Haiti-Update: Aktivitäten für Erdbebenopfer

Mitarbeiter des "Angels of Light"-Programms beim Kochen

Das pädagogische Betreuungsprogramm „Engel des Lichts“ betreut Kinder aus drei Zeltstädten in einem rotierenden System. Verschiedene Teams von „Hermanos Mayores“ (so werden die ehemaligen Bewohner unserer Kinderdörfer genannt) besuchen zehn weitere Camps. Sobald Zelte und Versorgungspakete ankommen, werden sie an unsere „Hermanos Mayores“ verteilt. Insgesamt werden rund 1.500 Kinder von den Teams des Programms betreut. Die Kinder erhalten Frühstück und Mittagessen, ein Teil des Essens und der Milch sind Spenden aus der Dominikanischen Republik. Die zum Kinderdorf gehörende St.Francisville Bäckerei versorgt das „Angels of Light“-Programm täglich mit 4.000 Brötchen. Ab der zweiten Märzwoche wird ein ehemaliger Koch von unserem Kinderdorf zukünftig für die Kinder in den Zeltstädten Mahlzeiten kochen. Unser Ziel ist es, täglich 2.000 Kinder durch diese Maßnahmen versorgen zu können.

"Hermanos Mayores" bei der Koordinierung neuer Hilfslieferungen

Die „Freunde der Erziehungskunst“ aus Karlsruhe haben unsere „Hermanos Mayores“ drei Tage lang in Sachen Traumabewältigung geschult und sie bei ihren Aktivitäten mit den Kindern vor Ort unterstützt.

"Freunde der Erziehungskunst" bei ihrer Arbeit mit den Kindern

Unser Kinderkrankenhaus St. Damien wurde um eine Krankenstation für erwachsene Erdbebenopfer erweitert. Das Geld (577.000 USD) wurde von der USAID (United States Agency For International Developement) gespendet. Unser Krankenhaus wird seit dem Erdbeben vor knapp einem Monat nun als das orthopädische Zentrum Haitis betrachtet.

Weltfrauentag: Interview mit einer Haitianerin

Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März interviewte ein Mitarbeiter von „UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V.“ eine Frau aus Haiti, die durch das verheerenden Erdbeben vor knapp einem Monat alleinerziehende Mutter geworden ist. Ihr Mann und einer ihrer drei Söhne starben, ein weiterer Sohn wurde schwer verletzt und befindet sich noch immer in unserem Kinderkrankenhaus in Tabarre. In dem Interview vom 1. März spricht Rosana über die neue Situation und die Zukunftsperspektiven ihrer Familie nach der schrecklichen Tragödie.

Rosana Valery und ihr Sohn Rubens

Bis zur Erdbebenskatastrophe am 12. Januar lebte Rosana Valery,  geboren im Jahr 1970, unbeschwert mit ihrer Familie (der Mann und die drei Söhne) im Stadtbezirk Karrfour, südwestlich von Port-au-Prince. Sie beschrieb die Zeit vor dem Erdbeben als zufrieden. „obwohl wir mit knappen Mitteln über die Runde kamen, hatte ich wenigstens eine Familie, das Lächeln meiner Kinder und die Aufmerksamkeit meines Mannes“. 

Innerhalb der Familie herrschte eine mehr oder weniger traditionelle Rollenverteilung. Es lag nicht daran, dass der Mann ihr diese aufzwang, es hat sich mit der Realität so ergeben. Sie fand keinen Job. Ihr Mann ging in einer Fabrik arbeiten, und sie kümmerte sich um die Kinder. Sie war auch gern mit ihnen zusammen.

Und dann kam der 12. Januar  

Ich wünsche mir manchmal, ich hätte das nicht erleben müssen, ich wäre lieber gestorben, aber das ist zu egoistisch gedacht“. Durch die Katastrophe, verliert Rosana Valery ihren Mann und einen ihrer drei Söhne. „Die Leichen befinden sich immer noch unter den Trümmern, es war ein gemietetes Haus. Wir können uns heute immer noch nicht von ihnen verabschieden, ich muss meinen Sohn hier im Krankenhaus beistehen, uns fehlen außerdem  die Mitteln dafür.“.

Seit dem 15. Januar steht Rosana ihrem Sohn Rubens Valery im Krankenhaus zur Seite. Rubens verlor die rechte Hand und seine linke Hand ist schwer verletzt, er kann sie nur noch eingeschränkt bewegen. Vor ihrer Ankunft im Saint Damien, (das ist das Krankenhaus von UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN im Tabarre) hatten sie erfolglos Hilfe im staatlichen Krankenhaus gesucht. Der jüngere Sohn (Aphnac, 12 Jahre alt) lebt zurzeit mit einer ehemalige Nachbarin in einem Zeltlager im Port-au-Prince. Er kommt mit der neuen Situation noch nicht klar.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Perspektivlosigkeit ist allgegenwärtig. Ich versuche so gut ich kann für ihn da zu sein, ich will ihn ermutigen und weiß gleichzeitig, dass meine Wünsche nur begrenzt in Erfüllung gehen können. Wir waren auf das Einkommen meines Mannes angewiesen. Er war der Ernährer der Familie. Zurzeit sind wir auf Hilfe von Nachbarn und der NGOs angewiesen.   

Ich mache mir jeden Tag Gedanken darüber, was ich tun kann. Ich bin bereit, jede Arbeit anzunehmen, um meine Kinder zu unterstützen bzw. den Grundbedarf decken zu können  (Nahrung, Kleidung, vielleicht irgendwann ein richtiges Dach über den Kopf).

Meine größte Angst ist, dass mein Sohn auch  seine linke Hand verlieren könnte. Diese befindet sich noch immer in einem kritischen Zustand. Er fragt sich  immer, ob er jemals  wieder schreiben kann. Ihm fehlt sehr die Schule.“

 Was bedeutet es, jetzt ein behindertes Kind zu haben?

„Keine Mutter der Welt wünscht sich in solche Situation zu geraten, es wäre viel leichter für mich, wenn das Kind schon bei der Geburt diese Behinderung gehabt hätte, statt sie erst durch solche Umstände zu erhalten. Die seelischen Schmerzen  sitzen noch tief, sowohl bei mir als auch bei ihm. Manchmal schaffe ich es nicht ihn zu trösten, wenn er seinen Vater vermisst oder die Zeit davor. Dann weint er mehrere Stunden. Früher wollte er Bauingenieur werden, jetzt wünscht er sich nur noch schreiben zu können.

 

Allgemeine Infos zur Rolle der Frau in Haiti:

Es leben durchschnittlich vier bis fünf Kinder in haitianischen Familien. Nicht nur die ökonomischen Umstände begünstigen ein anderes Familienleben hier, auch die kulturellen Hintergründe tragen dazu bei, das klassische Familienbild (Eltern/ Kind) nicht auf die Art und Weise, wie man es in Europa kennt, zu leben. Auch wenn die Großeltern nicht im Haushalt leben, sind andere Familienmitglieder herzlich willkommen. Es gibt  keine erkennbaren traditionellen Trends der Familienführung, es ist ein sehr westlich geprägtes Land. Die Frauen in der Gesellschaft sind sehr emanzipiert, sie widmen sich sowohl der Kinderbetreuung als auch jeglichen Unternehmungen, um die Ernährung der Familie sicherzustellen. Jedoch, wage ich gleichzeitig von einer Gleichberechtigung zu sprechen, da die Durchsetzung von solchen Rechten mit starken staatlichen Institutionen gebunden ist.

Hilfe für Haiti – Transporte, die Leben retten

Rail Cargo Austria (RCA) organisiert Hilfstransporte von Europa nach Haiti. Das Unternehmen 3M und Hilfsorganisationen UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V. und Human Plus stellen die lebensnotwendigen Güter zur Verfügung

Wien (OTS) – Das Erdbeben vom 12. Januar 2010 hat mit Haiti eines der ärmsten Länder der Welt getroffen. Neben der schwachen Wirtschaft litt das Land auch unter einer instabilen politischen Lage mit zahlreichen Unruhen. Es gibt bereits 220.000 Tote, 250.000 Verletzte, insgesamt sind drei Millionen Menschen von den Auswirkungen des Bebens betroffen. In Haiti stehen Helfer vor einer Katastrophe bislang unbekannten Ausmaßes, da eine ganze Region zerstört worden ist. Der Wiederaufbau von zerstörten Straßen, Krankenhäusern, der Wasser- und Hygiene-Versorgung wird nach Expertenschätzungen noch Jahre dauern. “Die Katastrophe war nicht nur Mitte Jänner, sie war gestern, ist heute und wird morgen sein” erklärt Karl Pumper – Projektleiter dieses Hilfsprojektes von der ÖBB-Infrastruktur AG in Bezug auf die immer geringer werdende Spendenbereitschaft und Medienpräsenz.

Besonders schwierig wird die Situation ab April. Wenn die Regenzeit einsetzt, sind Zelte und Sanitäranlagen lebensnotwendig. “Haiti ist besonders jetzt auf unsere Hilfe angewiesen. Es fehlt an medizinischer Ausrüstung, Zelten und Kinderbekleidung. In unserem Kinderkrankenhaus St. Damien wird täglich operiert – viele Babys kommen zu früh zur Welt. Als Hilfsorganisation sind wir auf die Unterstützung und das Know how von Unternehmen wie Rail Cargo Austria (RCA) und 3M angewiesen”, erklärt Wolfgang Martinek von der Hilfsorganisation “Unsere kleinen Brüder und Schwestern”, die seit 22 Jahren in Haiti tätig sind.

AmCham Austria

Die Amerikanische Handelskammer in Österreich hat angesichts dieser menschlichen Tragödie am 28. Jänner 2010 einen Spendenaufruf an ihre Mitgliedsfirmen versandt. Schnell entwickelte sich AmCham Austria zur Drehscheibe zwischen Hilfsorganisationen und Spendern. Gemeinsame Netzwerke konnten rasch und effizient genutzt werden, um direkt zwischen Hilfsanfragen und Hilfsangeboten zu vermitteln.

Allen voran konnten die RCA und 3M als großzügige Warenspender sowie für die Übernahme der gesamten Transport- und Logistikkosten gewonnen werden. Nur durch gute soziale Verbindungen war es möglich dieses Projekt rasch und effizient zu realisieren. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung vor Ort wurden die beiden Hilfsorganisationen “Unsere kleinen Brüder und Schwestern” und “Human Plus” als Partner ausgewählt, die einen großen Teil der Warenspenden gesammelt und koordiniert haben sowie die Feinverteilung vor Ort übernehmen. “Das Hauptkriterium für den Erfolg, war die gute Kooperation aller beteiligten Unternehmen, Organisationen und Personen. Sie haben ihr Wissen und ihre Kampagnen gebündelt, um durch ein abgestimmtes Leistungsangebot diese Hilfsaktion gemeinsam so rasch und dynamisch durchzuführen.” erklärte Daniela Tröster von der Amerikanischen Handelskammer in Österreich.

RCA – Transport-Hilfe aus Österreich

Es fehlen tonnenweise Hilfsgüter wie beispielsweise Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medikamente, Decken und Zelte. RCA hat sich nach Anfrage bereit erklärt, rasch und kostenlos Containertransporte dieser dringend benötigten Hilfsgüter aus Deutschland, der Schweiz und Österreich zu übernehmen. “Trotz der katastrophalen Infrastruktur-, Logistik- und Transportsituation in Haiti hat es RCA binnen kürzester Zeit geschafft, eine Transportkette von Wien nach Haiti zu knüpfen.
“Ich hoffe, dass wir damit einen Beitrag zur Linderung der Not in Haiti leisten”, erklärte RCA-Vorstandsdirektor Ferdinand Schmidt bei der feierlichen Verabschiedung der Hilfsgüter aus dem Hafen Freudenau.

Die Ermittlung der optimalen Transportroute und die Abwicklung der Transporte übernahm die RCA-Tochter Express-Interfracht. Die Anforderungen waren enorm – so änderten sich fast täglich die Ansprechpartner, Häfen wurden wieder geschlossen, Hubschrauber zurückgezogen, Lkw Transporte genehmigt, dann wieder storniert. Express-Interfracht musste sehr flexibel auf die permanenten Veränderungen im Rahmen der Feinverteilung vor Ort reagieren. Unter den insgesamt 62 Tonnen mit einem Warenwert von rund einer Million Euro sind Produkte wie Babynahrung, Zelte, Decken, Textilien, Plastikplanen, Rollstühle, Nexcare Pflaster, Wundauflagen und Soforthilfe-Sets, 3M Operationsmasken, -mäntel und sterile Abdeckungen, 3M Feinstaubmasken sowie diverse Produkte für den schulischen Bedarf. Das Unternehmen Wiencont Management spendet zudem einen 20ft Container, der in Haiti als Lager verwendet wird.

3M hilft Erdbebenopfern rasch und unbürokratisch

Der weltweit tätige, amerikanische Multi-Technologiekonzern 3M hat insgesamt schon Sachspenden im Wert von über 1 Mio. Dollar nach Haiti gesendet. Auch die MitarbeiterInnen haben weit über 100.000 Dollar gesammelt, die von der 3M Foundation verdoppelt wurden. 3M Österreich unterstützt die Erdbebenopfer von Haiti zusätzlich mit Sachspenden im Gesamtwert von über 35.000 Euro. Bei der Verabschiedung im Freudenauer Hafen fasste Felix Thun-Hohenstein, Managing Director von 3M in Österreich und der Schweiz zusammen: “3M achtet darauf, durch Partnerschaftensicherzustellen, dass die Spenden ihr Ziel erreichen und sinnvoll eingesetzt werden. Wir freuen uns daher, auch in Österreich gute Partner gefunden zu haben, die dies garantieren.”
Die Spenden werden mit Hilfe der Kooperationspartner AmCham und RCA dem Kinderhilfswerk “Unsere kleinen Brüder und Schwestern” übergeben, die bereits seit 1988 in Haiti humanitäre Hilfe leisten. Die Hilfsgüter werden deren Kinderkrankenhaus, Therapie- und Rehabilitationseinrichtungen sowie deren Kinderdorf mit angeschlossener Schule zugutekommen.

Transportkette Wien-Haiti

  • Abholung der Hilfsgüter aus Schweiz, Italien, Deutschland und Österreich nach Wien (Wien Freudenau)
  • Bahntransport Wien – Hamburg
  • Verschiffung Hamburg – Caucedo (Dom. Rep / Containerhafen Rio Haina)
  • Transitzollbehandlung und Umschlag in Caucedo durch ein lokales Logistikunternehmen im RCA-Auftrag
  • Teilweise Weiterleitung an Distributionspunkte lokaler Hilfsorganisationen in der Dom. Republik
  • Teilweise Weiterleitung nach Port-au-Prince, wo ein Helikopterteam die Feinverteilung übernimmt

Erdbeben in Chile war auch im Kinderdorf in Peru zu spüren

Das schwere Erdbeben in Chile hat auch leichte Beben in Peru ausgelöst. Unser neues noch im Bau befindliches Heimgelände in der Stadt San Vincente de Cañete liegt in der Küstenregion, aber einige Kilometer vom Strand entfernt. Eine Bedrohung durch den Tsunami bestand daher nicht. Die Stadt Lunahuaná, in der unsere Kinder derzeit noch leben, liegt etwa eine Autostunde von der Küste entfernt in den Bergen. In der Region Ica, die südlich an den Verwaltungsbezirk grenzt, in dem sich unser Kinderheim befindet, wurden leichte Beben registriert. Den Kindern geht es gut. Verletzte oder Schäden hat es in unserem Kinderheim keine gegeben.

Unsere Kinder und Mitarbeiter erinnern sich noch sehr genau an das Erdbeben in Peru vor zweieinhalb Jahren. Im August 2007 wurde Peru von einem heftigen Erdbeben der Stärke 8.0 auf der Richterskala erschüttert, bei dem mehr als 500 Menschen ihr Leben verloren. Der Andenstaat befindet sich geografisch im so genannten “Ring of Fire” des Pazifischen Ozeans, in dem sich 85 Prozent der weltweiten seismischen Aktivitäten abspielen.

Das Erdbeben im Jahre 2007 richtete auch in der Stadt Lunahuaná, in der sich unser Kinderheim befindet, großen Schaden an. Viele öffentliche Gebäude und private Wohnungen wurden völlig zerstört. UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN E.V. unterstütze arme  Familien in Lunahuaná beim Wiederaufbau und baute Behelfsklassenräume für die 590 Schüler der Gemeinde, da die Schule seit dem Erdbeben Einsturz gefährdet ist und nicht mehr genutzt werden kann.

Unsere Kinder und Mitarbeiter werden regelmäßig geschult, um im Katastrophenfall eine Evakuierung der Gebäude schnellstmöglich durchführen zu können. Jedes Beben weckt die Erinnerungen und Ängste and die Katastrophe vor einigen Jahren und verunsichert Kinder sowie Mitarbeiter vor Ort.

Verständlicherweise verlassen die Menschen in den betroffenen Gebieten auch bei leichten Beben ihr Haus. Sie kampieren im Freien aus Angst vor weiteren und stärkeren Beben. Bei stärkeren Erdstößen schlafen unsere Kinder und Mitarbeiter gemeinsam im Speisessaal, der aus Bambusmatten gefertigt ist und daher keine Gefährdung darstellt.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an häufige leichte Beben, aber die Angst vor neuen und stärkeren Beben lässt sich nie ganz aus dem Alltag verdrängen.

So leben die Kinder in unseren Kinderdörfern

Die Kinder wohnen in Altersgruppen zusammen. Ihre Betreuung liegt größtenteils in den Händen Einheimischer, die von den Kindern „tía“ oder „tío“ (Tante, Onkel) genannt werden. Vormittags besuchen sie die projekteigenen Kindergärten und Schulen, am Nachmittag wird gelernt, mitgeholfen und natürlich gespielt.

Die Bedeutung des einzelnen zeigt sich auch im sozialen Jahr, das die Jugendlichen nach Abschluss der Sekundarschule absolvieren. Bevor sie in ihr eigenes Leben hinausgehen, oder eine weitere Ausbildung machen, arbeiten sie je nach Bedarf und Fähigkeiten ein Jahr lang in der Kinderbetreuung, den Werkstätten, der Küche oder der Klinik und geben so einen Teil ihrer empfangenen Unterstützung wieder zurück.

Wie lange die Kinder oder Jugendlichen in unseren Projekten leben, hängt ganz von ihnen ab. Normalerweise verlassen sie ihr Zuhause erst, wenn sie die Schule abgeschlossen und einen Beruf erlernt haben und als junge Menschen bereit für die Selbständigkeit sind. Tausende ehemalige “Pequeños” stehen heute fest im Leben und sind in allen sozialen Schichten und Berufen zu finden – sie sind u.a. in der Landwirtschaft, im Schuldienst, in Schneidereien, Bäckereien, Autowerkstätten oder der Krankenpflege tätig. Manche haben sogar ein Medizin-, Jura- oder ein technisches Studium absolviert.

Die Erziehung unserer Kinder stützt sich auf fünf Pfeiler:

Geborgenheit:
Die Kinder finden ein bleibendes, sicheres Zuhause.

Bedingungslose Liebe:
Durch bedingungslose Annahme und Liebe lernen die Kinder wieder zu vertrauen.

Teilen:
Anteilnahme am Leben anderer ist die Basis jeder Gemeinschaft.

Mitarbeit:
Jeder leistet dem Alter entsprechend seinen Beitrag.

Verantwortung:
Von klein auf lernen die Kinder, verantwortlich zu handeln.

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So leben die älteren Kinder in unseren Kinderdörfern

Wir nehmen „Kinder“ bis zum Alter von 16 Jahren auf. Viele von ihnen haben nie die Schule besucht. Bis sie lesen und schreiben können, einen Schulabschluß und eine Berufsausbildung haben, sind die meisten über 20 Jahre alt.

Dann (oder auch schon zwischendurch) leisten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen je nach Bildungsziel bis zu drei soziale Jahre im Kinderheim. Sie helfen bei der Erziehung der Kleinen und geben vieles von dem weiter, was sie selbst im Heim gelernt haben. Zudem verringert die Mitarbeit der Älteren deutlich die Personalkosten.

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Wir helfen Kindern in Notsituationen

Unser Ziel ist es, Kindern in Notsituationen beizustehen und zu verhindern, daß sie auf der Straße landen. Viele Kinder mit den unterschiedlichsten Schicksalen brauchen Hilfe und finden in unseren Heimen ein neues Zuhause.

Es sind verwaiste und verlassene Kinder, die aus ärmsten Verhältnissen stammen. So bringt z.B. eine Nachbarin Kinder, die schon seit Wochen alleine sind, weil die Mutter schwerkrank, verstorben oder von zu Hause weggegangen ist; oder ein allein stehender Vater wendet sich in völliger Verzweifelung an uns, weil er sich nicht mehr imstande sieht, seine Kinder zu versorgen. Nicht selten ist es auch eine Großmutter, die ihre Enkel aufgezogen hat, aber nun zu alt und zu schwach für diese Aufgabe ist.

Im Allgemeinen werden alle Geschwister einer Familie, die 16 Jahre und jünger sind, gemeinsam aufgenommen. Das soll weitere schmerzliche Trennungen verhindern. Aus diesem Grund werden unsere Kinder auch nicht zur Adoption freigegeben. Viele Kinder, die zu uns kommen, haben bereits Furchtbares erlebt. Sie tragen schwer an den seelischen Wunden, die durch Gewalt, Vernachlässigung oder den Verlust der Eltern entstanden sind. Bei uns erhalten sie die Geborgenheit einer Familie und eine solide Ausbildung als Basis für eine glückliche Zukunft.

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Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 3

Fortsetzung von Teil 2:

Dr.  Peter Tinnemann nahm an UN-Treffen teil. Dadurch entstand auch die Zusammenarbeit mit einem US Krankenhausschiff. Auch Medikamente konnten beschafft werden. Die größten Organisationen kamen bei diesen Treffen zusammen, ebenso viele freiwillige Helfer. Es wurde gemeinsam eine Infrastruktur erstellt.

Das notdürftige UN-Hauptquatier von dem aus die Hilfe in Haiti koordiniert wird.

Das notdürftige UN-Hauptquatier von dem aus die Hilfe in Haiti koordiniert wird.

Unterkünfte der UN-Soldaten

Unterkünfte der UN-Soldaten

Die UN hatte den größten Teil ihrer Lagerzentren verloren und eine nicht unerhebliche Anzahl an Mitarbeitern.

Senator Edwards hat in seinem Privatflieger mehrere Patienten in die USA ausgeflogen.

Senator Edwards besuchte Haiti und flog Verletzte mit seinem Privatflieger in die USA aus.

Senator Edwards besuchte Haiti und flog Verletzte mit seinem Privatflieger in die USA aus.

Die Auswirkungen, die das Erdbeben auf die zivile Infrastruktur hat, sind mit keinem anderen Beben in der Vergangenheit vergleichbar. Das Erdbeben war sehr stark. Die Häuser in Haiti waren absolut nicht erdbebensicher gebaut, es war eine sehr kostengünstige Bauweise aus einer Mischung aus wenig Zement und viel Sand – eine unkontrollierte Bauweise. Im Gegensatz dazu ist unser Krankenhaus sehr stabil konstruiert.

In der Stadt waren viele Straßen gesperrt, die Menschen übernachteten auf den Straßen aus Angst vor Nachbeben.

Aus Angst vor weiteren Nachbeben übernachten die Menschen auf der Straße.

Aus Angst vor weiteren Nachbeben übernachten die Menschen auf der Straße.

Aus Angst vor weiteren Nachbeben übernachten die Menschen auf der Straße.

Aus Angst vor weiteren Nachbeben übernachten die Menschen auf der Straße.

Man musste mit ihnen sprechen und die Nachbeben erklären. Dr. Peter Tinnemann hat ein Nachbeben miterlebt – innerhalb von drei Minuten war das gesamte Krankenhaus evakuiert.

Innerhalb einer Woche entstanden die Zeltstädte, die ersten waren nicht organisiert. Es gab kein Wasser, keine Nahrungsmittel, keine Toiletten, Exkremente liegen überall. Durchfallerkrankungen werden stark befürchtet mit Einsetzen der Regenzeit. Es gab jeden Tag ein UN Meeting zur Gesundheit und eines zur sanitären Versorgung.

Eine typische Zeltstadt in Port-au-Prince.

Eine typische Zeltstadt in Port-au-Prince.

Eine typische Notunterkunft in einer der Zeltstädte.

Eine typische Notunterkunft in einer der Zeltstädte.

Es gibt auch Camps mit mehreren 10.000 Menschen. Die Menschen wollen nicht aus der Stadt ausquartiert werden.

Ein Blick auf eine Zeltstadt in der Nähe des St. Damien Krankenhauses.

Ein Blick auf eine Zeltstadt in der Nähe des St. Damien Krankenhauses.

Als Dr. Petter Tinnemann den Eindruck hatte, dass das St. Damien Krankenhaus gut funktioniert, zog er gemeinsam mit den Mitarbeitern des St. Luke Programms in die Camps, um die Menschen dort zu versorgen. Sie waren „ein Funken der Hoffnung“, versorgten die Verletzten und gaben ihnen Wasser. Die Menschen erkundigten sich nach den Straßenschulen. Es gab kein Chaos bei der Versorgung, die Menschen standen alle ordentlich in der Schlange.

IIn einer Zeltstadt weißt ein Schild auf des Zelt des lokalen Polizisten hin.

In einer Zeltstadt weißt ein Schild auf des Zelt des lokalen Polizisten hin.

In den Slums frisieren sich die Frauen

In den Slums frisieren sich die Frauen

Dr. Peter Tinnemann war auch in Léogane. Léogane war am nächsten am Epizentrum des Erdbebens dran. 90% der Stadt sind zerstört. Viele Menschen haben die Städte verlassen und sind aufs Land gezogen. Sie sind damit aus dem Blickfeld der Hilfeleistungen geraten. Die Ressourcen sind nicht gleich verteilt. Die ländlichen Gegenden sind extrem arm, teilweise nicht landwirtschaftlich zu bebauen.

Zerstörte Gebäude

Zerstörte Gebäude

Ein Schild weißt auf benötigte Hilfe hin.

Ein Schild weißt auf benötigte Hilfe hin.

Es ist sehr staubig in der Stadt, es herrscht eine große Luftverschmutzung – Atemwegsinfektionen und Lungenentzündungen werden befürchtet.

Die haitianische Regierung ist nicht arbeitsfähig – sie hat Mitarbeiter, Gebäude und Akten verloren. Sie ist selbst geschockt. Sie macht im Moment nicht viel für die Bevölkerung, sondern braucht Hilfe von außerhalb.
Die Haitianer hoffen, dass die internationale Gemeinschaft ihnen hilft. Die ganze Welt weiß von Haiti. Es gibt viele clevere Leute dort, sie sind bereit harte körperliche Arbeit zu leisten. In Haiti ist ein Neuanfang laut Dr. Peter Tinnemann sehr viel versprechend.

Ein findiger Händler in den Slums bietet eine Handy-Ladestation an.

Ein findiger Händler in den Slums bietet eine Handy-Ladestation an.

Haiti hat kein Militär. Tinnemann kann Kritik am US Militär nicht nachvollziehen:

“Es war notwendig, dass sie den Flughafen übernahmen.”

Dr. Peter Tinnmemann ist zum Ende seines Einsatz mit dem von der Bild-Aktion “Ein Herz für Kinder” gesponserten Hubschrauber in die Dominikanische Republik ausgeflogen worden. Von dort trat er den Rückflug nach Deutschland an.

Dr. Peter Tinnemann auf dem Rückweg nach Deutschland

Dr. Peter Tinnemann auf dem Rückweg nach Deutschland

Die Organisation UNSERE KLEINEN BDÜRDER UND SCHWESTERN hat laut Dr. Peter Tinnemann einen ganz anderen Zugang zu den Menschen in Haiti als andere Organisationen:

“Sie sind hautnah dran, auch an den ärmsten Gegenden.”

Dr. Peter Tinnemann war beeindruckt und überwältigt von der Unterstützung vor Ort und von der Medienpräsenz in Haiti. Doch als er nach Deutschland zurückkam, war Haiti aus der Medienlandschaft fast schon verschwunden. Als der Alltag im Krankenhaus einkehrte, waren auch die Medien weg.

Dr. Peter Tinnemann plant im März wieder nach Haiti zu reisen.

“Es gibt noch so viel zu tun.”

Dr. Peter Tinnemann schaut nach einem kleinen Patienten.

Dr. Peter Tinnemann schaut nach einem kleinen Patienten.

Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 2
Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 1

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Alle unsere Einrichtungen und Projekte auf einen Blick

1954 gründete Padre William B. Wasson das erste Kinderdorf in Mexiko. Dieses war Vorbild für ein zweites Kinderdorf, das 1986 in Honduras seinen Anfang fand. Heute betreuen wir rund 3.500 Kinder in Lateinamerika. Rund 15.900 alleingelassene Kinder haben bei UNSERE KLEINEN BRÜDER UND SCHWESTERN Liebe, Geborgenheit und ein neues Zuhause gefunden. Viele Tausend ehemalige Schützlinge stehen bereits als Erwachsene fest im Leben und haben eigene Familien.

Mexiko

seit 1954, 930 Kinder (820 intern, 110 extern)

Casa San Salvador, Miacatlan:
Wohnhäuser, Kindergarten, Grund- und Mittelschule, Krankenstation, Landwirtschaft

Casa Buen Senor, Cuernavaca:
Schüler- und Studentenheim, Büro, Fachoberschule

Casa San Luis, Monterrey:
Studentenheim

Nicaragua

seit 1994, 321 Kinder (280 intern, 41 extern)

Casa Santiago, Insel Ometepe:
Kinderheim mit Grund- und Mittelschule, Kirche, Lehrwerkstätten und Krankenstation

Casa San Francisco DE ASÌS, San Jorge:
Babyhaus

Casa Guadalupe, Managua:
Studentenwohnheim

Casa Santa Clara, Managua:
Studentinnenwohnheim

Casa Padre Wasson, Jinotepe:
Neubau des Kinderheimes auf dem Festland

Honduras

seit 1986, 555 Kinder (530 intern, 25 extern) Rancho Santa Fé, La Venta: Kinderheim mit Kindergarten, Vor- Grund- und Mittelschule, Lehrwerkstätten, Krankenstation und Landwirtschaft

Casa Eva, La Venta:
Wohnheim für alte Menschen

Casa Pasionista, La Venta:
Wohnheim des Passionistenordens für Aids-Kranke auf dem Gelände des Kinderdorfs.

Sagrada Familia, La Venta:
Chirurgie-Zentrum

Casa Santa Cata-Rina, Casa Monseñor Fiallos, Casa Cerro Grande, Casa Alta-Mira, Casa Alistar:
Schüler- und Studentenwohnheime in Tegucigalpa

Casa de los Ángeles, Tegucigalpa:
Heim für schwer behinderte Kinder

Haiti

seit 1988, 590 Kinder ( intern und extern)

St. Helene, Kenscoff:
Kinderheim mit Kindergarten, Grund- und Mittelschule und Krankenstation

Kay Christine, Kenscoff:
Behindertenheim

Kay Pere Wasson, Pétionville:
Einrichtung für Therapie, Ausbildung und Verwaltung, durch das Erdbeben im Januar 2010 zerstört

Kay Eliane, Pétionville:
Therapiezentrum für behinderte Kinder, durch das Erdbeben im Januar 2010 zerstört

St. Damien, Tabarre:
Kinderkrankenhaus

Kay St. Germaine; Tabarre:
Therapiezentrum für behinderte Kinder

Francisville; Tabarre:
Werkstätten- und Ausbildungszentrum, noch im Aufbau

St. Luke-Straßenschulen:
in den Elendsvierteln in und um Port-au-Prince

Guatemala

seit 1996, 500 Kinder (419 intern, 81 extern)

Casa San Andrés, Parramos:
Kinderheim mit Montessori-Vorschule, Grund- und Mittelschule, Lehrwerkstätten und Krankenstation

Castillo Magico; Parramos:
Behindertenhaus

CHIMALTENANGO:
Babyhaus, Büro

Dominikanische Republik

seit 2003, 219 Kinder (186 intern, 33 extern)

Casa Santa Ana, San Pedro de Macoris:
Kinderheim mit Vor-, Grund- und Mittelschule, Krankenstation und Landwirtschaft

Peru

seit 2004, 70 Kinder

Vorläufiges Kinderheim in gemieteten Räumen in Lunahuaná

Ciudadela Santa Rosa de Lima, San Vincente de Cañete:
Neubau des Kinderheims

Bolivien

seit 2005, 69 Kinder

Casa Padre Wasson, Portachuelo:
Kinderdorf

CASA SAN JACOBO:
Haus für Schüler und Studenten von NPH in Santa Cruz

El Salvador

seit 1999, 465 Kinder

Ciudadela Sagrada Familia, Texistepeque:
Kinderheim mit Kindergarten, Grund- und Mittelschule, Lehrwerkstätten und Krankenstation

Alle Zahlen basieren auf dem Stand von Dezember 2009

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Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 2

Fortsetzung von Teil 1:

Nicht nur die Schwerverletzten mussten versorgt werden, sondern auch alle anderen Menschen auf dem Krankenhausgelände. Es wurde täglich Essen für alle vorbereitet und ausgegeben. Ein italienischer Bäcker backte jeden Tag Pizzabrot für alle. Laut Dr. Peter Tinnemann verlief die Essenausgabe stets ganz zivilisiert.

Ein italienischer Bäcker verteilt Pizzabrot im Hof des Krankenhauses.

Ein italienischer Bäcker verteilt Pizzabrot im Hof des Krankenhauses.

Sowohl Patienten als auch Angestellte hatten Angst das Gebäude zu betreten. Dr. Peter Tinnemann sagte, das Krankenhaus war gespenstisch leer, die Betten verlassen, Essen und Medikamente lagen herum. Die Schwestern hatten sich im Freien kleine Stationen eingerichtet. Die Patienten wurden später ganz sensibel daran gewöhnt sich dem Gebäude wieder zu nähern. Anfangs wurden sie nur auf dem Flur untergebracht und dann nach einigen Tagen nach und nach ins Gebäude verlegt.

Patienten lagern vor dem Krankenhaus.

Patienten lagern vor dem Krankenhaus.

Betten mit Patienten stehen im Innenhof unter Sonnenschutzplanen.

Betten mit Patienten stehen im Innenhof unter Sonnenschutzplanen.

Dr. Peter Tinnemann schlief nachts auf einer Matratze auf dem Dach des Krankenhauses. Es war sehr kalt.

Schlafplätze der freiwilligen Helfer auf dem Dach des Krankenhauses.

Schlafplätze der freiwilligen Helfer auf dem Dach des Krankenhauses.

Blick auf das Krankenhaus St. Damien.

Blick auf das Krankenhaus St. Damien.

Nach drei Tagen wurde das erste Kind im Krankenhaus geboren.

Ein Neugeborenes auf der Neugeborenen-Station

Ein Neugeborenes auf der Neugeborenen-Station

Stolze Eltern auf der Neugeborenen-Station von St. Damien

Stolze Eltern auf der Neugeborenen-Station von St. Damien

Langsam kehrten immer mehr Mitarbeiter zurück, Apotheker, Krankenschwestern, sowie das Reinigungspersonal. Es wurde sehr auf Hygiene geachtet.

Behandlung eines verletzten Kindes.

Behandlung eines verletzten Kindes.

Ärzte bei der täglichen Besprechung im Krankenhaus St. Damien.

Ärzte bei der täglichen Besprechung im Krankenhaus St. Damien.

Neben dem Krankenhaus befanden sich zwei Zelte der UN, in denen Kinder untergebracht wurden, die jemand aus den Trümmern der Krankenhauses in der Stadt gerettet und ins St. Damien gebracht hatte. Die Kinderabteilung dieses Krankenhauses war nach dem Erdbeben komplett kollabiert. Schwestern kümmerten sich Tag und Nacht um diese Kinder. Viele waren geistig und körperlich behindert. Gena und ihr Team nahmen sich der Kindern an und beschützten sie vor überstürzten Adoptionen.

Die Menschen übernachten im freien vor dem Krankenhaus.

Die Menschen übernachten in Zelten vor dem Krankenhaus.

St. Damien war das einzige funktionierende Kinderkrankenhaus in ganz Port-au-Prince, woraufhin Dr. Peter Tinnemann auch anderen Organisationen anbot, verletzte Kinder zu uns zu bringen. „Ärzte Ohne Grenzen“ brachte täglich etwa 10 Kinder. Auch die Angehörigen der Patienten erhielten einen Schlafplatz im St.Damien.

Kind mit einem amputierten Bein im Krankenhaus St. Damien.

Kind mit einem amputierten Bein im Krankenhaus St. Damien.

Patienten mit Bauch- oder Brustverletzungen hatten keine Überlebenschancen. Die meisten Patienten im Krankenhaus hatten Verletzungen an den Extremitäten, Weichteilverletzungen, Knochenbrüche, Kopfverletzungen, Wirbelsäulenverletzungen und Gesichtsverletzungen.

Gesichtsverletzungen bei einem Mädchen nach dem Erdbeben.

Gesichtsverletzungen bei einem Mädchen nach dem Erdbeben.

Glücklicherweise bestand die Blutbank noch und versorgte das Krankenhaus mit Blutkonserven.

Ein mobiles OP-Team aus der Dominikanischen Republik, bestehend aus sechs Chirurgen, kam ins St. Damien Krankenhaus. Sie hatten sich ganz schnell organisiert und waren bereit die Gipse für die Verletzten herzustellen und anzulegen. Auch einer der bekanntesten Ärzte der Dominikanischen Republik war unter ihnen. Die italienische Hilfsorganisation „Protezione Civile“ baute in Zelten mobile OPs auf. Sie hatten auch ein mobiles Röntgengerät dabei, das sehr hilfreich war. Auch zahlreiche Ärzteteams aus den USA kamen. Dr. Peter Tinnemann lobte das Engagement der ausländischen Helfer. Es gab ausreichend Mediziner, jedoch einen Mangel an Pflegepersonal.

Behandlung von Patienten im Krankenhaus St. Damien.

Behandlung von Patienten im Krankenhaus St. Damien.

Nach 10 Tagen kamen immer noch Patienten, die nur notdürftig versorgt worden waren und suchten im St. Damien Krankenhaus Hilfe.

Das St.Damien Krankenhaus verfügt über drei Brunnen, so dass alle Menschen mit Wasser versorgt werden konnten. Es konnte sogar Wasser außerhalb des Krankenhauses verteilt werden.

Essensverteilung an die Bevölkerung durch Mitarbeiter des Outreach-Programm

Essensverteilung an die Bevölkerung durch Mitarbeiter des Outreach-Programm

Nach ein paar Tagen kamen Sozialarbeiter und boten den Menschen psycho-soziale Unterstützung. Die Menschen hatten das Bedürfnis ihre Geschichten zu erzählen, sie mussten ihr Leid verarbeiten.

Dr. Peter Tinnemann sorgte langsam für Ordnung auf dem Krankenhausgelände. Er war nach eigenen Angaben die meiste Zeit am Telefon und hat wenig am Patienten gearbeitet. Tinnemanns Aufgabe war es auch die Ärzteteams zu organisieren und die Ausstattung zu koordinieren. Die Kommunikation wurde besser. Tinnemann und eine amerikanische Kollegin dienten als Bindeglied zwischen den einheimischen Mitarbeitern und den ausländischen Helfern.

Dr. Peter Tinnemann stimmt sich über das Satellitentelefon mit Deutschland ab.

Dr. Peter Tinnemann stimmt sich über das Satellitentelefon mit Deutschland ab.

Regelmäßig kamen Transporte mit Ausrüstung und Medikamenten aus der Dominikanischen Republik an. Dr. Peter Tinnemann berichtete, dass es keine großen Probleme gab Transporter von der Dominikanischen Republik nach Haiti zu schicken – Dank der guten Zusammenarbeit und dem Bekanntheitsgrad von NPFS.

Ankunft einer Hilfslieferung im Krankenhaus St. Damien.

Ankunft einer Hilfslieferung im Krankenhaus St. Damien.

Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 3
Eindrücke nach dem Einsatz als Arzt in Haiti / Teil 1

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