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Monatsarchiv für Januar 2010

55-jähriges Jubiläum

Mexiko Unser ältestes Heim besteht seit 55 Jahren und wir freuen uns besonders, daß wir im Jubiläumsjahr ein neues Kinderdorf eröffnen konnten. Es liegt an der nördlichen Grenze von Mexiko. Wir nehmen dort auch Kinder auf, die von ihren Eltern zurückgelassen werden auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen in den USA. Zusätzlich zu den 12 Kindern, die dort aktuell leben, haben wir in unserem “alten” Kinderdorf in Mexiko knapp 130 Kinder neu bei uns aufgenommen. So leben und lernen jetzt insgesamt 820 Mädchen und Jungen in unseren Häusern in Mexiko.

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UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V.
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Sternstunden unterstützt Erdbebenopfer mit 360.000 Euro

Hilfe soll den zahlreichen Waisenkinder zugute kommen

Der Sternstunden e.V. unterstützt Waisenkinder in Haiti, deren Eltern bei dem Erdbeben am 12. Januar 2010 ums Leben gekommen sind, mit einer Spende in Höhe von 360.000 Euro. Der gemeinnützige Verein vertraut die Summe dem Kinderhilfswerk „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“ an, das sich seit mehr als 20 Jahren in Haiti engagiert. Die Organisation unterhält ein Kinderdorf, Schulen, Straßenschulen, ein Krankenhaus sowie einige therapeutische Einrichtungen im Großraum Port-au-Prince. Das Geld soll dazu verwendet werden mindestens 200 Waisenkindern ein neues liebevolles Zuhause im Kinderdorf der Organisation „St. Helene“ zu schaffen.

Während des Erdbebens wurden große Teile der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince zerstört. Das Kinderdorf von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ liegt in Kenscoff, rund 40 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Die Gebäude wurden zwar beschädigt, konnten aber schon kurz nach dem Erdbeben von italienischen Sicherheitsexperten zum bewohnen freigegeben werden. Derzeit haben dort mehr als 420 Kinder und Jugendliche ein Zuhause. Im Notfall könnten bis zu 500 weitere Waisenkinder aufgenommen werden. Die Spende vom Sternstunden e.V. ermöglicht es, 200 Waisenkinder in die große Familie von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ zu integrieren. Dort erhalten sie psychologische Hilfe zur Bewältigung der Traumata und – viel wichtiger – sie sind wieder Teil einer großen Familie, die ihnen Schutz, Sicherheit und Geborgenheit vermittelt.

Bereits kurz nach dem Erdbeben wurden 75 Kinder im Kinderdorf aufgenommen. 30 behinderte Kinder, die in den Trümmern des General Hospital in Port-au-Prince gefunden wurden, leben inzwischen in „Kay St. Germaine“, dem Rehabilitations- und Physiotherapiezentrum der Organisation.

Die Sozialarbeiter, so teilte der deutsche Arzt Peter Tinnemann gestern in einem Telefonat mit, arbeiteten bereits seit Tagen mit Hochdruck daran, Angehörige von Kindern zu finden, die alleine aufgefunden wurden. Der deutsche Arzt Peter Tinnemann ist seit zwei Wochen in Haiti, hat die Hilfsmaßnahmen der Organisation koordiniert und geholfen, im Krankenhaus „St. Damien“ Opfer des Erdbebens zu behandeln. Rund 40 Mitarbeiter von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ sind in den Straßen von Port-au-Prince unterwegs auf der Suche nach vermeintlichen Waisenkindern, um sie vorläufig in den Einrichtungen der Organisation aufzunehmen, so lange bis geklärt ist, ob es noch Angehörige gibt.

Rund 50 Prozent der Bevölkerung in Port-au-Prince sind Kinder. Erst in einigen Wochen oder Monaten wird sich herausstellen, wie viele Kinder durch das Erdbeben ihre Angehörigen verloren haben. „Die alleine aufgefundenen Kinder benötigen aber schon heute Schutz, Nahrung, Kleidung und vor allem viel Zuwendung. Die Spende von Sternstunden ermöglicht es uns, diejenigen aufzunehmen, die dauerhaft unseren Schutz benötigen“ sagt Heiko Seeger, Geschäftsführer des deutschen Förderbüros von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“

Seit der Gründung im Jahr 1993 setzt sich Sternstunden weltweit für Kinder und Jugendliche ein, die krank, behindert oder in Not geraten sind. Auch Sternstunden beschäftigt sich eingehend mit der kritischen Lage der Kinder und Jugendlichen im Krisengebiet. Die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks legt großen Wert darauf, dass auch in diesem Fall nachhaltig und langfristig zur Verbesserung der Situation der vom Erdbeben betroffenen Kinder und Jugendlichen beitragen werden kann. Daher unterstützt Sternstunden seriöse Einrichtungen, die bereits vor dem Erdbeben in Haiti tätig waren, beim Wiederauf- und ausbau der bereits in den letzten Jahren realisierten Kinderhilfsmaßnahmen.

TV-Beitrag des Bayrischen Rundfunks über das Kinderdorf in Kenscoff

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Ein Lied für Haiti

Benefizkonzert deutscher Künstler zugunsten der Erdbebenopfer

Am kommenden Dienstag, 2. Februar 2010, findet um 19.00 Uhr im großen Saal des Pullmann Hotels in Köln ein Benefizkonzert zugunsten der Kampagne „Schulen für Haiti“ statt. Viele Künstler und Bands, darunter Emma Landford, Glashaus, Stoppok und Rodgau Monotons haben sich spontan bereit erklärt unter dem Motto „Ein Lied für Haiti“ den Erdbebenopfern zu helfen. „Schulen für Haiti“ ist eine Kampagne der beiden Schauspielerinnen Alissa Jung und Janin Reinhardt, in Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfswerk „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“. Karten sind bundesweit an allen Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse erhältlich.

„Kurz nachdem die Katastrophe über Haiti hereinbrach, hielt die Welt inne. Auch wir“, erklärt Mike Kleiss, Initiator des Benefizkonzerts. Zusammen mit Rolf Stahlhofen, dem ehemaliger Sänger der „Söhne Mannheims“, entwickelte er die Idee für das Benefizkonzert. Spontan sagten dreizehn Musiker und Bands sowie sieben Comedians ihre Teilnahme zu. Das komplette Programm findet sich unter www.lied-fuer-haiti.de. Auch das Pullmann Hotel in Köln war sofort bereit den großen Saal, in dem rund 1.200 Gäste Platz finden, für das Festival kostenlos zur Verfügung zu stellen. Alle Künstler verzichten auf ihre Gagen, die Eintrittspreise kommen in voller Höhe „Schulen für Haiti“ und damit den Erdbebenopfern zugute.

Künstler wie Sebastian Hämer, Erkan Aki, Purple Schulz, Worthy, Wonderwall, Daniel Schuhmacher, Frank Fischer, Nosie Katzmann, Dieter Kirchenbauer, Mundstuhl, Knacki Deuser, Jörg Knör, Lisa Feller, Abdelkarim und Onkel Fisch unterstützen die ärmsten der Armen, die Kinder in den Slums von Haiti. „Lasst uns den Menschen in Köln an diesem Abend ein Lächeln auf die Lippen zaubern und dieses Lächeln den Menschen in Haiti schenken“, sagt Rolf Stahlhofen. Auch Alexandra Kamp begleitet das Konzert.

Alle Einnahmen des Abends gehen an „Schulen für Haiti“, eine Kampagne, die von dem Kinderhilfswerk „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ getragen wird. Die Organisation ist bereits seit 1988 in Haiti tätig und hat neben dem Kinderdorf „St. Hélèn“ in Kenscoff ein Kinderkrankenhaus, mehrere therapeutische Einrichtungen, ein Berufausbildungszentrum, Schulen und unterhält darüber hinaus 18 Straßenschulen in den Slums von Port-au-Prince. Alissa Jung und Janin Reinhardt unterstützen zwei dieser Straßenschulen: Fond Peje und Mixte de la Grace. Fond Peje wurde beim Erdbeben komplett zerstört.

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Charité unterstützt Hilfseinsatz in Haiti

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin gewährt pflegerischen Mitarbeitern, die sich zu einem Einsatz in der vom Erdbeben verwüsteten Hauptstadt Haitis entschließen, eine Freistellung von bis zu zehn Arbeitstagen. Dr. Peter Tinnemann vom Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie am Campus Charité Mitte arbeitet bereits in dem von der Hilfsorganisation „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ betriebenen Kinderkrankenhaus „St. Damien“ in Port-au-Prince. Dort sind seinem Bericht zufolge mittlerweile ausländische Ärzte eingetroffen, aber es gibt nach dem Beben kaum pflegerisches Personal. Mögliche freiwillige Helfer müssten sich der chaotischen und riskanten Situation vor Ort bewusst sein, erklärt das Berliner Universitätsklinikum in einer internen Information an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sollten psychisch und physisch extrem belastbar sein, Erfahrung in Katastropheneinsätzen mitbringen und für einen mindestens zweiwöchigen Einsatz zur Verfügung stehen. Für ihre psychologische Betreuung nach der Rückkehr sorgt als Kooperationspartner die Hilfsorganisation LandsAid.

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Versteigerung einer Fender Stratocater Gitarre mit Bon Jovi Autogrammen für Haiti

SAT1 Frühstücksfernsehen versteigert auf Ebay eine handsignierte Bon Jovi Gitarre. Das Geld kommt Kindern in Haiti zugute. Der Erlös der Aktion geht vollständige an die Organisation UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V., die sich bereits sei über 20 Jahren um die Kinder in Haiti kümmert.

Diese Fender Stratocater Gitarre gibt es weltweit nur 100mal.

Wir freuen uns auf ein möglichst hohes Gebot und danken SAT1 für die tolle Unterstützung unserer Projekte in Haiti!

Steigern Sie hier mit bei Ebay!

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Bericht zur aktuellen Situation im Krankenhaus St. Damien

Langsam sieht das St. Damien Krankenhaus wieder wie vor dem Erdbeben aus – abgesehen von den großen sichtbaren Rissen, die ihre Spuren auf fast allen der Wandmalereien hinterlassen haben. Die Patienten befinden sich inzwischen im Inneren des Krankenhauses oder sind zu anderen Krankenhäusern gebracht worden. Der Anteil an Kindern steigt kontinuierlich und immer weniger Familien campen draußen auf dem Grundstück. Die noch verbleibenden Familien wohnen alle zusammen in einem Bereich des Gartens.

Heute sind 58 neue Patienten hergekommen, von denen wir 17 aufgenommen haben. Nach wie vor operieren wir in zwei OP-Sälen. Heute hatten wir 13 große OPs. 4 Patienten (2 Kinder und 2 Erwachsene) sind zur Behandlung zum Latzarettschiff USS Comfort geschickt worden.

Freiwillige Helfer kommen und gehen. Eine große Gruppe amerikanischer Ärzte hat uns heute Nachmittag verlassen und eine neue Gruppe von italienischen Fachkräften ist angekommen. Wir haben noch immer einen ernsten Engpass an Krankenschwestern und suchen nach wie vor inner- und außerhalb von Haiti.

Heute haben wir eine neue Neu-Geborenen-Station eröffnet. Wir haben dort derzeit 5 Mütter und 6 Babies (ein Paar Zwillinge) und eine weitere kleine Seele wird wahrscheinlich geboren, während ich diese Zeilen schreibe. Die Babys sind im Alter von wenigen Minuten bis zu ca. 2,5 Wochen. Das Kleinste von ihnen wiegt weniger als 3 Pfund. Das Ärzte-Team aus Israel hat die Brutkästen gespendet. Eine Erweiterung im Krankenhaus ist ein Raum zur Schmerzbehandlung. Von einem slovakischen Voluntär-Team sind 7 Zelte zur Aufnahme von Patienten, das gesamte Grundstück sowie das Krankenhaus desinfiziert worden.

Cassandra Chapman, Voluntaer-Koordinatorin und Robin Schwarz (beide sind vor Ort in aus unserem Krankenhaus St. Damien)

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Email von Pater Richard Frechette CP; Nationaler Direktor Haiti

Liebe Freunde,

wir schätzen eure Anteilnahme, Gebete und Unterstützung sehr. Heute begannen die Arbeiter die Tonnen von Zement und Eisen abzubrechen und wegzufahren, die einmal unser Padre-Wasson-Zentrum in Petionville waren. Es ist für uns sehr wichtig, dass dieser Standort aufgeräumt  wird, um dann dort mit etwas Neuem beginnen zu können. Ich bewundere immer noch die Gruppen von 20 bis 30 Leuten, die ohne Unterlass gruben, bis sie Dr. Castro und Erin fanden sowie die Leichen von Molly und Ryan. Wir wissen noch nicht genau, was wir dort wieder aufbauen werden, aber sicher ist, dass wir dort ein zentrales Denkmal errichten, gewidmet Molly und Ryan sowie all unseren haitianischen Freunden und Mitarbeitern, die anderswo in dieser Tragödie starben.

Wir vermissen schätzungsweise ca. 20 % unseres einheimischen Mitarbeiterstabes.

Einige sind in die USA gereist, einige tot, und andere sind noch mit ihrer persönlichen Tragödie beschäftigt. Wir wissen noch nicht, wie viele gestorben sind; das wird noch einige Zeit brauchen. Wenn wir eine genauere Vorstellung davon haben, werden wir eine Gedenk-Zeremonie für sie abhalten und eine Webseite zu ihren Ehren einrichten. Wir haben schon viele Messen für sie gehalten.

Im Kinderdorf in Kenscoff lief alles gut. Busse mit unseren Kindern von St. Helene kamen zum Krankenhaus, damit sie eine Vorstellung von den Problemen bekommen, für die Leidenden und die Toten beten und auch verletzte Kinder besuchen konnten.

Die Situation im Krankenhaus hat sich beruhigt; wir sind jetzt besser organisiert mit einer neu aufgebauten Infrastruktur. Patienten, die wir zur chirurgischen Behandlung auf das Krankenhausschiff USS Comfort geschickt haben, werden wieder zurück kommen, um in unsereren Einrichtungen zu genesen. Wir nehmen auch Patienten aus dem öffentlichen Krankenhaus auf und haben uns auf rund 200 postoperative Patienten eingerichtet.

Medizinische Teams aus vielen Ländern tun alles was sie können und arbeiten hervorragend zusammen. Vier medizinsche Teams gehen täglich in die Armenviertel. Das im Slum Christ Roi tätige Team arbeitet in dem einzigen dort erhaltenen Gebäude.

Eines unserer Teams ging nach Leogane und Jacmel, um zu beurteilen, ob und wie wir dort helfen könnten. Alfonso Leon und seine Gruppe waren in der Stadt, wo Kinder sich auf den Straßen sammeln, und haben Essen und andere Hilfe angeboten. Sie haben auch begonnen, nach Waisen und anderen ungeschützten Kindern zu suchen. Wir haben mit  kostenloser Wasserausgabe mithilfe der beiden Tanklastwagen vom Hilfsprogramm St. Lukas und vom Kinderdorf St. Helene. Mit der Verteilung von Nahrungsmitteln beginnen wir morgen.

Gena Heraty und Norma Lopez bauen jetzt ein Team auf, das sich der Rehabilitierung der vielen Kinder und Erwachsenen widmen wird, die Arme und Beine verloren haben. Es ist ein bitter-süßes Gefühl durch unser Hospital zu gehen und so viele Kinder mit fehlenden Gliedmaßen zu sehen, die einem trotzdem ein großes Lächeln schenken.

Wir haben viele obdachlose Angestellte, die es vorziehen in einem Zelt zu leben statt auf unserem Gelände. Es ist wichtig dass sie ihre sozialen und familiären- Netzwerke am Leben erhalten. Wir hoffen ihnen in Zukunft kleine Behausungen geben zu können, die wir selbst in unserem Industriezentrum im Ausbildungs- und Werkstattzentrum St. Franziskus herstellen wollen.

Es gibt viele ehemalige Waisenkinder, die auch nicht wissen, wohin. Wir hoffen, in der Zwischenzeit Zelte für sie zu bekommen und Anlaufstellen zur Verpflegung einzurichten. Wir hoffen, ihnen eines Tages auch bei dem Wiederaufbau ihrer eigenen Unterkünfte helfen zu können.

Die Probleme sind überwältigend. Das Erdbeben wird bis weit in die Zukunft ernsthafte Auswirkungen auf Gesundheit, Erziehung, Familie, Leben, Beschäftigung und die gesellschaftliche Stabilität haben.

Bitte macht weiter mit euren wichtigen Gebeten und eurer Unterstützung für uns.

Nochmals Danke und Gott segne euch.

Pater Richard Frechette CP

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Keine Kinder in ehemaligem Krankenhaus umgekommen

Bislang zwei Leichen aus Trümmern geborgen

Port-au-Prince/Karlsruhe. Entgegen der gestern verbreiteten Meldung sind im ehemaligen Kinderkrankenhaus von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“, dem „Padre Wasson Zentrum“ in Pétionville keine 300 Kinder zu Tode gekommen. „Bereits kurz nach dem Erdbeben konnten wir eine amerikanische Freiwillige lebend bergen. Ihr Bruder und eine weitere Amerikanerin sind in den Trümmern leider ums Leben gekommen. „Da um 15:30 Uhr in diesem Gebäude Behandlungsschluss ist, können wir davon ausgehen, dass zum Zeitpunkt des Erdbebens keine Kinder mehr im Gebäude waren. Momentan haben wir aber noch nicht zu allen der 100 Kinder, die im Padre Wasson Zentrum von unseren Mitarbeitern therapiert wurden, Kontakt. Deshalb wissen wir nicht, wie viele dieser Kinder das Erdbeben tatsächlich überlebt haben“, sagt Heiko Seeger, Geschäftsführer von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V.“ Karlsruhe.

Seit Ende 2006 wurde das ehemalige Krankenhaus der Organisation als ambulantes Therapiezentrum für körperlich und geistig behinderte Kinder aus dem Großraum Port-au-Prince genutzt. Im Therapieprogramm wurden mehr als 100 Kinder und Jugendliche behandelt. Täglich wurden 20 von ihnen therapiert. Die Behandlungen endeten immer um 15.30 Uhr. Dann verließen die Kinder zusammen mit ihren Eltern das Gebäude. „Da das Erdbeben um 16:53 Uhr haitianischer Zeit stattfand, können wir mit großer Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass noch Kinder im Gebäude waren“, sagt Seeger. Zu den Todesopfern kam es, weil sich im „Padre Wasson Zentrum“ auch die Unterkünfte der Freiwilligen befanden. Erin und Ryan Klos sowie Molly Hightower befanden sich zum Zeitpunkt des Erdbebens im Gebäude. Erin konnte nach rund mehrstündiger Suche lebend geborgen werden, für ihren Bruder Ryan und Molly kam jede Hilfe zu spät. Laut einer Mitarbeiterin vor Ort begannen Helfer gestern mit der Beseitigung der Trümmer.

Das im Dezember 2006 eröffnete neue Krankenhaus „St. Damien“ von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ versorgte bereits kurz nach dem Erdbeben die ersten Opfer. Tausende von Menschen wurden bislang von den Ärzten und Krankenschwestern behandelt. Das medizinische Personal umfasst derzeit rund 80 Mitarbeiter, darunter neun deutsche Helfer, die nach dem Erdbeben von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ nach Haiti entsandt wurden.

Neben der medizinischen Hilfe für die Erdbebenopfer leiteten die mehr als 400 Mitarbeiter der Organisation in Haiti auch schnell Hilfsmaßnahmen für die Bevölkerung ein. Ein Tanklastwagen bringt täglich sauberes Wasser zu den Menschen in den Slums. In der Bäckerei des Hilfswerks im beruflichen Ausbildungszentrum „Francisville“ (Tabarre) backen die Auszubildenden täglich 5.000 Brötchen, die an die hungrigen Menschen in Port-au-Prince verteilt werden. 26 Mitarbeiter der Organisation suchen inzwischen nach alleingelassenen Kindern und nehmen sie zunächst in den Einrichtungen von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ auf. Werden von den Sozialarbeitern des Kinderhilfswerks Verwandte aufgefunden, werden die Kinder wieder in deren Obhut übergeben. Diejenigen Kinder, die ihre Eltern bei dem Erdbeben verloren haben, werden im Kinderdorf der Organisation aufgenommen. Das Team um Alfonso Leon kümmert sich inzwischen auch in den mehr als 600 entstandenen Zeltstädten um die Betreuung von Kindern und Jugendlichen. Sie erhalten Spielangebote, eine Mahlzeit und sauberes Wasser.

„Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ hat bereits 75 Jugendliche, die im Kinderdorf aufgewachsen sind, zwischenzeitlich aber bei Verwandten lebten, wieder im Heim aufgenommen. Mehr als 30 behinderte Kinder, die verlassen in den Trümmern zusammengestürzter Gebäude gefunden wurden, werden inzwischen im Rehabilitations- und Physiotherapiezentrum „Kay St. Germaine“ behandelt. Dieses Zentrum wird in der näheren Zukunft eine wichtige Rolle für die therapeutische Betreuung vieler traumatisierter Kinder spielen, insbesondere auch für die vielen Kinder und jungen Menschen, denen Gliedmaßen amputiert werden mussten.

Ein Krisenstab um den nationalen Direktor von „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“, Pater Richard Frechette, arbeitet derzeit an Lösungsansätzen, wie der Not der Bevölkerung kurz-, mittel- und langfristig entgegen gewirkt werden kann. Insbesondere arbeitet das Team mit Hochdruck daran, wie die schon vor dem Erdbeben zahlreich vorhandenen Hilfsangebote der Organisation noch weiter ausgebaut werden können.

„Der Wiederaufbau in Haiti ist für die internationale Staatengemeinschaft eine gewaltige Herausforderung und wird sehr lange dauern. Unsere Organisation ist seit mehr als 20 Jahren in Haiti tätig. Die Haitianer erkennen unsere Arbeit an und schätzen unsere Organisation. Sie wissen, dass wir auch künftig im Land bleiben und für sie da sein werden“, sagt Heiko Seeger.

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Stichwort: Erdbeben Haiti

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“Ein Lied für Haiti” – Die Nacht der Stars in Köln

Am Dienstag den 2. Februar 2010 findet im großen Saal des Pullmann Hotels in Köln eine Gala aus Musik und Comedy zugunsten der kleinen Erdbebenopfer in Haiti statt. Eintritt 40 €. Alle Einnahmen gehen als Spende an das Projekt “Schulen für Haiti”, das Alissa Jung und Janine Reinhardt gemeinsam mit UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V. betreiben.

Auftreten werden

Musik:
Rolf Stahlhofen & Friends
Feat: Emma Lanford, Sebastian Hämer, Robeat
Glashaus
Erkan Aki
Rodgau Monotones
Purple Schulz
Stoppok Feat. Reggie
Worthy
Wonderwall
Daniel Schuhmacher
Nosie Katzmann
Dieter Kirchenbauer

Comedy:
Mundstuhl
Knacki Deuser
Jörg Knör
Lisa Feller
Abdelkarim
Onkel Fisch
Frank Fischer

weitere Künstler werden erwartet.

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Pädagogisches Notfallprogramm – Email von Monica Gery

Liebe NPH Familie,

Zunächst möchten wir uns bei allen für ihre Unterstützung und Hilfsbereitschaft in diesen schwierigen Zeiten bedanken. Wir wissen all eure Hilfe zu schätzen!

Nach dem Erdbeben mußte sich unser NPH Haiti – Teams zunächst um die Sicherheit unserer Kinder bemühen und dann auf die Verletzten konzentrieren. Nachdem dies erreicht wurde, begannen wir schwerpunktmäßig mit der Versorgung zu uns kommender neuer Waisenkinder.

Nach Schätzungen der UN gibt es 600 Zeltstädte, welche Tausend bis mehrere Zehntausende von Menschen beherbergen. Dort gibt es keine sanitären Anlagen, kein Essen, kein Wasser und keine medizinische Versorgung. Es ist unser Ziel, diese Menschenansammlungen mit unseren medizinischen Hilfstrupps und Essensausgaben zu erreichen. Wir möchten ein Programm einrichten, das insbesondere den Kindern Zugang zu einer sauberen Umgebung, Essen, Wasser und Aktivitäten ermöglicht.

Dieses ‘Tagescamp’ soll für die Kinder sein, die in diesen Zeltstädten leben. Unser Team wird dort mit der Arbeit beginnen, wo wir ohnehin schon Kontakte durch das Saint Luke Nachbarschafts – Programm haben. In dieser Umgebung sind wir bekannt und genießen Vertrauen.  Mit Hilfe des St. Luke-Personals und jenen ‚Ehemaligen’, die in unserem Waisenhaus St. Helen in Kenscoff aufwuchsen, werden wir Kinder zu unserem Tagescamp bringen und sie abends wieder bei ihren Eltern abliefern.

Wir werden ein Aufnahmeverfahren in Gang setzen für diejenigen, die nach Prüfung der Sachlage keine Familie mehr haben. Da es in Haiti eine Anzahl von Adoptionsprogrammen bereits vor dem Beben gab, müssen wir ebenfalls feststellen, für welche Kinder es bereits Adoptionsversprechen  im Rahmen des jeweiligen Programms gegeben hatte. Waisen und offensichtlich  von den Eltern ausgesetzte Kinder, die nicht auf ein laufenden Adoptionsverfahrens warten, werden in unserer Familie in St. Helen aufgenommen. Es ist damit zu rechnen, dass es schwierig sein wird herauszufinden, ob es sich um Waisen  handelt. Der Integrationsprozess ziemlich mühsam sein.

Alfonso Leon von den NPHI – Familiendiensten leitet ein Team zum Start dieses Programms.  Ihm stehen 25 Ehemalige als Helfer zur Seite sowie ein Koch für die Mahlzeiten. 2 große Zelte mit einer Kapazität für 50 Personen sind auf dem St. Luke Fußballplatz innerhalb des Kay Germaine-Geländes errichtet worden. Das St. Damien-Hospital befindet sich in unmittelbarer Nähe.

Wir senden weitere Informationen,  sobald sie verfügbar sind.

Vielen Dank,
Monica Gery

(Anmerkung der Redaktion:  NPH ist die Abkürzung für unseren spanischen Namen “Nuestros Pequenos Hermanos”. Im englsichen bedeutet es “Our little Brothers And Sisters”. Die entsprechend deutsche Übersetzung lautet: UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN)

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