatten spenden sollte und mit Stöcken und Seilen am Boden befestigt war. Seine Mutter war nicht dort. Sie hatte Schwierigkeiten beim Laufen, als sie kurze Zeit später ankam. Sie sah zu alt aus, um so ein junges Kind zu haben, aber sie hatte auch eine Tochter, die bereits über 20 Jahre alt ist.

Sie war sofort damit einverstanden ihre jüngeren Kinder zum Notlager der „Angels of Light“ zu schicken… wo all diese kleinen verlorenen Engel sein sollten.

Nun, es gibt eine ganze Menge verlorene Engel an diesem Ort, wo der kleine Engel herkommt. Er ist zum rechten Ort, zur Kirche, gegangen, um für seine kranke Mutter zu beten und um in sein Camp Licht zu bringen, wo viele andere Engel wie er genauso auf eine Chance warten, Hilfe zu bekommen, damit sie etwas zu Essen bekommen und zur Schule gehen können.

Ich weiß, dass Gott diesen kleinen Engel stellvertretend für all die anderen Engel zu dem Camp geschickt hat und ich bin sicher, dass wir auf Gottes Ruf antworten und Hilfe bringen werden, beginnend mit seiner kleinen Schwester „Angela“ und einem jüngeren Bruder.

Wir ihr sehen könnt, ist der Bedarf größer als die Hilfe, die wir leisten können, aber mit Gottes Hilfe werden wir viel erreichen.

Möge Gott euch alle segnen! Danke für eure moralische und finanzielle Unterstützung.

Alfonso

Spenden an:
UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V.
Konto 12 000
Sozialbank Karlsruhe,
BLZ 660 205 00

oder

www.MyGoodShop.org

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Prici – eine echte Erfolgsgeschichte

Seit Ende 2009 ist Priciliano Godoy Leiter unserer “Granja” (Farm für die Tiere) hier im Kinderdorf in Honduras. Prici – wie er hier von allen nur liebevoll genannt wird – strotzt nur so vor Energie und hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.

Priciliano Godoy - der Leiter unserer Farm in Honduras

Priciliano Godoy - der Leiter unserer Farm in Honduras

Vieles hat er in den letzten Wochen und Monaten analysiert und überlegt. Und schon nach dieser kurzen Zeit hat er erstaunliches in die Gänge gebracht: viele alte Zäune wurden ausgewechselt und momentan werden an vielen Stellen Bäume gepflanzt um das ganze Areal attraktiver und schattiger zu gestalten. Aber das sind nur die sichtbaren Veränderungen.

Prici möchte monatlich acht Schweine kaufen.

Prici möchte monatlich 16 Ferkel kaufen.

Prici hat viel tiefergreifende Pläne. So wird die “Granja” ab sofort auch eigenen Käse aus der von unseren Kühen gewonnenen Milch produzieren. Zudem will er die Haltung der Hennen verbessern und einen Stall komplett erneuern. Und er hat zusammen mit dem Direktor des Heimes beschlossen, zukünftig 16 statt nur 8 Ferkel monatlich zu kaufen.

“Wir möchten, dass sich die Kinder ausgewogen ernähren. Daher werden wir zukünftig weniger Hühnerfleisch und dafür etwas mehr Schweinefleisch produzieren” erklärt Prici.

Die Geschichte von Prici ist eine echte Erfolgsgeschichte unseres Heimes hier in Honduras. Mit gerade einmal 11 Monaten kam er zu uns. Inzwischen ist er 25 Jahre alt, hat im letzten Jahr erfolgreich sein Studium an der Universität in Catacamas als Agrar-Ingenieur abgeschlossen und arbeitet nun vorerst als “Año Familiar” (eine Art Servicejahr) als Leiter der Granja.

Prici auf der Farm in Honduras bei den Küken

Prici auf der Farm in Honduras bei den Küken

Gerade für die Kinder und Jugendlichen ist es wichtig, Vorbilder wie Prici zu haben und zu sehen, was man im Leben erreichen kann, wenn man daran glaubt und hart arbeitet.

Das Ziel das er sich für dieses Jahr gesteckt hat ist kein leichtes: “Ich möchte, dass die Granja organisierter arbeitet und das wir alles was unsere Kinder an Fleisch, Milch und Eiern benötigen auch wirklich hier produzieren. Nur so sind wir unabhängig von schwankenden Preisen und Qualitäten auf dem Markt.”

Aber nicht nur die Wirtschaftlichkeit ist Prici wichtig. Immer hat er auch die Interaktion mit den Kindern im Kopf: “Die Granja soll nicht nur ein Ort sein wo gearbeitet und produziert wird. Sie soll auch auch eine Chance für die Kinder sein, sich zu erholen und die Umwelt und die Tiere zu genießen.”

Kinder auf der Farm in Honduras

Kinder auf der Farm in Honduras

Nicht immer rufen ihn die Kleinen beim Namen – manchmal ist Prici auch einfach nur “hermano”: ihr großer Bruder.

Hier finden Sie alles, was Prici bei seiner Arbeit auf der Farm in Honduras benötigt. Bitte unterstützten Sie sein tolles Engagement mit der Spende von z.B. Schweinen, Küken, Saatgut etc..

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Haiti kehrt zur Normalität zurück

Port-au-Prince, 26. Februar 2010 – Wenn man heute durch Port-au-Prince fährt, erfreut es das Herz, wenn man die kleinen Zeichen der Verbesserung sieht: Männer haben große Mengen Müll in den Straßen eingesammelt, Gräben wurden gezogen bzw. gereinigt und in hellgelbe USAID-Shirts gekleidete Leute waren emsig damit beschäftigt, den Schutt wegzuräumen. Diese traumatisierte Stadt aus bröckelnden Häusern und Zeltsiedlungen kehrt zur Normalität zurück. Die Märkte sind offen, und ein Strom von Händlern und Anbietern verkauft Gemüse, Haushaltswaren, Hähnchen… Ein neuer Geschäftszweig scheint sich aufgetan zu haben, um den wachsenden Bedarf der Leute zur Errichtung von Zelten zu decken: Faustdicke Äste werden an den Ecken verkauft, und die Menschen werkeln inmitten der Zeltstädte an der Errichtung neuer Unterkünfte. Diese neuen Heime bestehen aus Ästen, an denen man Decken  und Zeltplanen befestigt, um Wände und Dächer zu haben.

Als wir unser letztes update schrieben, gab es Patienten, die außerhalb des Krankenhauses im Innenhof untergebracht worden waren. Für unser medizinisches Personal war es schwierig ein hohes Niveau an medizinischer Versorgung aufrecht zu erhalten, aber sie schafften es doch. Eine Säuglingsschwester schaffte es sogar, einer in den Wehen liegenden Frau eine Bluttransfusion zu geben, obgleich es wegen der Hitze Stunden länger dauerte.

Nach der 2. Nacht im Freien konnte Father Rick alle überzeugen wieder in das Haus zurück zu kehren. Er erklärte ihnen, dass auch er im Hospital lebe und dass er es in einem Notfalle nicht verlassen würde, bis alle anderen draußen und sicher wären. Er erklärte, dass er Zelte haben errichten lassen, die man im Falle eines neuerlichen Erdbebens sofort nützen könne. An diesem Tage waren italienische Techniker gekommen und haben sich wieder einmal des Hauses angenommen. Sie schlugen außen einigen Zement ab und prüften die Stärke der Träger. Die bauliche Struktur des Krankenhauses ist gesund. Als sie dies hörten, glaubten die Patienten ihm und an ihn und gingen wieder hinein.

Die ersten Prothesen sind eingetroffen

Gestern sahen wir im Kay St. Germaine zu unserer grossen Freude ein kleines Wunder. Der 10-jährigen Leel Ulysse war nach dem Beben der rechte Fuß amputiert worden. Gestern wurde sie mit einer Fußprothese ausgestattet. Die Prothese wurde von einem italienischen Techniker-Team hergestellt, das für eine Woche bei uns ist und einen Container voll mit modernster Ausrüstung mitgebracht hat, alles gestiftet. Weitere Teams werden kommen und dieses Material verwenden. Insgesamt konnten sie in 2 Tagen 10 Kindern Prothesen anpassen.

Die ersten Prothesen werden erwartet.

Die ersten Prothesen werden erwartet.

Mutterschaft und Neugeborenen-Station

Dort war es die letzten Tage ruhig, da es keine Nachbeben gegeben hatte. Für die Mütter ist es viel besser, drinnen aufgehoben zu sein, und wir sind froh dass sie wieder im Haus sind. Auf dieser Station wurden seit  Inbetriebnahme nach dem Beben 45 Säuglinge geboren worden. 2 gesunde Säuglinge kamen in der letzten Nacht zur Welt. Ein hübsches dickes Mädchen wurde vor 2 Tagen geboren und von den Eltern nach Alison, unserer wunderbaren Säuglingsschwester, benannt. Alison wird nun auch Patin fuer ihre kleine Namensvetterin. Männliche Zwillinge wurden heute Nacht dort eingeliefert, 2,5 bzw. 1,5 kg schwer.

Neugeborenes auf der Kinderstation in St.Damien.

Neugeborenes auf der Kinderstation in St.Damien.

Krankenhaus St.Damien

Das Krankenhaus ist nun schätzungsweise zu 90% in dem Zustand, in dem es vor dem Beben war. Es gibt 130 stationäre Kinder, sowie täglich 100 ambulante Patienten und 30 ambulante orthopädische Fälle. Alle erwachsenen postoperativen Fälle haben das Krankenhaus verlassen, von denen eine Hand voll draußen am Haupteingang in einem Zelt zur weiteren Behandlung verbleibt.

Seit unser St. Damien Krankenhaus nun als das orthopädische Zentrum Haitis betrachtet wird, kommen kontinuierlich Patienten, um Dienste wie die Amputationsrevision, Verbandswechsel oder Physiotherapie in Anspruch zu nehmen.

Die Arbeit im italienischen Chirurgie-Zelt wurde fuer den Moment eingestellt, da der Bedarf an chirurgischen Leistungen ein wenig zurückgegangen ist. Aber die Italiener haben ihre gesamte Ausstattung incl. eines EKG-Gerätes, Ultraschall und einem kompletten OP-Tisch mit allem Zubehör da gelassen. Das italienische Zivil-Militär wird bleiben und uns noch einige Monate lang helfen. Diese Woche errichteten sie ein Stützgerüst rund um die Kapelle, und sie helfen ebenfalls St. Luke bei der Lebensmittel-Verteilung.

Im Bereich der Patientenversorgung unterstützen sie uns mit Hubschrauber-Flügen von Patienten auf ihr Basisschiff, um dort besondere Scanning-Prozesse auszuführen.

Die beiden OP-Säle im St. Damien arbeiten weiter. Einer wird nur für orthopädische Operationen eingesetzt, der andere dient der allgemeinen Chirurgie, die von dem einheimischen, auf Kinderchirurgie spezialisierten Dr. Jeudy, wahrgenommen wird. Dr. Tom Green und sein orthopädisches Spezialistenteam aus Seattle reist morgen nach einem Monat Arbeit ab. In dieser Zeit führten sie mehr als 300 chirurgische Operationen aus (das Photo von heute zeigt einen gebrochenen Oberschenkel-Knochen).

Im Anschluss  an die Nachbeben der Stärke 4,7 am Sonntag und am Montag hat die Krankenhaus-Leitung einen Standard-Evakuierungsplan ausgearbeitet. Jede Abteilung hat nun ein genau bezeichnetes Zelt draußen für den Fall einer weiteren Räumung.

Ebenso wurden gegenüber dem Fußballplatz Zelte errichtet, die zur Unterbringung von Kindern und Erwachsenen dienen, die von weiter her kommen, um ihre Überprüfungen oder Verbandswechsel vornehmen zu lassen. Ebenso wurden Duschen und Waschräume fertig gestellt.

Die Personalabteilung hat ein Team eingestellt, das den Angestellten dabei hilft, mit mentalen Schäden bei Patienten durch psychologischen Betreuung fertig zu werden.

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Gemüse auch für die Armen und Senioren

Die jungen Frauen und Männer unserer Kinderdörfer in Nicaragua besuchen momentan den Landwirtschaftsunterricht. Zwei Gruppen mit jeweils 75 Personen lernen zweimal pro Woche alles Wissenswerte auf unseren Feldern.

Gemüse wie Gurken, Karotten und Tomaten werden gepflanzt und neben dem eigenen Verzehr, werden sie an die Armen und Alten in der Nähe unseres Heimes verteilt.

Jeder Jugendliche des Kinderdorfs muss 30 Stunden Sozialdienst in der Gemeinde vor Ort ableisten. Das bedeutet, dass sie ein Teil des angepflanzten Gemüses unter den Armen und den Senioren der Umgebung verteilen, sie auch besuchen und eine schöne Zeit mit ihnen verbringen.

Deshalb mussten wir auch Gurken, Karotten und Tomaten auf rund einen viertel Hektar Land unseres Heimes „Casa Santiago“ – das größte in Nicaragua – anpflanzen. So können die jungen Leute, neben dem Erlernen, auch diese schöne Aufgabe übernehmen.

Hier finden Sie alles was unsere Farm in Nicaragua für den Betrieb benötigt. Bitte unterstützten Sie uns mit z.B. Saatgut, Hacken, Schaufeln etc..

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Was Familie in der Fastenzeit bedeutet

Liebe Freunde

Die Fastenzeit wird als schwere Zeit verstanden. Die Dunkelheit des Winters, die Erkenntnis von Sünde und persönlichen Versagens, die Suche nach Buße und Selbstdisziplin. Dies findet statt, in der die tägliche Sonnenscheindauer zunimmt bis hin zum vollen Licht des Frühlings. Welches das reiche Symbol des Sieges des Lichtes in der Wiederauferstehung ist.

Wir haben die Leichname von Mikhael, Delourdes und Ronald Ferdinand (die Geschwister des ehemaligen Heimbewohners und jetzigen NPFS Mitarbeiters Joseph) gefunden. Sie ruhen gegenwärtig in unserer Krankenhauskapelle und werden heute in St. Helene begraben. Dies waren sehr gefühlsbeladene Tage für uns, insbesondere für Joseph und seinen älteren Bruder Dodo. Während der Messe gestern war die Kirche voll mit aelteren „Hermanos“, weinend und tröstend. Sie zeigten, dass die Familienbande, die wir versuchten einzuflößen, Realität sind, und klar sichtbar werden, wenn es darauf ankommt. Wir standen vor ihren leblosen Körpern, ohne Worte, mit nichts als uns selbst gegenseitig und unserem Glauben, unserer Hoffnung und unserer Liebe. Diese heilen wirklich und geben neuen Mut. Ihre Wahrhaftigkeit und in die Tiefe gehende Dynamik sind erstaunlich anzusehen. Father Wasson’s  Intuitionen und Instinkte hinsichtlich der Fähigkeit einer Gemeinschaft eine Familie zu bilden, waren richtig.

Gottesdienst auf dem eingestürtzten Father Wassen Center

Gottesdienst auf dem eingestürtzten Father Wassen Center

Vier von unseren größeren „Hermanos“ wurden gestern bei verschiedenen Vorfällen verhaftet, 2 von der haitianischen Polizei während einer kleinen Ausgabe von Reis. Die Polizei beschuldigte sie, diesen Reis gestohlen zu haben, und die übliche krumme Tour nahm ihren Verlauf. Sie wurden erst freigelassen, nach dem die Polizisten den meisten Reis für sich abgezweigt hatten.

Zwei weitere wurden durch das US-Militär festgesetzt, als der Bus, in dem sie sich als Fahrgäste befanden, ein anderes Fahrzeug rammte. Wir können immer noch nicht verstehen, warum sie als Täter ausgewählt wurden. Einer wurde mit Handschellen gefesselt und geschlagen.

Ich erwähne dies, weil die beiden Jugendlichen bis dahin klare Vorstellungen von Recht und Unrecht hatten, von Ehrlichkeit und Korruption und wie man damit umgeht. Anstelle den Vorschlägen anderer zu folgen, die Vorfälle über das Radio zu veröffentlichen, kamen sie zu „Papa“ (also zu mir), wie sie sagten, um darüber zu sprechen und sich damit auseinander zu setzen.

Ich bewundere ihre Ausgeglichenheit und ihre Ablehnung, sich unfair behandeln zu lassen.  Es gab eine lange Diskussion darüber, wie man vorgehen solle. Und es führte ebenso zu einer ausgiebigen Erörterung der Wichtigkeit, solche Ereignisse nicht für sich zu behalten. Mit anderen Worten, es geht darum, dass Opfer häufig dem Gefühl unterliegen, dass sie es aus irgendeinem Grunde verdient hätten, was ihnen geschah. Ich fand es gut, dass sie zu mir  kamen, um sich Hilfe dahingehend zu holen, wie man mit der Angelegenheit umgehen solle und wie man sich mit ihr auseinander zu setzen habe.

Gottesdienst auf dem eingestürtzten Father Wassen Center

Gottesdienst auf dem eingestürtzten Father Wassen Center

Der dritte Vorfall war ebenso bemerkenswert. Eine junge Frau wurde mit Wehen in unser Krankenhaus gebracht. Ihr Vater, ihre Mutter und ihr Mann waren im Erdbeben umgekommen, und nun wollte sie das Baby nicht mehr bekommen. Fortwährend weinte sie und schrie zu ihrem Ungeborenen „Komm nicht raus, bleib wo du bist, es kein Platz da für dich. Es gibt für niemanden einen Platz.“

Sie kämpfte buchstäblich gegen die Niederkunft. Die Hebamme, eine Freiwillige aus Italien, versuchte ihr zu helfen. Anstatt während der Kontraktionen zu drücken, zog sie tief Luft ein und vermied so Pressung im Unterleib, und forderte die Umstehenden auf, sie alleine zu lassen, bettelnd, dass das Baby nicht in eine solche Welt entlassen werden solle.

Die italienischen Hebammen weinten und beschworen die Mutter, dass das Leben etwas Gutes sei. Sie beschworen die Mutter, ihr Kind anzusehen und willkommen zu heißen. Sie waren nicht nur Geburtshelferinnen für das Baby, sondern auch für die Seele der Mutter. Nachdem sie 12 Stunden den Wehen widerstanden hatte, kam dann das kleine Baby, und es gab eine Mutter mit einem neuen, aber weit entfernten Leuchten in ihren Augen.

Es lässt mich schaudern.

Lasst uns Gott danken, für die Kraft, die uns Familie während der Fastenzeit verleiht, und für die kraftvolle Wahrheit, dass sogar ohne Blutsbande oder kulturelle Bande jeder für seinen Nächsten Familie sein kann.

Fr. Rick Frechette

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Obst- und Gemüseanbau im Kinderdorf

Hilfe zur Selbsthilfe

Hier im Kinderdorf in Honduras auf der Rancho Santa Fé betreiben wir einen großen landwirtschaftlichen Bereich. Da gibt es zum einen die “Granja”, in der Hühner, Kühe und Schweine gehalten werden und zum anderen die “Hortaliza”. Hier bauen wir verschiedene Obst- und Gemüsesorten an.

Die "Hortaliza"- Anbau verschiedene Obst- und Gemüsesorten

Die "Hortaliza"- Anbau verschiedener Obst- und Gemüsesorten

Wir haben dabei klare Ziele: unsere Kinder und Jugendlichen sollen mithelfen und sogar eigenverantwortlich arbeiten, Erfahrungen sammeln und über Landwirtschaft lernen. Außerdem können wir durch die Erträge fast den gesamten Eigenbedarf unseres Kinderdorfes sichern!

Im letzten Sommer haben wir ein System etabliert, auf das wir sehr stolz sind. Insgesamt 8 “Año Familiares” (Jugendliche und junge Erwachsene aus unserem Heim die 1 oder 2 Jahre durch ihre Arbeit mithelfen) haben jeweils eine eigene “Parcela”, also einen Abschnitt des Geländes, zur Bewirtschaftung bekommen. In Absprache mit Oscar Cruz, dem Koordinator der Hortaliza, kultivieren sie hier u.a. Paprika, Tomaten, Möhren, Gurken und Zwiebeln.

Einer dieser Jungs ist Alfredo. Nach seinem Schulabschluss mit Schwerpunkt Elektronik hat er schon sein 1. Hilfsjahr als Helfer in unserer Zahnarztpraxis abgeleistet. Sein Ziel ist ein Universitätsstudium hier in Honduras.

Stolz präsentiert uns Alfredo seine Arbeit.

Stolz präsentiert uns Alfredo seine Arbeit.

Stolz präsentiert er uns sein Feld und erklärt uns, wie er arbeitet und was besonders berücksichtigt werden muss. Alle schweren Arbeiten, wie z.B. das Anlegen der “Camas” (Erdhügel) werden im Team erledigt. Für die alltägliche Pflege des Feldes und der Pflanzen ist Alfredo selbst verantwortlich. Insgesamt kümmert er sich um 21 Erdhügel mit jeweils 85 Metern Länge. “Zuerst pflügen wir das ganze Areal mit einem Traktor, dann messen wir die ‘Camas’ auf einen Meter breite aus und bringen sie anschließend mit Schaufeln und Hacken in ihre Form” erzählt Alfredo. Einige dieser Hügel sind mit schwarzer Plastikfolie bedeckt. “Die Folie schützt meine Pflanzen sehr effektiv vor Krankheiten und verhindert zudem das Wachstum von Unkraut.” Auf diese Weise wird das Risiko eine Ernteausfalls stark minimiert. Seit November 2009 arbeitet Alfredo auf seinem Feld und hat in den letzten Monaten viel gelernt und erfolgreiche Erträge gehabt. Nun gibt er sein Wissen auch an die Jüngeren weiter: “Jeden Freitag gebe ich Kurse für meine Brüder und Schwestern aus der 1. bis zur 6. Klasse.”

Bitte unterstützten Sie uns bei der Beschaffung aller notwendigen Materialien  zum weiteren Ausbau unserer Landwirtschaft in den Kinderdörfern. Hier finden Sie einen Überblick über die aktuell benötigten Dinge, wie z.B. Hacken, Schaufeln, Saatgut, Schweine, Küken etc..

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Besuch im “Streichelzoo”

Mexiko Die Kindheit ist eine Zeit der Neugier und der lehrsamen Erlebnisse. Vor zwei Wochen konnten wir den jüngsten unserer Kinder einen ganz besonderen Tag bereiten. Dank einer großzügigen Spende aus Holland schließt sich unserer Farm jetzt ein Lehrbereich an. In Zusammenarbeit mit Biofauna, einem regional ansässigen Verein zur Umwelterziehung, ermöglichten wir unseren Kindern unter Einbeziehung unseres Farmtiernachwuchses einen Tag „im Streichelzoo“ (Granja Didáctica).

Der Tag war sowohl lehrreich als auch spannend. Die Vereinsmitarbeiter hielten die mitgebrachten Tiere zunächst versteckt während sie die Wichtigkeit des richtigen Umgangs mit Tieren erklärten. Unseren Kindern fiel die wichtige Aufgabe zu, die Tiere zu halten und ihnen ein Gefühl von Sicherheit und Liebe zu vermitteln.

Als die unterschiedlichen Arten von Tieren gezeigt wurden, sah man überall lächelnde Gesichter und deutende Finger. Der Verein brachte unseren Kindern bei, wie man Meerschweinchen, Hasen, Küken, Entchen, Tauben und sogar Mäuse richtig hält und streichelt. Einige der Kinder hatten ein bisschen Angst davor, die Tiere zu halten und dachten, dass ein Tier sie verletzen könnte. Aber die Betreuer versicherten ihnen die Gefahrlosigkeit und schon bald knuddelten die Kinder Hasen und sahen fasziniert zu, wenn eine Taube auf ihrem Finger saß. Unsere Kinder hatten großen Spaß dabei, ihre Tiere mit denen ihrer Freunde zu vergleichen und zeigten den Betreuern und Vereinsmitgliedern stolz, dass in ihren Armen sogar ein Hase eingeschlafen war.

Sobald sich alle unserer Kinder mit den Tieren auf dem Arm wohlfühlten, ging es weiter in die Ställe der Farmtiere im Lehrbereich, um etwas über Ziegen und Schweine zu lernen. Normalerweise sehen unsere Kinder die Schweine erst, wenn sie bereits viel größer sind und die Ziegen, wenn sie als Statisten in der Weihnachtsaufführung der Schule mitwirken. Aber an diesem Tag sollten unsere Kinder sehen, wie sich diese Tiere benehmen, solange sie noch jung sind und wir waren alle überrascht, wie laut eines der Ferkel quiekte. Ob es Angst vor uns hatte? Die Betreuer mahnten die Kinder, sehr still und ruhig mit dem Ferkel umzugehen. Die Kinder beruhigten sich zuerst, danach das Ferkel. Als es ganz still geworden war nahm es eins der Vereinsmitglieder hoch und brachte es herüber, so dass alle Kinder es streicheln konnten. Manche der Kinder waren ein wenig verhalten dabei, etwas zu streicheln, was nur wenige Minuten zuvor so furchtbar gequiekt hatte. Aber ein zehnjähriges Mädchen ging geradewegs auf das Ferkel zu, lächelte und sagte: „Keine Sorge, ich tu dir nichts!“ Indem sie das Ferkel streichelte, zeigte sie uns, wie man Vertrauen aufbaut. Viele unserer Kinder hatten wohl keine gesunde, vertrauensvolle Beziehung zu den Menschen in ihrem Leben bevor sie in unser Heim kamen. Der Einsatz von Tieren war eine tolle Möglichkeit, ihnen indirekt nahe zu bringen, dass solch wichtige Beziehungen noch immer aufgebaut werden können.

Auch im weiteren Verlauf des Tages hatten die Kinder noch viel Spaß mit den Tieren. In den Ziegenställen wendeten sie ähnliche Vertrauens-Aufbau-Methoden an und zum Schluss fühlten sich die Ziegen sogar wohl dabei, ihnen aus der Hand zu fressen. Wir schlossen den Tag mit einer Malstunde ab. Manche unserer Kinder setzten vor dem Malen ihre Tiere zurück aber andere zogen es vor, mit einer Hand zu malen und mit der anderen ihr Tier zu halten. Als es an der Zeit war, die Tiere zurückzubringen, kümmerten sich unsere Kinder darum, dass die Tiere sicher in ihre Käfige gesetzt wurden und schließlich erhielten alle noch antibakterielles Desinfektionsmittel für die Hände.

Als unsere Kinder den Lehrbereich der Farm verließen und dabei mit Freunden und Betreuern glücklich Geschichten über ihre Erfahrungen austauschten, war ganz offensichtlich, dass sie diesen fröhlichen und lehrreichen Tag sehr genossen hatten!

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Informationsveranstaltungen: So helfen Ihre Spenden

Sie sollen bestens informiert sein, wie Sie den Kindern und Menschen in Lateinamerika und der Karibik helfen. Wir werden Sie bei verschiedenen Veranstaltungen in diesem Jahr über die aktuelle Lage in Haiti informieren. Darüber hinaus berichten Mitarbeiter, Freiwillige und Gäste über das Leben in unseren anderen Kinderdörfern in Lateinamerika.

Sie sind herzlich eingeladen:
Treffen Sie unsere Mitarbeiter, Freiwillige und Gäste

Karlsruhe – Sonntag, 18. April 2010

Programmauszug:

  • Bericht über die Hilfe in  Haiti sowie aktuelle Lage
  • Besonderer Gast: Dieter Kronzucker, der Journalist ist seit Januar 2010 Schirmherr von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V.

Ort: Stephanssaal, Ständehausstr. 4, 76133 Karlsruhe

Einlass 10:00 Uh, Programm von 10:30  bis 14:00 Uhr

Landshut – Donnerstag, 22. April 2010

Programmauszug:

  • Bericht über die Hilfe in Haiti sowie aktuelle Lage
  • Erfahrungsberichte freiwilliger Mitarbeiter aus den Kinderdörfern

Ort: Pfarrzentrum St. Martin,  Martinsfriedhof 225, 84028 Landshut

Einlass 18:30 Uhr, Programm von  19:00 bis 21:00 Uhr

Kirchzarten – Donnerstag, 29. April 2010

Programmauszug:

  • Haiti: Bericht über die Hilfe sowie aktuelle Lage
  • Bolivien: Informationen über die Sonderaktion aus Freiburg und dem Dreisamtal: Finanzierung eines Wohnhauses für Waisenkinder

Ort: Kurhaus Kirchzarten, Dietenbacherstraße 22,  79199 Kirchzarten

Einlass 17:30 Uh, Programm von 18:00 bis 20:00 Uhr

Ihre persönliche Eintrittskarte

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist natürlich kostenlos. Bitte bringen Sie auch Freunde, Bekannte oder Verwandte mit! Da wir bei den Veranstaltungen jedoch eine begrenzte Anzahl von Plätzen haben, bitten wir Sie um eine verbindliche Anmeldung.

Fordern Sie Ihre persönliche Eintrittskarte an
Telefon:    0721-35440-169
oder per
Email:        pr.info@nphamigos.de

Bitte geben Sie uns die folgenden Daten  für eine zügige Bearbeitung an:

  • vollständige Postanschrift
  • Telefonnummer unter der Sie erreichbar sind für eventuelle Rückfragen
  • Anzahl der Teilnahmer
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Vulkan aktiv – Kinderdorf evakuiert

Nicaragua – Der Vulkan  Concepción auf der Insel Ometepe in Nicaragua ist seit Tagen wieder aktiv. Der Zivilschutz hat begonnen die gefährdeten Gebiete zu evakuieren. Das Kinderdorf gehört bisher nicht dazu.

Der rauchende Vulkan hinter unserem Kinderdorf

Der rauchende Vulkan hinter unserem Kinderdorf

Trotzdem haben am Sonntag unsere Mitarbeiter auf der Insel Ometepe beschlossen , die noch in unserem Kinderheim auf der Insel lebenden Kinder auf das Festland zu evakuieren. Sie sind in unserem neuen noch im Bau befindlichen Heim untergebracht.

Obwohl es noch keine offizielle Aufforderung gab, die Insel zu verlassen, nutzten wir die Osterferien in Nicaragua, um unsere Kinder in Sicherheit zu bringen. Zum Glück haben wir vor einigen Wochen eine Spende von Betten und Matratzen erhalten, so dass wir alle unsere 168 Kinder und Jugendlichen in unserem neuen Kinderheim auf dem Festland ohne größere Probleme unterbringen können.

Unseren älteren Jugendlichen leben bereits seit ca. einem Jahr in den bereits fertigen Gebäuden des neuen Kinderdorfs. Die kleinen Kinder wohnen schon immer auf dem Festland.

Rauchender Vulkan hinter dem Kinderdorf

Rauchender Vulkan hinter dem Kinderdorf

In den nächsten zwei Wochen werden wir die Situation beobachten und uns darauf vorbereiten, wie wir alle Kinder falls nötig auf dem Festland unterrichten  können.

2005 musste das Kinderdorf bei einem Ausbruch schon einmal komplett evakuiert werden. Danach wurde beschlossen ein neues Kinderdorf  in sicherer Entfernung zum Vulkan auf dem Festland zu bauen.

Evakuierung des Kinderdorfs im November 2005 während des Vulkanausbruchs

Evakuierung des Kinderdorfs im November 2005 während des Vulkanausbruchs

Evakuierung des Kinderdorfs im November 2005 während des Vulkanausbruchs

Evakuierung des Kinderdorfs im November 2005 während des Vulkanausbruchs

Evakuierung des Kinderdorfs im November 2005 während des Vulkanausbruchs

Evakuierung des Kinderdorfs im November 2005 während des Vulkanausbruchs

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Der lange Weg zum sauberen Wasser

Trinkwasser ist in Haiti blaues Gold

Für Menschen in westlichen Kulturkreisen ist der Zugang zu sauberem Wasser selbstverständlich. Ganz anders in vielen Staaten der Dritten Welt. In Haiti beispielsweise, einem der ärmsten Länder der Welt, haben Millionen von Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Das Erdbeben vom 12. Januar hat die Situation noch einmal dramatisch verschärft. Bereits vor dem Beben musste die Bevölkerung Wasser kaufen. Heute muss ein Haitianer für knapp 19 Liter Wasser mehr als 4,50 Euro bezahlen. Da mehr als 50 Prozent der Bevölkerung in Armut lebt und mit weniger als einem Euro pro Tag auskommen muss, ist Wasser für viele ein unerschwinglicher Luxus. Das international tätige Hilfswerk „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ lieferte bereits vor dem Erdbeben im Rahmen des Sankt Lukas Nachbarschaftsprogramms täglich rund 80.000 Liter sauberes Wasser in die Slums von Port-au-Prince. Seit dem Erdbeben sind es rund 136.000 Liter pro Tag.

Der Weg des Wassers zu den durstigen Menschen

Gegen 8:00 Uhr haitianischer Zeit verlassen ein Fahrer und zwei Mitarbeiter von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ das Krankenhausgelände des Kinderhilfswerks. Dort waren nach dem Erdbeben zeitweise bis zu 500 Verletzte täglich behandelt worden. Mit einem Tanklastzug, der rund 11.000 Liter Wasser fasst, fahren die Mitarbeiter zur Wasserquelle.

Mit einem Tanklastwagen werden regelmäßig Wasserlieferungen in die Slums gebracht.

Mit einem Tanklastwagen werden regelmäßig Wasserlieferungen in die Slums gebracht.

Meist ist die Schlange sehr lang, dann heißt es geduldig warten, oft mehr als eine Stunde. Das Auftanken dauert nur zehn Minuten.

Tanklastwagen werden an einer öffentlichen Befüllstation befüllt.

Tanklastwagen werden an einer öffentlichen Befüllstation befüllt.

Alle Wasserlieferungen gehen in die Slums von Port-au-Prince. Einige davon nach Wharf Jeremie, einen der gefährlichsten Slums der Welt. Er liegt in Cité Soleil – übersetzt heißt das Sonnenstadt – die doch so wenig Wärme bietet. Vielmehr ist Cité Soleil das Elendsviertel von Port-au-Prince, in dem bis vor dem Beben Hunderttausende in bitterster Armut lebten. Das Wenige, das die Menschen besaßen, nahm ihnen das Erdbeben. Trotz hoher Kriminalitätsrate fühlen sich die Mitarbeiter von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ in den Slums weitgehend sicher. Die Hilfsorganisation ist in Haiti bekannt für ihr soziales Engagement und ihren Mitarbeitern wird eine hohe Wertschätzung entgegengebracht. In Cité Soleil warten die Menschen bereits auf das kostenlose Wasser. Um schnell zu den Menschen zu gelangen, fährt der Tanklastzug auch durch enge Gassen und unwegsames Gelände.

Geordnete Wasserverteilung erleichtert die Arbeit

„Wasser, Sankt Lukas ist da, Wasser, Wasser“, ruft ein kleiner Junge, der den Lastwagen von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ mit dem einprägsamen Logo erspäht. Nach diesem Hinweis des Kindes dauert es keine fünf Minuten bis sich hunderte von Erwachsenen und Kinder beim Wassertanklastwagen einfinden. Jeder von ihnen kennt die Spielregeln. Wer sich nicht in die Schlange stellt, erhält kein Wasser.

Die Menschen warten geduldig in der Schlange bis sie kostenlos Wasser erhalten.

Die Menschen warten geduldig in der Schlange bis sie kostenlos Wasser erhalten.

Während ein Mitarbeiter den Wasserhahn bedient, kontrollieren die beiden anderen die Schlange und sorgen für Ruhe und Ordnung, indem sie mit den Menschen reden. Jeder aus der Schlange darf nur zwei Behälter auffüllen. Mit diesem Wasser müssen die Menschen gut haushalten und das bei Temperaturen von derzeit über 30 Grad Celsius. Auf die Frage, ob das Wasser reicht, bis der nächste Transport kommt, antwortet eine Frau: „Natürlich nicht, aber wir sind jedes Mal dankbar, wenn der Transporter kommt. So bleibt uns und den Kindern ein langer Fußmarsch erspart. Das Wasserholen ist einer von unzähligen Kämpfen hier, die wir jeden Tag zu meistern haben.“ Und ein rund 9-jähriges Mädchen schildert ihre Erfahrungen: „Ich lebe bei meiner Tante. Sie ist gerade auf dem Markt. Ich muss dafür sorgen, dass es zu Hause Wasser gibt, sonst muss ich es später sehr weit entfernt holen.“ Wenn das Kind den Wassertanklastzug von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ versäumt, muss es in einem der Nachbarorte nach Wasser fragen. Diese sind mitunter vier bis fünf Kilometer entfernt. Und falls es Wasser gibt, kann es vorkommen, dass das Kind einen 20-Liter-Behälter den ganzen Weg zurück tragen muss. Wenn es kein Wasser gibt, was auch häufig vorkommt, muss das kleine Mädchen durstig nach Hause.

Damit die Wasserlieferungen auch weiterhin aufrechterhalten und ausgeweitet werden können, bittet „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“ um Spenden auf das Konto 12.000 bei der Sozialbank Karlsruhe, Bankleitzahl 660 205 00.

oder unter

www.MyGoodShop.org

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